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5. Juli 2020

Großes Tragl / Großer Brieglersberg / Gamsspitz

(gepostet im Bereich Berg)

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Als ich um 0645 losgehe, schlafen noch alle im Linzer Tauplitzhaus. Auch die Hüttenwirte Das Frühstück, bestehend aus einem Müsliriegel, wird einfach unterwegs verputzt. Es ist wieder herrlich sonnig, doch der Wind hat noch etwas zugelegt. Einsam ist es um diese Tageszeit im Osten der Tauplitzalm. Weit und breit sehe ich niemanden. Rasch bin ich wieder bei den Steirerseehütten und nehme nun den Weg hinauf zum Großen Tragl. Die Bärwurz (Meum athamanticum), ein aromatisch duftender, weißblühender Doldenblütler mit haarfein zerschlitzten Blättern, blüht häufig am Wegesrand. Auch massig an Trollblumen (Trollius europaeus) sind zu bewundern. Zusammen mit den Tiefblicken zum Steierersee und dem Mitterndorfer Becken, mit dem Grimming im Hintergrund, eine wunderschöne Szenerie. Ich steige rasch höher und lassen bald die letzten Lärchen hinter mir. Vor mir liegt der markante Felsriegel des Sturzhahns, dessen Spitze aus massigem Dachstein-​​Riffkalk besteht. Nach Osten ist deutlich der Übergang in gebankten Dachsteinkalk des Löckenkogels bzw. Der Tragln zu sehen. Und genau diese Kalkbänke möchte ich heute als Aufstieg nutzen.

Etwa 1h ab Tauplitzhaus erreiche ich die Südostflanke des Löckenkogels, kurz bevor der Weg zwischen zwei markante Dolinen verläuft. Steinmänner zeigen mir die Richtung an. Auf den Schichtflächen finden sich viele fossile Megalodonten. Die Flanke ist ein geniales natürliches Amphitheater, wobei die von Wasserrillen zerfressenen Kalkbänke die Ränge bilden. Das Gebiet hat den treffenden Namen Himmelreich. Etwa mittig verläuft hier die Kletterroute. Laut Rabeder ist der linke Rand für den Aufstieg zu wählen. Das klappt anfangs auch recht gut, nur bei der grasigen Terrasse find ich keine Stelle mit Schwierigkeit II. Aber auf der anderen Seite zieht eine Rinne herab. Bei der Querung wird die Terrasse oberhalb des Kessels ungemütlich schmal und die Griffe sind weit unten. Also wird jeder Griff besonders genau geprüft und das kurze Stück ist schnell überwunden. Besser wäre es jedoch gleich von ganz unten den rechten Rand zu nehmen. Über die Rinne gelange ich dann auf ein deutlich breiteres Band. Hier befinden sich einige alte geschlagenen Haken und ein uraltes, zerschlissenes Seil. Das Band bringt mich wieder auf die linke Seite der Flanke und die restlichen Meter in den weiten Sattel zwischen Löckenkogel und Kleinem Tragl sind bequemes Gehgelände. Hier oben weht der Wind nun deutlich stärker. Haube und Fleece müssen ausgepackt werden.

Ein außergewöhnlich schöner alpiner Rasen zieht sich zu den Tragln hinauf. Die alpine Sippe des Echten Wundklees (Anthyllis vulneraria) dominiert aktuell den Aspekt. Dazu gesellen sich Alpen-Glockenblume (Campanula alpina), Kopfiges Läusekraut (Pedicularis rostrato-capitata), Silberwurz (Dryas octopetala) und Alpen-Nelke (Dianthus alpina). Auffällig auch viele Zwerg-Alpenscharten (Saussurea pygmaea), die aber erst in ein, zwei Wochen voll aufblühen werden. Aber die Hauptattraktion ist sicherlich die Blüte der Kohlröschen (Nigritella). So einen großen Bestand dieser kleinen, alpinen Orchidee habe ich überhaupt noch nie gesehen. Viele blühen erst auf, aber manche haben schon einen längeren, walzigen Blütenstand. Das könnte das Zweifarbige Kohlröschen (Nigritella bicolor) sein. Auch rosa Arten gibt es, was ich als Widders Köhlröschen (Nigritella widderi) in Erinnerung habe. Aber hier brauche ich die Hilfe von Experten, daher werden viele, viele Fotos gemacht. 50 Kohlröschen später wandere ich hinauf zum Gipfel des Kleinen Tragls. Der Wind hat nochmal an Stärke zugenommen und ich packe auch die Regenjacke aus. Doch der trockene, kalte Wind sorgt auch für eine atemberaubende Fernsicht. So mache ich es mir im Windschatten des Gipfel-​Steinmannes bequem und lege eine Jausenpause ein. Hier ergeben sich interessante Einblicke in die Nordabstürze von Lawinenstein und Traweng ins Öderntal. Am Großen Tragl treffe ich dann um 0930 ein und hier eröffnet sich dann der Ausblick auf das weite Plateau der Prielgruppe. Die Fernsicht reicht weit über das Tote Gebirge hinaus bis zum Schafberg und Traunstein. Die Gipfel von Hochweiß,Plankamira und Weiße Wand sind im Sommer nur mühsam zu erreichen. Das gleiche gilt für den Feuertalberg.

Mein weiterer Weg führt über den Traglhals zur Jagdhütte am Bartlrücken. Hier kann ich an der sonnigen Hüttenwand nun länger gemütlich rasten. Der Große Brieglersberg ist nun nicht mehr weit und einige Altschneefelder erleichtern ein rasches Vorankommen. Ich quere jedoch nur die Schneefelder, wo die Kalkschichtflächen eher waagrecht ein-​ und wieder auftauchen. Es gibt hier viele gefährliche Dolinen und so manche Randkluft scheint bodenlos zu sein. Sicherheitshalber bleibe ich meist auf festem Fels und ich genieße die karge Schönheit der östlichen Prielgruppe. Immer wieder finden sich sogenannte Rote Scherben in grauen Dachsteinkalk. Diese rot-​ockergelb gestreiften Ausfüllungen von Paläo-​Karsthohlräumen, stammen von verfrachteten Lateritböden, wie sie heute noch in tropischen Karstgebieten entstehen. Über den Westrücken erreiche ich den Großen Brieglersberg in etwa 40 Minuten. Ungewohnt der Blick zum Großen Kraxenberg mit seinem markanten Felsenfenster. Vertrauter hingegen der Fernblick zum Almkogel und Hochmölbing.

Am Gipfel verweile ich jedoch nur kurz, erspähe ich doch schon wieder einen schönen, südseitigen alpinen Rasen. Auch hier blühen wieder unzählige Kohlröschen und ich genehmige mir eine kurze Pause um weitere Pläne zu schmieden. Ein Abstieg durch das Sigistal erscheint mir heute zu mühsam. Es ist inzwischen sehr warm und ich muss meine Wasservorräte wieder auffüllen. Daher werde ich auf eine Besteigung des Kleinen Brieglersberg verzichten und den Gamsspitz überschreiten um zum Salzsteigjoch zu gelangen. Rasch bin ich beim Portal der Brieglersberghöhle, von wo mich Steinmänner zielsicher zur Sigistalhöhe lotsen. Es ist nun 1230 und Hunger & Durst machen sich bemerkbar. Von hier könnte man sicherlich auch direkt zur Leistalm absteigen, aber ich entscheide mich für die sichere Variante über den Gamsspitz, die ich vom letzten Herbst schon kenne. Zum Ostgipfel sind ja kaum 100 Höhenmeter zu überwinden und das Wandern zwischen Latscheninseln und blühenden Wiesen macht Spaß. Ich entdecke noch mehr Kohlröschen und als Novum einen kleinen Bestand des Alpen-Süßklees (Hedysarum hedysaroides). Beim Tieflblick zur Interhüttenalm (eigentlich In Der Hütten Alm) fällt mir ein, dass ich den Wegabschnitt zwischen Grimmingböden und Leistalm auch noch nicht kenne. Wird gleich auch die TODO-​Liste gesetzt. Der 300 Höhenmeter Abstieg zum Salzsteigjoch erfolgt über steile Rasenflanken und klappt erstaunlich gut, trotzdem bin ich froh um 1340 wieder am markierten Weg zu sein. Hier treffe ich zum ersten Mal wieder auf andere Wanderer.

Es wäre eigentlich noch genug Zeit um einen Abstecher zur Leistalm zu machen, aber dort ist Sonntag mittags sicherlich die Hölle los. Also tanke ich bei der Quelle noch mal den Camelbag auf und beginne mit dem rund zweistündigen Abstieg. Kurz nach der Poppenalm beschließe ich auf der Forststraße zu bleiben und das Summen im Wald beginnt wieder. Das Rätsel wird heute jedoch schnell aufgelöst. Überall stehen Nistkisten für Bienen. Es handelt sich hier um eine Belegestelle zur Reinzucht der heimischen Kärtner Biene (Carnica). Um 1545 erreiche ich endlich die Baumschlagerreith. Ein eiskaltes Gösser habe mir jetzt wirklich verdient.

Fazit: Eine grandiose Tour im Toten Gebirge, die landschaftlich wirklich alle Facetten bietet. Und mit der Kraxelneinlage beim Löckenkogel, ist es auch technisch abwechslungsreich. Aber vor allem: Neue Wege sind immer kurzweilig. Und die Hauptblüte der alpinen Flora habe ich auch optimal erwischt. Das nächste Mal muss ich mir viel mehr Zeit lassen: Mehr rasten, fotografieren und staunen.

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4. Juli 2020

Über das Salzsteigjoch zur Tauplitzalm

(gepostet im Bereich Berg)

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Wie letztes Jahr bei der Gamsspitz-​Überschreitung beschlossen, unternehme ich diesmal einen Besuch des Großen Tragls über den Löckenkogel. Da der Wetterbericht mit 0% Wahrscheinlichkeit für Niederschlag und Gewitter prognostiziert, verlängere ich die Tour und steige heute über das Salzsteigjoch zur Tauplitzalm auf. Rund um die Leistalm gibt es ja noch viel Neuland für mich.

Ich starte um 1415 bei der Baumschlagerreith (Parken 7 EUR) bei bestem Wanderwetter. Ein Mix aus Wolken und Sonne begleitet mich. Dazu Temperaturen um 20°C. Herrlich. Der Wald ist von einem lauten Summen erfüllt, als würde ein riesiger Insektenschwarm herumfliegen. Ich kann aber weit und breit nix entdecken. Beim Poppensand, wo sich der Dolomitschutt schon gefestigt hat und von der Schneeheide (Erica carnea) überwachsen ist, blüht gerade das Rundblättrige Wintergrün (Pyrola rotundifolia). Die Blüten duften wunderbar. Nach der Poppenalm wird der Weg endlich steiler und ich gewinne rasch an Höhe. Auch das Summen hört auf. Immer wenn auf das Plateau des Toten Gebirges wandere, packt mich diese große Neugier, wie es heute wohl wieder oben ausschaut. Also schlage ich ein höheres Tempo an und erreiche schon nach 2h das Salzsteigjoch. Der Blick ins Stodertal ist immer wieder fein und ich lege eine kurze Pause ein. In den saftig grünen Rasen blühen unter anderem viele Clusius-Primeln (Primula clusiana) und Frühlings-Enzian (Gentiana verna). Aber interessanter ist ein weißblühender Kreuzblütler der hier häufig wächst. Es handelt sich hierbei um das Ostalpen-Täschelkraut (Noccaea crantzii), ein Endemit der nordöstlichen Kalkalpen, der nur in Ober-​, Niederösterreich und der Steiermark wächst. Da freut sich das Botanikerherz. Weiter geht's am Weg 216 in Richtung Leistalm, die mit 45 Minuten angegeben ist. Das Steigtal ist wirklich sehr idyllisch. Saftige Almweiden umgeben von Lärchenwald. Ein starker Kontrast zum verkarsteten Dachsteinkalk und zerklüfteten Wettersteindolomit hinter mir. Hier wandert man ja direkt entlang einer geologischen Störung. Die Salzsteiglinie trennt hier die Totengebirgsdecke von der Warscheneckdecke und entlang dieser Linie liegen die Seen wie an einer Schnur von West nach Ost aufgefädelt. Mit der Geologie verändern sich die Bodenverhältnisse und somit auch die Vegetation. Kurz bevor der Weg wieder ansteigt, wächst in einer nassen Mulde Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri), das gerade fruchtet. Aber auch die Weidenutzen hinterlässt in der Vegetation ihre Spuren. Immer häufiger wird nun der sehr giftige Weiße Germer (Veratrum album), der vom Vieh nicht gefressen wird und als Weideunkraut stehen bleibt. Obwohl ich viel fotografiere erreiche ich nach 20 Minuten schon die Leistalm und mache es mir bei der sehr urigen Wia Dahoam Hittn bequem. Nun um 1700 bin ich der einzige Gast. Die Stimmung am späten Nachmittag ist genial. Es ist sonnig und warm, aber vor allem: ruhig! Dachsteinblick gibts auch noch dazu. Da schmeckt das Bier besonders gut. Im Grubstein sehe ich ein riesiges Höhlenportal. Das muss die Grubstein-​Eishöhle (1625/16) sein, sofern sie in der AV Karte lagerichtig eingezeichnet ist. Ich erkundige mich, ob ein Weg durch den Latschendickicht zur Höhle oder auch direkt zur Sigistalhöhe führt, kann aber leider nichts in Erfahrung bringen.

Da das Linzer-​Tauplitzhaus mit 2h angegeben ist, verweile ich nicht lange und breche etwas widerwillig auf. Zu gemütlich wäre es hier. Der Schwarzensee glitzert bereits schön in der tiefer stehenden Sonne. Am Nordufer befindet sich eine markante Höhle mit einer Naturbrücke. Ein Bursche schleppt da irgendwas hinein. Vermutlich trockene Latschen für ein Feuer. Schaut sicher toll aus, wenn man das Feuer selbst nicht sieht und nur das obere Höhlenportal erleuchtet ist. Für den weiteren Weg, beschließe ich nicht zum Steirersee abzusteigen, obwohl die zwei Inseln im türkisen Wasser sicher ein tolles Fotomotiv abgeben. Also bleibe ich auf der Nordseite um wenige Höhenmeter zu verlieren. Ich will ja nicht das Abendessen verpassen. Bei den Steirerseehütten ist es auch schon ruhig und die Sonnenschirme werden eingeklappt. Hier würde es auch kaltes Zipfer geben. Aber ich marschiere weiter und erreiche das Linzer Tauplitzhaus um 1845. Auf der Terrasse ist es sehr gemütlich, aber leider, leider gibt's nur Stiegl. Da hätte ich mir unterwegs doch etwas mehr Zeit lassen sollen Nach einem sehr gutem Abendessen, sitze ich noch lange draußen und bestaune den Grimming im Abendlicht, bis mich der stärker werdende kalte Wind reintreibt. Auch im Haus ist wenig los und so kann ich noch etwas mit den neuen Pächtern Birgit und Uwe quatschen. Die beiden hatten einen sehr holprigen Saisonstart. Da das Haus im Winter nicht geheizt wurde, sind viele Wasserleitungen und Durchlauferhitzer geplatzt. Birgit nimmt es mit Humor und meint: "Dafür kannst mit den Bergschuhen ins Lager. Ist eh überall Baustelle”. Das einsame Lager beziehe ich dann schon gegen 2200, denn morgen gilt es eine etwas längere Runde zu absolvieren.


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1. Juli 2020

Fossilien sammeln bei der Fludergrabenalm

(gepostet im Bereich Berg)

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Schon lange habe ich Erik versprochen mit ihm Fossilien zu sammeln. Ein guter Ort mit einfachem Zustieg und Fundgarantie ist die Fludergrabenalm. Die hiesigen Seelilien-​Bruchstrücke befinden sich in einer roten Kalkmatrix und sind oft schön herausgewittert. Also Parken wir beim Blaa Alm und wandern die Forststraße hinauf zur Fludergrabenalm. Hinter der obersten Almhütte führt ein Ziehweg in den Wald und im Wurzelstock umgestürtzter Fichten finden sich herrliche Brocken des begehrten Fludergrabenmarmors. Erik und Julia sind gleich begeistert. Rein zufällig habe ich Fäustel und Meißel im Rucksack und wir sammeln ein paar kleine Handstücke. Da der Radiolaritsteinbruch nur wenige Minuten entfernt ist, schauen wir auch hier vorbei. Dass es sich hierbei um mikroskopische fossile Strahlentierchen handelt, macht nix. Wieder wird der Rucksack schwerer. Natürlich kehren wir noch bei der Blaa Alm mit ihrem tollen Spielplatz und Gastgarten ein. Kurz vor 1100 ist es sehr gemütlich und wenig los.Kurz nach 1200 brechen wir schon wieder auf. Der erste Reisebus trifft ein und ein Gewitter braut sich auch schon zusammen.

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30. Juni 2020

Tauplitzalm

(gepostet im Bereich Berg)

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Unseren heurigen Italienurlaub haben wird wegen COVID-​19 durch einen Kurzurlaub in Bad Mitterndorf ersetzt. Am Vormittag eine kleine Wanderung und am Nachmittag in der Grimmingtherme entspannen ist auch sehr fein. Natürlich liegt da auch ein Besuch der Tauplitzalm auf der Hand. Die Bergfexings starten gegen 1000 beim Parkplatz und wandern hinüber zur Ostflanke des Schneiderkogels. Hier wird es dann so richtig interessant. Erstens verlassen wir die Forstraße und ein ordentlicher Wanderweg beginnt. Und zweitens lässt sich hier die alpine Flora in all ihrer Pracht studieren. Sowas taugt natürlich Jung & Alt.Während Julia und Sarah von Markierung zu Markierung hirschen (mit Beweisfoto ), bin ich Erik's Pflanzenbestimmungsautomatik. Es geht noch ganz gut, aber bei den Gräsern und Moosen bin ich dann schon sehr eingerostet. Leicht zu merken sind natürlich Clusius-Enzian (Gentiana clusiana), Silberwurz (Dryas octopetala) oder die Clusius-Primel (Primula clusiana). Ähren-Läusekraut (Pedicularis rostratospicata) oder Nackstängelige Kugelblume (Globularia nudicaulis) sind dann schon nicht mehr so häufig. Erik selbst kennt schon Schafgarben und Frauenmantel anhand der Blätter, da ähnliche Pflanzen auch in unserem Garten wachsen. Schlauer Bursche! Das Highlight ist natürlich das "fleischfressende” Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina). Rasch erreichen wir den milchig-​türkisen Märchensee, wo wir eine erste Rast einlegen. Am Nordostufer wachsen im Wasser zwei Laichkrautarten: Berchtolds Zwerg-Laichkraut (Potamogeton berchtoldii) und das Langblättrige Laichkraut (Potamogeton praelongus). Letzteres ist auch sehr leicht am Ostende des Sees zu entdecken. Die Seen hier sind entlang der sogenannten Salzsteiglinie, einer geologischen Störung, aufgefädelt. Die Quellaustritte werden von wasserstauenden Werfner-​Schichten erzwungen. Ich schaue noch kurz beim Öderntörl vorbei um ein paar Bilder zu knipsen und entdeckte dabei eine schöne, feuchte Wiese, wo der Ausfluss von Märchensee und Großsee wieder im Karst verschwindet. Hier blüht neben viel Schnittlauch (Allium schoenoprasum) auch die Mehl-Primel (Primula farinosa), die ich schon sehr lange nicht mehr gesichtet habe. Wir wandern weiter entlang des Großsees hinauf zum Tauplitzsee. Julia ist schon ein bisschen müde und macht es sich in der Manduka bequem. So erreichen wir dann etwas flotter um 1215 das Hollhaus, wo wir bestens bewirtet werden. Ich genehmige mir mein Lieblingsmenü Nummer 1: Steirerkasbrot + Bier. Sarah wird ausgezeichneter Kaiserschmarrn kredenzt. Frisch aus der gusseisernen Pfanne. Julia liegt immer noch schlafend im Liegestuhl. Hüttenwirtin Sigrun meint: "Wos, de schloft immer nu? Kim i moch eich die Suppn nu amoi warm” Fesch ist's auf der Tauplitz, auch wenn wirklich Menschenmassen unterwegs sind. Beim Hollhaus könnte man auch ein paar schöne Bergtage verbringen.

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