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1. Oktober 2022
(gepostet im Bereich Berg)
24. September 2022
(gepostet im Bereich Berg)
 
 
 
 
 
| Früh am Morgen spaziere ich noch zum Seeufer. Es ist kalt und der Nebel lichtet sich gerade. Ich mache noch ein paar Fotos vom Backen- und Reichenstein, bevor ich in die warme Jufa retour marschiere, wo es ein gutes Frühstück gibt. Wir flitzen nach Altaussee zum Salzberg, wo wir die Führung um 1000 nehmen. Nachdem wir unsere Schutzkleidung, mit verstärktem Hosenboden für die Rutschen, angelegt haben, führt uns die Besucherstrecke über den Steinbergstollen rund 700 Meter in den Sandling hinein. Die ersten 350 Stollenmeter verlaufen in taubem Gestein, das kein Salz führt. Mit erreichen der Salzgrenze, beginnt dann das salzführende Haselgebirge, mit sehr schönem, plastisch verformten Rotsalz. Die Kinder müssen natürlich gleich mal drüberschlecken ;) Generell ist die Führung ausgezeichnet organisiert und sehr interessant. Besonders beeindruckt bin ich von der schönen Barbarakapelle und der Ausstellung zum Bergungsort Salzbergwerk Altaussee, wo die Nazis am Ende des Zweiten Weltkriegs wertvolle Kulturgüter eingelagert haben. Von Michelangelos Brügger Madonna bis zum Tassilokelch war hier alles vorhanden. Bei den zwei Bergmannsrutschen, kommen dann auch die Kids auf ihre Kosten. Den krönenden Abschluss bildet dann die Licht- und Musikshow auf der Bühne im Salzsee. Die ganze Tour ist sehr empfehlenswert. Eine eigene Fotosafari würde sich anbieten.
Bei der nahen Blaa-Alm gibt es ein sehr gutes Mittagessen. Doch sind die Wespen so lästig, dass Sarah und die Kids in der Gaststube essen. Darum beschließen wir, unsere Nachspeise bei der Seewiese am Altausseer See zu genießen. Das Essen ist wie immer ausgezeichnet und das Service flott & freundlich. Die Aussicht über den See zum Dachstein ist auch ganz grausig :) Am Nordufer wandern wir dann wieder zurück. Am Ufer ist inzwischen auch der Wurzelstock der 1.400 Jahre alten Tanne ausgestellt, die im Sommer aus dem See geborgen wurde. Im Altausseer See gibt es ja einen Unterwasserwald, wobei noch nicht geklärt ist, ob die Bäume an Ort und Stelle gewachsen sind oder mitsamt dem Boden abgerutscht sind. Das wird noch spannend. Als wir am Seeklausanger ankommen, beginnt es dann zu regnen. Perfektes Timing.
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23. September 2022
(gepostet im Bereich Berg)
 
 
 
 
 
 
 
| Wir verbringen zwei Tage im wunderschönen Ausseerland und schlagen unser Quartier im Jufa am Grundlsee auf. Schon bei unserer Anreise sehen wir, dass der Wintereinbruch im Gebirge massiv war. Am Loser wurden sogar Schneefräsen gestartet.
In Gößl angekommen bietet sich eine kleine, aber sehr feine Bootstour über den Toplitzsee zum Kammersee an. Wir starten unseren Ausflug am Badeplatz. Es ist bereits 1500 Uhr und die Tagestouristen sind schon alle weg. Bei herrlich tief stehender Sonne wandern wir entlang des Toplitzbachs zum Toplitzsee. Der Bach wurde 2004 von den Bundesforsten vorbildlich renaturiert. Von den ursprünglich zu Triftzwecken angelegten Uferverbauungen ist nichts mehr zu sehen und der Bach hat nun keine Hindernisse mehr für den Laichzug der Seelaube (Alburnus chalcoides). Den kleinen Zwergerlwald entlang des Weges finden die Kids natürlich super. Und ein paar Geocaches gibt es auch. Bei unserer Ankunft am Toplitzsee haben wir Glück und können mit der gerade ablegenden Plätte noch mitfahren. Ein hübscher Trauermantel (Nymphalis antiopa) lässt sich auf Sarah's Ärmel nieder und fährt ein Stückchen mit :) Auffällig sind die vielen Aiteln (Squalius cephalus) im See. Unser Fuhrmann Sebastian erklärt uns einiges zum See und seiner Geschichte. Interessanterweise steht sehr viel im kompletten Widerspruch zu meinen Recherchen, da ich ja gerade den Wikipedia-Artikel zum Toplitzsee schreibe. Der Prinzensteig dürfte laut Sebastian in einem sehr schlechten Zustand sein und es wird versucht, die Tour von bergfex.at zu entfernen. Er formuliert es so: "Wenn unterm Steig totes Gämsen liegen, braucht der Mensch dort oben einen Strick." Und tatsächlich liegt eine tote Gams am Nordufer.
Dank der Schneeschmelze am späten Nachmittag ist der Wasserfall beim Hinternbach in Hochbetrieb. Aber auch am Ostufer sprudelt es aus den vielen Karstquellen. Besonders beeindruckt bin ich heute vom gefluteten Triftkanal. Im Sommer und Herbst ist dieser meist komplett trocken. Dank Octo-Stativ kann ich ein paar schöne Langzeitbelichtungen machen. Unglaublich, welcher Aufwand vor 500 Jahren betrieben wurde, um Holz für die Sudpfannen der Salinen zu beschaffen. Von 1547 bis 1549 wurde ein künstlicher Triftkanal in den Felsriegel des Rotecks geschlagen. Der gesamte Kanal ist etwa 140 Meter lang. Das aus dem Felsrücken geschlagene prägnante Teilstück hat eine Länge von 97 Metern, eine Breite von zwei Metern und die Kanalsohle liegt im Durchschnitt sechs Meter, an einigen Stellen sogar bis zu neun Meter tief. Um 1730 mangelte es dem Kammersee allerdings an Wasser und die Trift wurde eingestellt, da sich das Wasser einen neuen, unterirdischen Abfluss zum Toplitzsee suchte. Am idyllischen, ja fast schon kitschigen Kammersee legen wir eine Jausenpause ein.
Bei der Rückfahrt können wir am Südwestufer noch Kormorane beobachten. Die Vögel bedienen sich gerne an den Fischen der Fischzuchtanlagen am Grundlsee, die daher mit Netzen und Zäunen gesichert werden. Sobald jedoch ein Fischotter einen Tunnel unter den Zaun gräbt, nutzen auch die Kormorane diesen Zugang. Ganz schön schlau :) Bei der Fischerhütte sitzen wir noch lange in der Sonne und lassen uns die köstlichen Spezereien schmecken. Das Essen muss ausdrücklich gelobt werden. Besonders begeistert bin ich von der großen Auswahl an Gösser-Bieren. Ich mag das Ausseerland wirklich.
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17. August 2022
(gepostet im Bereich Berg)
 
 
 
 
 
 
| And now for something completely different. Heute steht eine kombinierte SUP-Wander-Höhlentour am Programm. Die Rötelseehöhle (Katasternummer 1618/1) am Ostufer des Traunsees interessiert mich schon lange. So starte ich früh am Morgen in Traunkirchen. Ich pumpe das SUP Board auf und verstaue das gesamte Gepäck im SUP-Rucksack. Der ist sehr sperrig und hat natürlich im Gepäcknetz keinen Platz. Also paddle ich im Sitzen hinüber. Der See liegt ruhig vor mir und es sind noch kaum Boote am Wasser. Mit dem Doppelpaddel komme ich schnell vorwärts und erreiche nach 25 Minuten Karbach. Seit der Mure von 2013 sieht es hier komplett anders aus. Die Ufer sind stark verbaut und von der früheren Naturidylle ist nichts mehr übrig. Die vielen Wilden Karden (Dipsacus fullonum) gefallen mir jedoch sehr gut. Auch sind viele Schmetterlinge unterwegs.
Ich tausche die Badesachen gegen meine Wanderausrüstung und gehe zum Einstieg des Daxnersteigs, der durch das Schild "Bergmarathon" nicht zu verfehlen ist. Nach der baufälligen Bootshütte der Bundesforste beginnt ein schöner, schmaler Steig oberhalb der Uferlinie und verläuft teilweise doch etwas ausgesetzt. Schnell erreiche ich den Schwemmkegel des Rötelseebachs und die Zeckeninsel. Ein Blick in die openstreetmap zeigt, dass ich jedoch noch etwas zurückwandern muss. Der Zustieg zur Höhle beginnt am höchsten Punkt. Der Steig ist sehr schmal, erdig und steil. Glücklicherweise ist er staubtrocken, bei Nässe ist es hier wohl lebensgefährlich. Die Aussicht ist jedoch phänomenal und bietet ungewohnte Perspektiven auf Ebensee und die Sonnsteine. Der Zustieg ist noch im Schatten und für die 200 Höhenmeter benötige ich 30 Minuten.
Die Rötelseehöhle macht ihrem Namen alle Ehre. Der hiesige Hierlatzkalk ist wirklich sehr rot. Beim großen Portal schlüpfe ich in die Fleecejacke. Haube und Stirnlampe werden adjustiert. Auf einer sanft geneigten Geröllhalde steige ich zum See ab, der spiegelglatt vor mir liegt. An der rechten Wand sind noch einige Eisenträger verankert. Diese sind Überreste eines Stegs, der von der früheren touristischen Nutzung zeugt. Sogar Sprengungen wurden hier durchgeführt, um weiter in die Höhle vorzudringen. Lange wurde vermutet, dass sich hinter dem ersten See viel größere Höhlenteile befinden. Die Enttäuschung muss groß gewesen sein, als man nur einen weiteren See fand, der mit einem Siphon die lufterfüllten Höhlenteile beendet. Über eine Stunde bin ich in der Höhle und mache viele Langzeigtbelichtungen. Leider habe ich meinen externen Blitz vergessen und die Leistung der Stirnlampe ist etwas zu gering.
Wieder an der Oberfläche angekommen, bemerke ich erst, wie warm es an diesem herrlichen Sommertag ist. Bei der Jausenstation in Karbach gönne ich mir noch ein kühles Bier, bevor ich wieder nach Traunkirchen übersetze. Der Wind weht nun von Gmunden nach Ebensee und ich muss deutlich mehr Kraft aufwenden und gegensteuern, um das Westufer zu erreichen. Da ist dann ein erfrischendes Bad im Traunsee gerade recht.
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