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15. Juni 2021

Rinnerkogel via Jägersteig

(gepostet im Bereich Berg)

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Ich nutze den ersten, noch kühlen Tag der Hitzewelle um nach 18 Jahren wieder einmal den Rinnerkogel zu besuchen. Um 0700 ist es mit 8° C noch etwas frisch und über dem Offensee lichtet sich erst der Nebel. Der See ist noch ruhig und der Eibenberg spiegelt sich schön im Wasser. Kein Fuzerl zeigt sich am tiefblauen Himmel.

Die 2 km Forststraßenlatscher als Zustieg sind flott erledigt. Beim Einstieg stehen dann schon ein paar Fahrräder. Das mache ich das nächste Mal auch! Das Ausdauernde Silberblatt (Lunaria rediviva) blüht überall im Wald und verströmt einen intensiven Duft. Nach einer Stunde erreiche ich den ersten Rastplatz mit wunderschönem Ausblick zum Wasserfall. Nach der Stiege führt der Weg entlang des trockenen Bachbetts zum Rinnerboden Bründl, wo erst bemerke, dass ich meinen Camelbak daheim vergessen habe. So etwas ist mir überhaupt noch nie passiert. Also nehme ich noch einen kräftigen Schluck, den erfahrungsgemäß sind die nächsten Höhenmeter immer sehr sonnig und schweißtreibend. Rund um das Bründl gedeiht ein kleiner Hochstaudenflur. Österreichische Wolfsmilich (Euphorbia austriaca) und Trollblumen (Trollius europaeus) blühen gerade. Die Serpentinen im Kalkschutt absolviere ich heute, wohl auch aufgrund des geringeren Gepäcks, recht flott und nach einer letzten Holzstiege, die vom Rundblättrigen Täschelkraut (Noccaea rotundifolia) flankiert wird, gelange ich in den lichten Lärchenwald. Am Wegrand blüht gerade die Zwerg-Alpenrose (Rhodothamnus chamaecistus). Nun geht es fast eben weiter bis zur idyllischen Rinnerhütte, wo ich eine erste Pause einlege.

Wie ich erfahre, ist der Jägersteig zum Rinnerkogel weitgehend aper. Nur in einer Rinne liegt noch etwas Schnee. Von der Terrasse begutachte ich die sonnige Ostflanke und entdecke eine schöne Rampe, die direkt zum Gipfelkamm führt. Diese Route möchte ich mir näher ansehen und so wandere ich wieder einige Meter zurück, wo bei einer markanten Felseinschartung der Jägersteig beginnt. Steinmandl und gelbe Punkte weisen den Weg. Unzählige Alpen-Soldanellen (Soldanella alpina) haben als Erste nach der langen Schneebedeckung ihre Blüten geöffnet. Der Jägersteig ist wirklich sehr gut angelegt und aussichtsreich. Bevor der Jägersteig auf die Nordseite des Rinnerkogels wechselt, verlasse ich den Weg und begebe mich ins Schrofengelände. Der lückige Polsterseggenrasen ist von tausenden Clusius-Primeln (Primula clusiana) und Alpen-Hahnenfuß (Ranunculus alpestris) geschmückt. Von hier hat man eine ungewohnte und sehr schöne Perspektive zum Offensee und zum Rinnerboden. Der Blick über das westliche Plateau des Toten Gebirges ist sowieso einmalig. Der Waldbestand steht ja im krassen Gegensatz zur weitgehend vegetationslosen Karsthochfläche der Prielgruppe. Das Kammreiten hinüber zum Gipfel ist dann wieder einmal Genuss pur. Von den Pflanzenarten fällt der gelb blühende Bastard-Hahnenfuß (Ranunculus hybridus) auf. Clusius-Enzian (Gentiana clusii) und Stängelloses Leimkraut (Silene acaulis) sind ebenfalls häufig anzutreffen.Nach 4h30min erreiche ich dann den Gipfel des Rinnerkogels, mein erster 2000er der Saison (by fair means). Die Aus-​ und Fernsicht ist überwältigend. Jenseits des Dachsteinmassivs ist heute sogar die Glocknergruppe mit dem Großglockner, Wiesbachhorn und Hohem Tenn deutlich zu sehen. 500 Meter tiefer glitzert der Wildensee. Die Luft ist kühl, aber die Sonne wärmt kräftig. Im kurzen Leiberl ist die Gipfelrast sehr bequem. Lampi würde jetzt sagen: "...besser ist's, wenn man dann noch ein Gipfelbier und a gscheide Jausn im Rucki hat!”. Tjo, und das habe ich selbstverständlich auch im Rucki Das ist Lebensqualität!

Der Abstieg zum Wildensee erfolgt über den bezeichneten Weg. Unterwegs begegne ich noch einige Kreuzottern (Vipera berus). Neben der gezeichneten Farbvariante ist auch die rein schwarze Kreuzotter nicht selten. Der Wildensee ist inzwischen eisfrei und das Laichgeschäft der Erdkröten (Bufo bufo) ist am Höhepunkt. Manchmal hängen drei Männchen auf einem Weibchen. Die seichten Uferabschnitte sind von den Laichschnüren schwarz gefärbt. Eine schwimmende Ringelnatter (Natrix natrix) kann ich auch entdecken. Elritzen (Phoxinus phoxinus,)I tummeln sich sowieso in Massen in den geschützten kleinen Buchten. Ich wandere noch zum Südufer, wo ich beim Ausfluss den Blick über den See zum Rinnerkogel genieße. Die große Bergsehnsucht stellt sich ein. Jetzt einfach von Hütte zu Hütte weiter wandern und überhaupt nicht ins Tal absteigen wäre traumhaft. Aber ich muss wieder zurück. Bei der inzwischen einsamen Rinnerhütte stärke ich mich noch mit einem Steirererkasbrot & Eggenberger. Um 1530 ist es so richtig gemütlich. Der Wind rauscht durch die Lärchen und die Vögel zwitschern. Also lege ich noch ein kurzes Nickerchen im Liegesessel ein. Um 1600 steige ich wieder ins Tal ab. Die Karstquelle, die am Vormittag noch trocken war, sprudelt nun ganz ordentlich und auch der Bach beim Bründl führt wieder Wasser. Im schattigen Wald klappt der Abstieg flott und ich erreiche nach 11 Stunden um 1820 wieder den Ausgangspunkt.

Fazit: Es war wieder eine grandiose Bergtour im Toten Gebirge. Weit und wild. Genauso wie ich es mag. Die laichenden Erdkröten im Wildensee sind wirklich sehenswert. Außerdem ist das Rinnerstüberl ein außergewöhnlich schöner Stützpunkt, mit sehr netten Hüttenwirten. Der Jägersteig ist gut zu begehen um mit dem Abstieg über den Normalweg kann eine sehr schöne Runde erwandert werden. Ich muss dort unbedingt viel öfters vorbeischauen.

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5. Juni 2021

Über den Reitsteig auf die Schobersteine

(gepostet im Bereich Berg)

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Die Wege auf und um die Schobersteine am Attersee waren wegen des Felssturzes im Feber lange gesperrt. Nun sind sie wieder sicher begehbar und ich flitze schon früh am Morgen ins schöne Weißenbachtal. Mit dem Reitsteig steht ein für mich neuer, unmarkierter Weg am Programm.

Bei meiner Ankunft um 0645 ist der offizielle Wandererparkplatz schon sehr voll. Beim Einstieg zum Reitsteig, etwas nach dem Steinbruch bei einer kurzen Forststraße, bin ich jedoch alleine. Der Wetterbericht meldet bereits zu Mittag schwere Unwetter. Es ist zwar stark bewölkt und warm, aber nicht schwül. "Wird sich schon ausgehen.”, denke ich mir. Trotzdem hab ich nur Minimalausrüstung im Gepäck um flott vorwärts zu kommen. Der Steig ist sehr schön angelegt und führt nur anfangs durch den schattigen Wald. Auffällig sind hier kugelförmige Wucherungen an Blättern des Berg-Ahorns (Acer pseudoplatanus). Es handelt sich hierbei um Gallen der Ahorngallwespe (Pediaspis aceris). Botanisch kann ich heute aus dem Vollen schöpfen, denn hier gedeiht ein wunderschön ausgeprägter Buchenwald auf Kalk. Auf wenig tiefgründigem Wettersteindolomit werden die Buchen durch einen lichten Rotföhrenbestand ersetzt. Auf der sonnigen Südseite gedeihen viele wärmebedürftige Pflanzen. Eine Besonderheit dieses Gebiets ist ein Vorkommen des Blut-Storchschnabels (Geranium sanguineum) mit seinen markant rot-​violett leuchtenden Kronblättern. Ein bemerkenswerter Massenbestand an Maiglöckchen (Convallaria majalis) begleitet mich viele Höhenmeter aufwärts. Dazwischen finden sich immer auch Gruppen mit Echtem Salomonssiegel (Polygonatum odoratum). Auch die Scheiden-Kronwicke (Coronilla vaginalis), die bei einem flüchtigen Blick rasch mit dem Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) verwechselt werden kann, blüht hier. Auf extrem flachgründigen Böden fällt der Wald komplett aus und das Rohr-Pfeifengras (Molinia arundinacea) dominiert. Diese Grasart sorgt auch für die Strohauflage am Wanderweg. Die eigentliche Attraktion heute ist aber die Vollblüte des Langblättrigen Waldvögleins (Cephalanthera longifolia). Diese weiß blühende Orchidee ist hier sehr häufig. Mit der Zweiblättrigen Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) kann ich eine zweite Orchidee häufig antreffen. Diese Art wird auf den sonnigen Hängen aber erst in einer Woche voll aufblühen.

Viel zu rasch verlasse ich den schönen Föhrenwald und ich erreiche einen dunklen Fichtenwald, kurz bevor der Reitsteig in den markierten Weg mündet. Nach wenigen Kehren bin ich auch schon am Sattel zwischen Kleinen und Großen Schoberstein. Obligat kraxle ich über die Südflanke (II) direkt zum Gipfel. Eine kurze Verschneidung erhöht den Spaßfaktor. In wenigen Minuten erreiche ich das einsame Gipfelkreuz. Der Kleine Schoberstein ist wohl die beste Aussichtskanzel um den Attersee vom Südende bis nach Norden komplett zu überblicken. Am Gipfel blühen dann alpine Schönheiten wie Silberwurz (Dryas octopetala), Alpen-Lein (Linum alpinum) und Clusius-Enzian (Gentiana clusii). Leider beginnt es tröpfeln und ich lege den Regenschutz ab. Rasch steige ich über den Normalweg zurück in die Scharte ab. Kaum angelangt, hört es auch schon wieder auf zu tröpfeln und ich beschließe über den Grat noch zum Großen Schoberstein aufzusteigen. Eine gute Entscheidung, denn das Wetter wird immer besser und Kraxlerei am Grat macht Spaß. Am Gipfel verweile ich nur kurz und ich steige wieder zur Scharte ab. Die Regenwolken haben sich nun komplett aufgelöst und steige ich nochmal auf den Kleinen Schoberstein auf, um noch ein paar Fotos zu knipsen.

Um 1000 steige ich wieder über den Reitsteig ab und erreiche um 1040 den Ausgangspunkt. Entgegen der Prognosen hat sich ein schöner Sommertag entwickelt und ich besuche noch den sehr natürlichen Äußeren Weißenbach mit seinen markanten Schotterbänken. Der Unterlauf dieses Gewässers ist im Europaschutzgebiet Mond-​ und Attersee integriert, da Perlfische (Rutilus meidingeri) und Seelaube (Alburnus chalcoides) im Mai bis Juni dort zu ihren Laichplätzen wandern. Der Ausklang dieser feinen Vormittagstour findet am öffentlichen Badeplatz in Weyregg statt.

Fazit: Der Reitsteig ist ein sehr zu empfehlender Anstieg zu den Schobersteinen. Die Vegetation im Föhrenwald ist einmalig. Erst Zuhause habe ich auf openstreetmap einen Weg vom Ausgangspunkt zum Nixenfall entdeckt. Nach einer Bachquerung ist dieser in wenigen Minuten erreichbar. Beim nächsten Mal dann

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3. Juni 2021

Durch die Vogelgesangklamm zur Bosruckhütte

(gepostet im Bereich Berg)

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Eine Wanderung durch die Vogelgesangklamm ist ein klassischer Familienausflug in Oberösterreich. Auch wenn die Klamm immer sehr gut besucht ist, muss man diesen schönen Ort einmal gesehen haben. Außerdem sind Julia und Erik große Wasserfall-​Fans. Obwohl wir erst um 1000 starten, ist die Parkplatzsuche kein Problem. Außerdem gibt es eine kostenlosen Shuttleservice der alle 10 Minuten verkehrt. Sogar am letzten, neu vergrößerten, Parkplatz ist noch die Hälfte frei.

Frühsommerliches Wetter hat sich eingestellt und so sind die Temperaturen im schattigen Tal sehr angenehm. Erik entdeckt mit seinen Adleraugen am Klammbach schon bald eine erste Wasseramsel (Cinclus cinclus). Der weitere Weg über die Holzbrücken durch die Klamm ist dann wirklich beeindruckend. Auch ich bin fasziniert. Mein letzter Besuch der Klamm war 1985 Durch das COVID19 bedingte Einbahnsystem ist nur der Aufstieg erlaubt. Trotzdem staut es mal kurz, aber die Gelegenheit kann ja zum Fotografieren genutzt werden. Die vielen Kaskaden, Kolke und Gumpen sind einmalig. Erik und Julia wandern tüchtig und fast viel zu schnell sind wir auch schon wieder beim Ausstieg. Der letzte große Wasserfall ist auch sehr sehenswert. Am Weg zur Bosruckhütte merken wir erst, wie warm es an diesem Tag bereits ist. Glücklicherweise ergattern wir noch ein Schattenplatzerl im schönen Gastgarten mit Bachanschluss, der den Kids gut gefällt. Der Blick zum Bosruck ist sowieso immer fein. Die Hüttenwirte sind ausgezeichnet organisiert und die Selbstbedienung klappt bestens. Während ich unsere Getränke zum Tisch trage, wird auch schon das Essen für die Kinder serviert. Der wirklich gute Schweinsbraten folgt eine Minute später Den Abstieg in der brütenden Mittagshitze erspare ich mir heute, denn eine Familie aus Spital bietet mir freundlicherweise eine Mitfahrgelegenheit ins Tal an.

Fazit: Trotz großem Andrang, ein empfehlenswerter und sehr schöner Ausflug. Gerne auch in Kombination mit der Drei-​Hütten-​Tour. Aber erst wenn es nicht mehr so heiß ist. Es wird Zeit in die nächsthöhere Etage vorzudringen

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23. Mai 2021

Erichhütte

(gepostet im Bereich Berg)

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Der böige, kalte Wind reißt am Nachmittag plötzlich Lücken in die sonst geschlossene Wolkendecke. Diese Gelegenheit lassen sich Bergfexings nicht entgehen und um 1400 machen wir noch eine kurze Wanderung hinauf zu Erichhütte. Die Sonne tut allen gut, auch wenn durch den Wind die Finger rasch kalt werden. Die Handschuhe sind leider zuhause in Allhaming. Erik ist vom Glimmerschiefer begeistert und das Gewicht der Gesteinsproben im Rucksack nimmt rapide zu Julia wandert auch sehr tüchtig und nach 40 Minuten sind wir bei der Hütte, die bei Schönwetter tagsüber geöffnet hat. Die Fernblicke mit der Wolkenstimmung sind wunderschön. Der Gipfelkamm des Hochkönigmassivs ist jedoch in Wolken gehüllt. Nachdem wir uns mit köstlichen Palatschinken gestärkt haben, steigen wir wieder ab und freuen uns auf das beheizte Pool in der Übergossenen Alm.

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