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22. März 2014

Hochsteinalm und Lärlkogel

(gepostet im Bereich Berg)

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Es wird Zeit für Eriks ersten Ausflug! Mit 4 Monaten ist er aber auch schon spät dran Die Hochsteinalm bietet sich dafür sehr gut an. In meinem alten Tourenbuch war dieser Spazierer am 22.05.1983 der zweite Eintrag. Mehr als 30 Jahre später hat sich hier einiges verändert und der Spazierer ist absolut kinderwagentauglich. Zusammen mit meinen Cousins Wolfgang, Christian und seiner Frau Isolde starten Sarah, Erik (aka Bergfexing Junior) und ich um 1145 beim Parkplatz Röd. Mit 19° C ist es für Mitte März ungewöhnlich warm und nur wenige Schönwetterwolken trüben den Sonnenschein. Entlang der Forststraße wandern wir gemütlich bergan. Erik macht es sich anfangs noch im Wagerl gemütlich, doch da der neugierige Bursche im Kinderwagen zu wenig sieht, will er bald im Tragerl (Ergobaby) transportiert werden Ahh, viel besser! Aufmerksam bestaunt Erik die Umgebung und ist sehr zufrieden. Bei der Erzgrube wechseln wir von der schattigen Nordseite auf das offene und sonnige Almgelände. Erik ist inzwischen ein bisschen müde und will von Mami getragen werden. Kein Wunder bei der vielen frischen Luft. Der Flurname Erzgrube ist sehr interessant. Er leitet sich von einem alten Kupferbergbau (Kupferkies, Tenorit, Cuprit) ab. Leider gibt es zur Geschichte des Abbaus keine genaueren historischen Informationen. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden hier im Zuge von Untersuchungsarbeiten ein Stollen und ein Schmelzofen entdeckt, die aber im Zuge der Errichtung der Forststraße wieder verschüttet wurden.

Nach einer gemütlichen Stunde erreichen wir das Wirtshaus Hochsteinalm, wo sich aufgrund des warmen Wetters der letzten Tage auch schon die Tiere auf der Weide tummeln. Neben Pferden, Schafen und Ziegen gibt es hier auch Lamas und Stachelschweine zu bestaunen. Erik verschläft inzwischen die Attraktionen und wir parken den Kinderwagen beim Gasthaus um noch rasch den Lärlkogel zu besuchen. Der Anfangs breite und unschwierige Weg wird auf den letzten Metern zum Gipfelabau steiler und anspruchsvoller. Also schultere ich wieder den kleinen Erik und montiere das Tragerl am Rücken. Junior findet die ganze Aktion natürlich nicht lustig und äußerst lautstark seinen Unmut. Aber nach wenigen Minuten ist die Tortour auch schon überstanden und wir befinden uns am aussichtsreichen Gipfel. Malerisch eröffnet sich der Ausblick zum Mühlbachtal bis nach Gmunden und natürlich garniert mit dem wunderschönen Traunsee. Vom Traunstein leuchtet auch das moderne Traunsteinhaus der Naturfreunde, das auch besucht werden will. Während Wolfgang den Geocache sucht und logged, stärkt sich Erik mit einer "Gipfeljause" für den Abstieg retour zur Alm, wo wir um 1400 eintrudeln. Gut, dass es hier vorzügliche Hausmannskost gibt, den Hunger ist inzwischen enorm. Schweinsbraten / Gulasch füllt die Reserven wieder auf und auch die Nachspeise schmeckt sehr gut. Leider sind die Pofesen mit Toastbrot gemacht. Erik ist auch quitschvergnügt und wir genießen noch das wunderbare Wetter sowie die Aussicht auf Grünalm-​ und Brunnkogel, bevor wir 1h30min später wieder retour zum Ausgangspunkt spazieren. Während des Abstiegs künden erste Regentropfen den bevorstehenden Wetterstur an. Morgen soll es ja schneien, wir erreichen aber noch trocken den Parkplatz.

Fazit: Wunderbarer Ausflug mit meiner Familie, wobei der letzte Anstieg zum Lärkogel doch ned so ohne ist. Aber bis zur Alm ist der Weg einfach und wunderbar kindertauglich. Die vielen Tiere, insbesondere die kleinen Ziegen, sind sehr herzig. Und einen Wickelraum gibt's auch. Also ein perfektes Familienausflugsziel, also nicht wundern wenn's hier ordentlich wurrlt.

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17. August 2013

Unsinniger Kirra und Sandling

(gepostet im Bereich Berg)

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Heute wird es Zeit für eine echte Bergtour, denn noch immer ist kein Gipfel bestiegen und Bergfexing Harry wird schon etwas unrund. Also meint Sarah beim Frühstück: "Geh amoi a gscheide Tour, sonst bist eh den ganzen Tag ned zum Aushoidn!" Boah, hab ich eine tolle Frau . Darum flitze ich in 5 Minuten nach Luptisch und starte meine Tour auf den Sandling beim Gasthof Sarsteinblick. Der Sandling ist nicht nur ein ausgezeichneter Aussichtsberg, er ist wohl auch der wichtigste Berg der Region, befindet sich in seinem Inneren immerhin das größte Salzbergwerk Österreichs. Und dieser Salzbergbau reicht vermutlich bis in die Römerzeit zurück, wovon etliche Fundstücke wie Fibeln und Sandalen zeugen. Somit gesellt sich zur Geologie auch eine Portion Geschichte, wobei als Lektüre das Buch "Wege in die Vergangenheit rund um den Dachstein" von Mandl & Mandl sehr zu empfehlen ist.

Da ich alleine unterwegs bin, starte ich mit hoher Schlagrate um 1000. Es ist schon wieder sehr warm, aber im schattigen Wald komme ich flott vorwärts und erreiche nach 30 Minuten schon die erste Attraktion: Die oder der Unsinnig Kirra, je nach Literatur. Hierzu zweige ich vom markierten Weg etwa auf 1100m rechts ab, wo erstmals steile Felswände durch den Wald sichtbar sind und Steigspuren zum Klettergebiet führen. Bei der Unsinnig Kirra scheiden sich die Geister ob's nun eine unsinnige Kirche (Mandl sowie Lobitzer) oder ein unsinniger Schrei (Rabeder) ist. Gesichert ist jedoch, dass sich dieser 60 Meter hohe Monolith aus der Westflanke des Kritkogels im Frühjahr 1546 während eines katastrophalen Felssturzes ablöste. Dieses Ereignis führte zum Ende des Salzbergbaus beim Michlhallbach (heute Sandlingbach). Eine Sage berichtet von 38 lebendig begrabenen Bergleuten die noch lange Zeit unsinnig schrien. Mir gefällt die Rabeder Variante somit eindeutig besser . Auf jeden Fall ist dieser Monolith mit den extrem glatten Wänden schon sehenswert. Auch die Geologen der Bundesanstalt (GBA) haben hier ihre Markierungen hinterlassen. Vermutlich um zu verfolgen wie sich Situation vor Ort ändert, denn der Monolith gleitet auf seiner weichen, mergeligen Unterlage langsam talwärts. Bei meiner Inspektionsrunde stoße ich auf einige verbohrte Kletterrouten und schöne Exemplare des Hirschzungenfarns (Asplenium scolopendrium). Das Mundloch eines historischen (womöglich sogar aus der Römerzeit) Stollens konnte ich jedoch nicht finden. Ich hab aber auch schlampig gesucht, denn ich flitze rapide weiter zur Vordersandlingalm, die ich um 1100 erreiche. Während des Aufstiegs sieht man immer wieder die Abrisskante der gewaltigen Michelhallbachmure von 1920. Diese war immerhin 4 km Lang und 200 Meter breit. Von der Sandlingalm eröffnet sich dann der grandiose Anblick auf den dazugehörigen Felssturze vom 12/13. September 1920. Hierbei lösten sich 6-​7 Millionen m³ Gestein aus der Westflanke des Sandlings. Das Salzvorkommen sorgt einerseits für wirtschaftlichen Wohlstand, anderseits macht es den Berg extrem instabil, denn auf dem weichen Haselgebirge liegt ein Kalkstock aus spröden Oberalmer Schichten. 1920 führten lang anhaltende Regenfällen zu einem Aufquellen von gewissen Tonmineralen, Steinsalz und Anhydrit, die zu einer Volumsänderung führten. Die daraus entstanden Klüfte machten den Untergrund derart brüchig, das der Bergsturz ausgelöst wurde. Obwohl nicht direkt von den Gesteinmassen betroffen, veränderte sich auch der höher gelegene Almboden und 3 Hütten gerieten in Schieflage, wobei eine komplett zerstört wurde.

Heute stehen hier jedoch viele schöne und neue Hütte, die einen guten Vordergrund für ein patentiertes Sandlingfoto liefern. Der Anstieg über die Westseite ist noch schön schattig, aber trocken. Trotzdem ist er genau so rutschig wie ich diesen in Erinnerung habe, obwohl die letzte Sandlingtour schon wieder 9 Jahre her ist. Erst im Anstieg treffe ich auf die ersten Wanderer. Auch als ich kurz vor 1200 den Gipfel erreiche, begegne ich kaum 10 Bergfexen. Vermutlich ist heute eher Badewetter als Bergwetter. Aufgrund der hohen Temperaturen ist es etwas diesig, was aber egal ist, denn Loser, Trisselwand, Sarstein und König Dachstein sind direkt vor meiner Nase. Und so schlecht ist die Fernsicht gar nicht. Schafberg & Wolfgangsee erspähe ich und sogar ein Stückchen des Attersees ist noch auszumachen. Zwischen blühendem Gipskraut (Gypsophila repens) legen ich eine 15minütige Pause ein, flitze runter zur Alm und hinüber zur Lambacher Hütte, wo ich um 1300 mein wohlverdientes, eiskaltes Zipfer in Händen halte. Ahh, das zischt vielleicht! Bei meine Besuch vor 9 Jahren stand die Hütte noch im Wald. Seit Kyrill ist die Aussicht von der Terrasse deutlich besser . Der Retourweg im kühlen Wald ist angenehm und ich kehre schließlich um 1500 wieder ins Hotel Wasnerin zurück, wo Sarah das umfangreiche Wellnessangebot genutzt hat. Tja, das Ausseerland ist wirklich wunderschön. Oder wie ein Bekannter von mir immer sagt: "Do is sogar schee, wenns schiach is!"

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16. August 2013

Rund um den Ausseer See

(gepostet im Bereich Botanik)

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Heute steht der beliebteste Spaziergang im Ausseerland am Programm. Der Weg um den Altausseersee ist nicht nur aussichtsreich, mit grandiosem Dachsteinblick umrahmt von Loser und Trisselwand, auch ist die Runde botanisch lohnend und überdies absolut schwangerentauglich Bei traumhaften Wetter starten Sarah und ich um 0945 beim Parkplatz Seevilla und beschließen die Runde im Uhrzeigersinn zu absolvieren, denn heute wird es wieder einmal sehr warm. Kein Wunder also, dass schon die Badegäste ausschwärmen.

Vorbei an der Kirche und wunderschönen Villen spazieren wir am sonnigen Nordufer zur Seewiese. Unterwegs gibt es einige Jausenstationen und Badeplätze mit traumhafter Lage. Dachsteinblick inklusive . Unter einem wolkenlosen Himmel blitzt das Eis des Hallstätter Gletschers herüber. Ein wunderschöner Kontrast zum Grün der Wälder, die den See umgeben. Ein echtes Traumplatzerl. Der Weg verläuft zu Beginn noch im schattigen Laubwald, wo im Unterholz gerade die Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum) mit ihren markanten Doppelbeeren fruchtet. Langsam lichtet sich der Wald und weicht steilen, sonnigen Kalkhängen mit interessanten Pflanzenarten, die diesen trockenen Standort bevorzugen. Besonders freue ich mich über einen schönen Bestand des Berg-Lauchs (Allium senescens). Aktuell blühen auch Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) und Breitblättriges Laserkraut (Laserpitium latifolium). Die dunkelblauen Früchte der Gewöhnliche Felsebirne (Alemanchier ovalis) sind schon reif. Diese sind zwar ein bisschen mehlig, schmecken aber sonst recht süß. Imposant baut sich die Trisselwand vor uns auf und nach rund 45 Minuten erreichen wir die Jausenstation Seewiese, wo wir eine kleine Pause einlegen. Die Auswahl an Strudeln ist enorm, was Sarah dazu verleitet die Jausenstation als Strudelimperium zu bezeichnen. Wir entscheiden uns für einen köstlichen Heidelbeer-​Apfelstrudel. Ein dunkles Gösser rundet die Sache ab. In den Wiesen um das Jagdhaus blühen im Mai viele Stern-Narzissen (Narcissus radiiflorus), die auch beim allseits bekannten Narzissenfest Verwendung finden. Da sich Narzissen vorwiegend vegetativ vermehren, schadet das Pflücken nicht, sofern die Blätter nicht "geerntet" werden. Im Gegenteil trägt das Narzissenfest zur Bewahrung dieser wenig ertragreichen Wiesen bei, die sonst wohl schon drainagiert und in Ackerland umgewandelt wären.

Zur Mittagszeit beginnen wir mit dem zweiten, etwas längeren Abschnitt der Seeumrundung. In den feuchten Wiesen zwischen Astersee und Altausseer See finden sich auffallende Hochstauden wie Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) und Wasserdost (Eupatorium cannabinum). An die feuchten Bodenverhältnisse ist auch der häufige Faulbaum (Frangula dodonei) gut angepasst, dessen kugelige Steinfrüchte gerade reifen. Vom Südufer kann nach starken und lange anhaltenden Regenfällen ein besonderes Naturschauspiel beobachtet werden. Die "Liagern" sind ein karsthydrologischen Phänomen, bei dem sich große Wassermassen in einer Höhle in der Loserwand sammeln. Bei Überdruck schießt ein gewaltiger Strahl in hohem Bogen aus dem Höhlenportal des Liager-​Lochs. Wenn "die Liagern gehen", spricht sich das im Ort wie ein Lauffeuer herum und Ausseer wie Urlauber strömen herbei um das seltene Spektakel, das kaum 1h dauert, zu beobachten. Heute jedoch ist Badewetter und die Liagern sind staubtrocken. Dafür besiedeln die Badegeäste überall die lauschigen Platzerl am Südufer. Mit Plätten schippern sie über den See. An Bord sind Kind und Kegel inklusive Griller. Das würde mir auch gefallen. Im kühlen Wald erreichen wir bald wieder die ersten Bootshütten. Zwischen den Hütten wächst im tieferen Uferbereich das Glänzende Laichkraut (Potamogeton lucens), die häufigste Wasserpflanze des Altausseer Sees. Nun um 1300 macht sich schon der Hunger bemerkbar. Eine gute Gelegenheit um beim Strandcafe einzukehren und auf der Terrasse mit Loserblick einen der hiesigen Saiblinge zu verputzen. Satt und zufrieden erreichen wir nach der Einkehr wieder unseren Ausgangspunkt, wo wir am Badeplatz den restlichen Tag ausklingen lassen.

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15. August 2013

Kleine Runde am Loserplateau

(gepostet im Bereich Berg)

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Heute Vormittag steht eine kleine botanische sowie geologische Wanderung am wunderschönen und vor allem aussichtsreichen Loserplateau am Programm. Bequem gelangen wir über die Loser-​Mautstraße (15 € ) zur Loseralm auf 1600 m. Um 0915 hält sich der Andrang der Besucher noch in Grenzen und fast allein folgen wir dem Wanderweg in Richtung Appelhaus. Im Prinzip verläuft die Runde in umgekehrter Richtung des Geotrails, wobei ich mir die Idee ja aus dem Natur-​Wanderführer Salzkammergut der Wiener Chefbotaniker Adler & Mrkvicka stibitzt habe. Apropos Geotrail: Die online verfügbare Broschüre ist recht gut gemacht, jedoch sind die Stationen schon in schlechtem Zustand. Von den angepriesenen "Sitzgelegenheiten bei jeder Station" sind nur mehr morsche Pfosten übrig, wo auch schon die Nägel rausschauen. Und viele Schilder stehen auch nicht mehr. Aber egal, das leicht bewölkte Wetter ist wunderbar zum Wandern und schön langsam wird es auch schon etwas wärmer. Optimales Endeckungswetter

Der Sockel des Loser besteht aus gebanktem Dachsteinkalk der Trias, während der markante obere Abschnitt von etwa 300 Meter mächtigen Rotkalken, insbesondere Adneter Kalk (Lias), der frühren Jura aufgebaut wird. Die Gipfelzinnen des Losers bestehen aus hellen Schuttkalken vom Typ des Tressensteinkalks (Malm). Rund um den Augstsee und östlich davon treten hornsteinführende Oberalmer Schichten zutage. Diese sind leicht zu erkenne, da der Kalk oft von dezimeterstarken Hornsteinlagen unterbrochen ist. Wo der Kalk schon verwittert ist, sitzen oft regelrechte Pusteln aus Hornstein auf der Oberfläche. Diese Oberalmer Schichten neigen sehr zur Vergrasung und Wiesenbildung. Also bietet das Gebiet optimale Abwechslung für den naturkundlich interessierten Bergfex.

Gleich nach dem Parkplatz soll sich in den zerfurchten Kalkfelsen viel an Schlitzblatt-Streifenfarn (Asplenium fissum) finden. Anscheinend hat sich jedoch die Vegetation schon verändert, da ich nur ein Exemplar finden konnte. Rasch gelangen wir zur Station 24 des Geotrails, wo schon deutlich die Oberalmer Schichten zu Tage treten. Hier sollen Wulfen-Hauswurz (Sempervivum wulfenii) und Pfirsichblatt-Glockenblume (Campanula persicifolia) zu finden sein, aber selbst nach länger Suche wollen sich die Pflanzen nicht zeigen. Mit einer Blüte hatte ich nach diesem extremen Sommer eh nicht gerechnet, aber selbst die kugeligen immergrünen Rosetten der Hauswurz sind einfach nicht zu entdecken. Dafür zeigen die vielen Grün-Erlen (Alnus viridis) einen deutlich feuchteren Standort an, da sie mit diesen Verhältnissen wesentlich besser zurecht kommt als die Latsche (Pinus mugo), die hier als so genannter Konkurrenzflüchter dann die trockeneren Standorte besiedelt. Ein identes ökologisches Phänomen konnte ich ja letzte Woche am Dreistecken beobachten, wo die feuchteren Nordhänge von der Grünerle und die sonnigeren Hänge von der Latsche besiedelt sind. Dafür habe ich bei den verholzten Sträuchern mehr Glück. Bei Station 23 wachsen Österreichische-Mehlbeere (Sorbus austriaca) und Zwerg-Mehlbeere (Sorbus chamaemespilus). Aktuell in Blüte sind hier Eberrauten-Greiskraut (Senecio abrotanifolius) und Fuchsschwanz-Ziest (Stachys alopecuros). Hier wächst auch das faszinierende Lebendgebärende Alpen-Rispengras (Poa alpina), bei dem schon in der Rispe die kleinen Graspflanzen austreiben.

Der Weg führt nun leicht nach links und eröffnet endgültig über das weite Plateau des Toten Gebirges. Linkerhand gefallen Bräuningzinken und die markante Bräuningscharte oberhalb der Riesendoline des Kühntals. Alles Platzerl die noch weiße Flecken auf meiner privaten Landkarte darstellen. Insbesondere im Kuhntal sollen sich Querschnitte von Ammoniten bis zu 30 cm Durchmesser finden. In den Wiesen oberhalb der Riesendoline wachsen viele Ostalpen -Enziane (Gentiana pannonica), die kurz vor dem Aufblühen stehen. Die Wanderungen würde uns nun zur Bräuningalm führen, wären dort nicht viele Kühe auf der Weide. Da Sarah eine schwangerschaftsbedingte Kuhphobie entwickelt hat, riskiere ich lieber nichts und wir wandern entlang des kleinen Bächleins retour zum Augstsee. Bis jetzt waren wir immer allein unterwegs, doch als wir die Touristenströme rund um den See erblicken, sind wir schon etwas erschreckt. Jeder der sich irgendwie auf zwei Beinen halten kann, ist unterwegs. Zum verwendeten Schuhwerk äußere ich mich lieber gar nicht. So beschließen wir, nach kurzer Pause am See, zur Loserhütte abzusteigen um den stressigen Mittagsansturm zu entgehen. Köstliches Gamsgulasch & Kasnocken lindern den Schmerz Ich bin solche Massenaufläufe einfach nicht gewöhnt. Trotzdem eine nette Runde, die man beliebig verlängern kann und vorzugsweise nicht während der Sommerferien absolviert werden mag.

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