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7. Juli 2007

Neue Porze Hütte - Hochweißsteinhaus

(gepostet im Bereich Berg)

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Fein. Um 0730 zeigt sich kein Wolkerl am Himmel, so kann ich gleich kurzärmlig hinauf zum Tilliacher Joch starten. Der helle Kalk der Porze blitzt mir entgegen, während die Rosskarspitze aus Gneis schön bis in den Gipfelbereich bewachsen ist. Auf dieser Etappe beginnt ein wahrliches Kammreiten. Nun bin ich im "Flow", die Kondition ist optimal, das Gewicht des Rucksacks spüre ich fast nicht mehr und mit jedem Schluck aus dem Camelbak trägt es sich sowieso leichter. Pausen legen ich keine nennenswerten ein. Rasten und Müsliriegel verputzen kann man ganz gut auf den immer wieder ebenen Passagen. Die Aussicht ist wieder genial. Auf der italienischen Seite beeindrucken mich besonders die bizarren Felsnadeln von Crode del Longerin. Auf österreichischer Seite die Hohen Tauern mit jede Menge Neuschnee.

Alpen-​Astern (Aster alpinus) mit schönen lila Zungenblüten schmücken den Kammweg im ersten Abschnitt. Dazu Punktierter Enzian (Gentiana punctata) und daschauher Schwarze Kohlröserl (Nigritella nigra subsp. nigra) gibt's auch. Massen an Thymian (Thymus) bilden dichte Teppiche wie auch nur ein Stückerl Geröll aus dem Rasen hervorrieselt. Ein wahres Pflanzenparadies.

Von jeder Spitze ist der weitere Wegverlauf ersichtlich. In der ferne verblauende Gebirge. Unendlich Weiten sag ich da nur Obwohl die Gegenanstiege nicht besonders lange sind, verfluche ich sie doch jedes Mal. Auf herrlichen "Spazierwiegen" der gerundeten Hangmuränen gelange ich zur Hochspitzsenke. Alpenmurmeltier (Marmota marmota) tummeln sich häufig entlang des Höhenweges, aber hier scheint es ihnen besonders zu taugen. Einige Burschen sind scheinbar so schon fett und faul, dass vor mit gar nicht in den nächsten Bau flüchten. Ein steiles Wegstückerl führt in Serpentinen hinauf. Teilweise sind Sicherungen vorhanden, die aber nicht besonders vertrauenserweckend sind. Zwei, drei Hacken sind schon vollständig vom Fels gelöst. Da kralle ich mich lieber am kompakten, jedoch etwas feuchten Fels fest. Die Steinkarspitze, wo sich Osttirol, Kärnten und Italien die Hand reichen, ist mein nächstes "Kammreiten"-​Ziel. Der Ausblick auf den Monte Peralba (Hochweißstein), mit Marmoranteilen, ist sehr lässig. Je nach Sonneneinstrahlung ist er blendend weiß, bläulich weiß oder hellgrau. Bei Vollmond passt dieser Berg sicherlich in eine Herr der Ringe-​Landschaft. Eine Besteigung dieses Berges, und somit eine zweite Nacht im Hochweißsteinhaus wäre schon toll. Aber der Wetterbericht meldet für Dienstag bereits den nächsten Wintereinbruch und den Plöckenpass möchte ich auf jeden Fall erreichen.

Von der Steinkarspitze führt der Weg nordseitig hinunter zum Luggauer Törl mit kleinem See unterhalb der Torkarspitze, die offensichtlich auch ein geologischer Sauhaufen ist. Heller Mamor trifft auf rötliches Gestein. Sehr kewl. Ein blendend weißes Marmorgeröllfeld kann ich ohne Sonnebrille gar nicht queren. Fast wie ein Schneefeld. Etwa 30 Minuten unterhalb des Törls führt ein Flankensteig entlang des Sockels des Weißsteinspitz. Diese Route sollte nur bei schneefreien Bedingungen begangen werden, da in den Rinnen sich pickelhart gefrorene Schneefelder befinden können. Heute ist aber nur ein Schneefeld mehr über, dass ich leicht überqueren kann. Sonst wäre ich auch ein aperer Pfad fünf Meter unterhalb vorhanden. Im Geröll entdecke ich dann die Dolomiten-​Schafgarbe (Achillea oxyloba). Blumerl nach dir habe ich schon die ganze Zeit Ausschau gehalten. Hab ich dich erwischt

Eine großartige Attraktion bildet hier eine große Wiese mit sehr viel Türkenbund (Lilium martagon) und ebenso vielen schwarzvioletten Haller-​Teufelskrallen (Phyteuma ovatum). Die Pflanzen wuchern hier, wie sonst wo der Wald. Sowas habe ich überhaupt noch nie gesehen. Bergfexing Harry ist definitiv sehr beeindruckt. Kurz noch durch das Grünerlengebüsch und schwupsidwups erreiche ich um 1515 das urige Hochweißsteinhaus. Huihui heute war ich ganz schön flott. Der Wind pfeift nun ganz schön heftig und die Gipfel verschwinden in Wolken. So kann ich nur kurz die Sonne genießen, aber der warme Gastraum ist auch recht gemütlich.

Spezialität der Hüttenwirt Ingeborg: Apfelstrudel. Ich bleib trotzdem bei einem köstlichen Schweinsbratl + Bier. Sowas gibt Kraft . Wie ich später erfahre führt Ingeborg das Haus bereits seit 24 Jahren, ihre Familie in der dritten Generation. Dies fällt eindeutig in die Kategorie: Legendär. Leider gibt es Probleme mit dem Grundbesitzer (Grund für die AV Hütten ist ja meist gepachtet) der eine Umbau/Erweiterung strikt ablehnt. Das Haus ist inzwischen 80 Jahre alt. Ein kleiner Waschraum mit Warmwasser wäre für diesen Stützpunkt schon praktisch. So gibt's nur eine eiskalte Katzenwäsche. Hmmm der Harry muffelt schon ein bissl. Hab aber eh noch saubere Wäsche mit. Der Abend klingt dann mit ein bisschen Fachsimpeln mit Wienern, Deutschen und Schweizer sowie einigen Gösser Hoibn schön gemütlich aus. Bettruhe 2200.

Kommentare

Claudia schrieb am 17.04.2009 um 15:04

Hey Harry
Hab den Blog in unserm Bio Salzburg Forum (bin auch a Ökologin *g*) entdeckt und mir gedacht ich muss dir zu deinem Bericht übers Hochweißsteinhaus einen Kommentar schreiben. Ja dort is es schön, gell. Hab zur gleichen Zeit als du dort warst auf der Hütte gearbeitet und dein heißgeliebten Braten gewürzt. *gg*

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