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28. Juli 2008

Zwölferkogel

(gepostet im Bereich Berg)

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In der linken Ecke der Titelverteiger: Der 2099 Meter hohe Zwölferkogel, markanter Gipfel der Almtaler Sonnenuhr und vierfacher Sieger durch wettertechnisches KO. In der rechten Ecke der Herausforderer: Bergfexing Harry, der nun schon seit Jahren versucht diesen Gipfel zu besteigen. Aber heute sollte es passen. Das hochsommerliche Wetter hält an, was gerade recht für eine schöne Zweitagestour ist. Die Route: Grieskar, Zwölfer, Nächtigung in der Pühringerhütte, Rotgschirr und retour über den Sepp-​Huber-​Steig. Mit von der Partie ist heute Proviant-​Paps, dem diese Runde gänzlich unbekannt ist.

Bei malerischem Morgendunst starten wir um 0900 am Almsee und spazieren etwa eine Stunde in die Röll. Kein Wölkchen zeigt sich am Himmel, wodurch der untere Teil des Grieskar schön der Sonne ausgesetzt ist. Zu Beginn verläuft der Weg ja noch in dichten Latschenbeständen. Kein Lüftchen regt sich. Mühsam und auch schweigsam überwinden wir Höhenmeter um Höhemeter, lassen bald die Vegetation unter uns und legen erstmals eine Pause ein. Dieser Talschluss hat schon seine eigene Faszination. Gegenüber ragen bizarre Dolomittürme in den Himmel. Unter uns winden sich riesige Schotterströme in Richtung Almsee. In der Gipfelkette zwischen Fäustling und Rotgschirr sticht markant das Pulverhörndl (Jakobinermütze) hervor. Laut Alpenvereinsführer allesamt begehbar. Wohl aber extrem mühsam. Das Grieskar wird nun enger und steiler. Der brüchige Hauptdolomit weicht dem Dachsteinkalk der hinüber zum Zwölfer unglaubliche Platten bildet. Ich hab die Platten zwar schon oft gesehen, doch es ist immer wieder beeindruckend. Einen guten Größenvergleich bekommen wir jedoch erst als wir einige Seilschaften in den Platten entdecken. Auch Paps ist schwer beeindruckt. Über eine Leiter erreichen wir das Urbann Band. Phänomenaler Ausblick auf den Zwölfer. Bei meinen bisherigen Touren erreichte ich in dieser Höhe stets dichten Nebel. Wir queren einige letzte Schneefelder und trudeln um 1230 in der Grieskarscharte ein. Auf einer mit Megalodonten übersäten Steinplatte finden wir ein optimales Platzerl für eine ausgiebige Mittagspause. Obwohl die Scharte "nur" knapp unter 2000 Meter liegt vermittelt sie aufgrund der fehlenden Vegetation doch hochalpinen Charakter.

Immer noch herrscht bestes Bergwetter. Leichte Quellbewölkung sorgt inzwischen jedoch für willkommenen Schatten. Bei solchen Verhältnissen ist die Wegfindung hinauf zum Zwölferkogel kein Problem. Etliche Steinmänner weisen uns zielsicher den Weg. Doch ist höchste Konzentration gefragt. Die messerscharfen Karren würden einem Wanderer bei einem Fehltritt regelrecht die Wadeln zerschneiden. Auf dem Verbindungsrücken zwischen Großem Rabenstein und Zwölferkogel blicken wir erstmals über das gesamte Plateau. Vom Bräuningzinken bis zum Zwillingkogel können wir das Tote Gebirge überblicken. Auch wenn es vielen Wanderern zu karg ist und oft als Mondlandschaft abgetan wird: Ich finde es hier wunderschön. Von dieser Seite zeigt sich der Gipfel des Zwölfers eher sanft. Nichts ist von den irren Plattenschüssen zu sehen. Flott erreichen wir den Gipfel. Endlich eine neue Bilanz: Zwölfer vs. Harry: 4:1. Hier treffen wir auch auf eine Seilschaft die über die Platten aufgestiegen ist. Laut Auskunft sind bei jedem Stand ein oder auch zwei Bohrhacken vorhanden. Das Gipfelkreuz selbst besteht aus zwei verwitterten Stücken Holz. Das "richtige" Kreuz befindet sich auf einem nördlichen Vorgipfel etwas unterhalb.

Wir beraten uns noch kurz über den weiteren Wegverlauf, ob wir noch den Wildgößl besuchen sollen oder gleich zur Hütte weiter marschieren um am Abend noch dem Elm unsere Aufwartung zu machen. Da wir beide erst vor zwei Jahren den Wildgößl bestiegen haben, entscheiden wir uns für den Elm. Soll mir nur Recht sein. Denn im Gepäck befinden sich zwei neue Geocaches die ein Zuhause suchen. Hannes (aka Zusserer) würde jetzt meinen: "Es gibt noch viele Gipfel die bedost werden wollen". Schaumamoi

Am Rückweg finden wir noch einen mit Steinmännern markierten Pfad der gleich unterhalb der Scharte wieder in den Normalweg mündet. Durch zerklüftete Kalkformationen führt der Pfad schließlich zu den grünen Wiesen unterhalb des Wildgößl. Was für ein Kontrast. Die Geologie hat sich hier ganz offensichtlich wieder verändert. Laut Karte beginnen hier die Oberalmer Schichten. Dieser dünnbankige, gelbliche Kalk führt oft Hornstein. Am Weg unterhalb des Salzofens kann man besonders viele Kalkblöcke mit diesen Hornstein-​Pusteln sehen. Wir passieren die Elmgrube und wandern nordöstlich zur Pühringerhütte. Schon unzählige Male sind wir diesen Weg gegangen, doch das berühmte Kleine Windloch wurde dabei nie entdeckt. Auf einer kleinen Anhöhe erblicke ich eine kleine Lacke und meine scherzhaft: "Ah ein kleines Wasserloch.". Paps erwidert: "Na, dann wird das kleine Windloch nicht weit weg sein." Und tatsächlich. Gleich hinter den Felsen befindet sich ein bodenloses Loch aus dem stetig kalter Wind weht. Einer der Eingänge in das Elmhöhlensystem. Ein tolles Naturschauspiel.

Aus der harmlosen Quellbewölkung zu Mittag, haben sich nun am Spätnachmittag dunkle und bedrohliche Wolken gebildet. Nach Süden in Richtung Grundlsee ist der Himmel bereits pechschwarz. Auch das Rotgschirr ist in Wolken gehüllt. Daher beschließen wir noch ein erfrischendes Bad im Elmsee zu nehmen um dann gemütlich auf der Terrasse der Hütte zu entspannen. Aus dem Elm-​Gipfel-​Geocache wird nun der Pühringerhütten-​Geocache, den ich in einem gut getarnten Versteck platziere. Paps verkriecht sich bereits um 1900 ins Lager und schläft tatsächlich 12 Stunden durch. Kein Wunder. Wir waren auch 8 Stunden (inklusive Pausen) unterwegs. Er hört nicht einmal die Landung des Hubschraubers. Ich unterhalte mich noch lange mit einigen Bergfexen, bevor auch ich um 2200 den Weg ins Bett finde. Im Lager 9 sind wir heute allein. Eine erholsame Nacht.

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