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4. Juli 2020

Über das Salzsteigjoch zur Tauplitzalm

(gepostet im Bereich Berg)

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SteigtalAlmkogelTotesGebirge.jpgzoomPicture

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Wie letztes Jahr bei der Gamsspitz-​Überschreitung beschlossen, unternehme ich diesmal einen Besuch des Großen Tragls über den Löckenkogel. Da der Wetterbericht mit 0% Wahrscheinlichkeit für Niederschlag und Gewitter prognostiziert, verlängere ich die Tour und steige heute über das Salzsteigjoch zur Tauplitzalm auf. Rund um die Leistalm gibt es ja noch viel Neuland für mich.

Ich starte um 1415 bei der Baumschlagerreith (Parken 7 EUR) bei bestem Wanderwetter. Ein Mix aus Wolken und Sonne begleitet mich. Dazu Temperaturen um 20°C. Herrlich. Der Wald ist von einem lauten Summen erfüllt, als würde ein riesiger Insektenschwarm herumfliegen. Ich kann aber weit und breit nix entdecken. Beim Poppensand, wo sich der Dolomitschutt schon gefestigt hat und von der Schneeheide (Erica carnea) überwachsen ist, blüht gerade das Rundblättrige Wintergrün (Pyrola rotundifolia). Die Blüten duften wunderbar. Nach der Poppenalm wird der Weg endlich steiler und ich gewinne rasch an Höhe. Auch das Summen hört auf. Immer wenn auf das Plateau des Toten Gebirges wandere, packt mich diese große Neugier, wie es heute wohl wieder oben ausschaut. Also schlage ich ein höheres Tempo an und erreiche schon nach 2h das Salzsteigjoch. Der Blick ins Stodertal ist immer wieder fein und ich lege eine kurze Pause ein. In den saftig grünen Rasen blühen unter anderem viele Clusius-Primeln (Primula clusiana) und Frühlings-Enzian (Gentiana verna). Aber interessanter ist ein weißblühender Kreuzblütler der hier häufig wächst. Es handelt sich hierbei um das Ostalpen-Täschelkraut (Noccaea crantzii), ein Endemit der nordöstlichen Kalkalpen, der nur in Ober-​, Niederösterreich und der Steiermark wächst. Da freut sich das Botanikerherz. Weiter geht's am Weg 216 in Richtung Leistalm, die mit 45 Minuten angegeben ist. Das Steigtal ist wirklich sehr idyllisch. Saftige Almweiden umgeben von Lärchenwald. Ein starker Kontrast zum verkarsteten Dachsteinkalk und zerklüfteten Wettersteindolomit hinter mir. Hier wandert man ja direkt entlang einer geologischen Störung. Die Salzsteiglinie trennt hier die Totengebirgsdecke von der Warscheneckdecke und entlang dieser Linie liegen die Seen wie an einer Schnur von West nach Ost aufgefädelt. Mit der Geologie verändern sich die Bodenverhältnisse und somit auch die Vegetation. Kurz bevor der Weg wieder ansteigt, wächst in einer nassen Mulde Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri), das gerade fruchtet. Aber auch die Weidenutzen hinterlässt in der Vegetation ihre Spuren. Immer häufiger wird nun der sehr giftige Weiße Germer (Veratrum album), der vom Vieh nicht gefressen wird und als Weideunkraut stehen bleibt. Obwohl ich viel fotografiere erreiche ich nach 20 Minuten schon die Leistalm und mache es mir bei der sehr urigen Wia Dahoam Hittn bequem. Nun um 1700 bin ich der einzige Gast. Die Stimmung am späten Nachmittag ist genial. Es ist sonnig und warm, aber vor allem: ruhig! Dachsteinblick gibts auch noch dazu. Da schmeckt das Bier besonders gut. Im Grubstein sehe ich ein riesiges Höhlenportal. Das muss die Grubstein-​Eishöhle (1625/16) sein, sofern sie in der AV Karte lagerichtig eingezeichnet ist. Ich erkundige mich, ob ein Weg durch den Latschendickicht zur Höhle oder auch direkt zur Sigistalhöhe führt, kann aber leider nichts in Erfahrung bringen.

Da das Linzer-​Tauplitzhaus mit 2h angegeben ist, verweile ich nicht lange und breche etwas widerwillig auf. Zu gemütlich wäre es hier. Der Schwarzensee glitzert bereits schön in der tiefer stehenden Sonne. Am Nordufer befindet sich eine markante Höhle mit einer Naturbrücke. Ein Bursche schleppt da irgendwas hinein. Vermutlich trockene Latschen für ein Feuer. Schaut sicher toll aus, wenn man das Feuer selbst nicht sieht und nur das obere Höhlenportal erleuchtet ist. Für den weiteren Weg, beschließe ich nicht zum Steirersee abzusteigen, obwohl die zwei Inseln im türkisen Wasser sicher ein tolles Fotomotiv abgeben. Also bleibe ich auf der Nordseite um wenige Höhenmeter zu verlieren. Ich will ja nicht das Abendessen verpassen. Bei den Steirerseehütten ist es auch schon ruhig und die Sonnenschirme werden eingeklappt. Hier würde es auch kaltes Zipfer geben. Aber ich marschiere weiter und erreiche das Linzer Tauplitzhaus um 1845. Auf der Terrasse ist es sehr gemütlich, aber leider, leider gibt's nur Stiegl. Da hätte ich mir unterwegs doch etwas mehr Zeit lassen sollen Nach einem sehr gutem Abendessen, sitze ich noch lange draußen und bestaune den Grimming im Abendlicht, bis mich der stärker werdende kalte Wind reintreibt. Auch im Haus ist wenig los und so kann ich noch etwas mit den neuen Pächtern Birgit und Uwe quatschen. Die beiden hatten einen sehr holprigen Saisonstart. Da das Haus im Winter nicht geheizt wurde, sind viele Wasserleitungen und Durchlauferhitzer geplatzt. Birgit nimmt es mit Humor und meint: "Dafür kannst mit den Bergschuhen ins Lager. Ist eh überall Baustelle”. Das einsame Lager beziehe ich dann schon gegen 2200, denn morgen gilt es eine etwas längere Runde zu absolvieren.


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