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21. März 2009

Naturschutzgebiet Almauen

(gepostet im Bereich Botanik)

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CorylusAvellanaStigma.jpgzoomPicture

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DaphneMezereumAlm09.jpgzoomPicture

HepaticaNobilisAlm09.jpgzoomPicture

LeucojumVernumAlm09.jpgzoomPicture

TussilagoFarfaraAlm09.jpgzoomPicture

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A bissl Schönwetter wäre wohl doch nicht zuviel verlangt oder? Doch die Webcams im Lande zeigen um 0800 ein anderes Bild. Vom Pyhrn bis ins Salzkammergut Nebel. Sichtweite bei 10 Meter. Um 1000 immer noch keine Wetterbesserung. So wird aus der Bergtour eine kleine Inspektion der März-​Vegetation.

Als Ziel wählt der Gusto heute das Naturschutzgebiet Almauen zwischen Bad Wimsbach-​Neydharting und Steinerkirchen. Das Gebiet ist mir wohlbekannt, habe ich hier mit meinen Freunden ja jahrelang von Mai bis August etliche Bade/Lagerfeuer-​Sessions auf den hiesigen Schotterbänken absolviert. Der unschätzbare Vorteil: Bei der Wassertemperatur der Alm bleibt das Bier auch im Hochsommer angenehm kühl. Der Nachteil: Ein Sprung ins kühle Nass kostet immer wieder aufs Neue etliches an Überwindung ;)

Das Naturschutzgebiet wurde 1978 eingerichtet, ist etwa 100 Hektar groß und erstreckt sich vom Stögmüllerwehr (einige Parkmöglichkeiten) im Norden bis zur Einmündung der Laudach im Süden. Entlang der Alm befinden sich vorwiegend Weiden-​ und Grauerlenauen. Etliche Weidearten und die /Grau-​Erle (Alnus incana) blühen bereits. Diese sind ja durch ihre Kätzchen (eigentlich männliche Blütenstände) auffallend. Auch die /Gemeine Hasel (Corylus avellana) blüht schon sehr früh. Die Kätzchen (vulgo Wirtschl) kennt ja jedes Kind. Die weibliche Blüte ist jedoch gut versteckt. Aus den Knospen ragen nur die purpurroten Narben.

In der Krautschicht zeigt sich jedoch bereits der Frühling. /Schneerosen (Helleborus niger), /Leberblümchen (Hepatica nobilis) und /Echter Seidelbast (Daphne mezereum) sorgen für einen bunten Mix. Direkt an der Wasserlinie blüht auch /Gewöhnliche Pestwurz (Petasites hybridus). Grüne Grundblätter wird man bei dieser Pflanze zurzeit vermissen, diese entwickeln sich erst im Laufe des Jahres. Gleiches gilt für den /Huflattich (Tussilaga farfara) der da und dort am Wegrand für gelbe Farbtupfer sorgt. Der Weg selbst verläuft meist auf Dämmen die vor über 100 Jahren angelegt wurden, wodurch die Alm hier weitgehend reguliert ist. Etliche Sohlschwellen und Wehre vermindern die Tiefenerosion. Trotzdem sind immer noch die Folgen des Jahrhunderthochwassers von 2002 zu sehen. Teilweise sind noch die alten, "fehlen" Wegstückchen erahnbar, wo sich die Alm kräftig ins Westufer gefressen hat. Immer wieder trifft man Ablagerung von feinstem Flusssand etliche Meter oberhalb des heutigen Wasserstands. Letztere werden auch schon wieder brav von krautigen Pflanzen besiedelt.

Interessant sind die Trockeninseln, auch Heißländen genannt, wo sich die Vegetation ganz fundamental vom restlichen Auwald unterscheidet. Über schottrigem Untergrund wachsen hier /Wachholder (Juniperus communis), /Sauerdorn (Berberis vulgaris), /Natternkopf (Echium vulgare), /Karthäuser-​Nelke (Dianthus carthusianorum) und etliche mehre. An diesen Standorte gibt's dann ab Juni hübsche Farbtupfer.

Laut Literatur sind Alpenschwemmlinge, also etwa Pflanzen der der subalpinen Stufe die mit dem Fluss aus dem Gebirge eingewandert sind, recht charakteristisch. /Blauen Eisenhut (Aconitum napellus) und /Türkenbund (Lilium martagon) habe ich hier jedoch noch nie gesehen. Könnte aber auch damit zusammenhängen, dass ich bis heute die Wegerl noch nie verlassen habe.

Wechselt man am Penninger-​Steg auf die Steinerkirchner Seite der Alm, ist eine andere Vegetation ersichtlich. Dieser Pfeifengras-​Kiefernwald ist in Oberösterreich recht selten, wobei die Lücken durch Weide-​ oder Streunutzung entstanden sind. Dieser Teil soll recht orchideenreich sein, was dann wohl bedeuted, dass ich im Laufe des Jahres noch einmal vorbeischauen werden.

Kurz nach dem Penninger-​Steg kehre ich wieder um. Der Hunger macht sich bereits bemerkbar. Kein schlechtes Timing, denn während der Heimfahrt grapsche ich mir eine Dose voll mit aromatischem /Bärlauch (Allium ursinum), der dann zuhause sofort in den Suppentopf bzw. Topfenkas wandert. Fazit: Netter kleiner Spazierer. Sonnenstrahlen hab ich trotzdem kaum welche erwischt.

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