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7. Juli 2012

Feuerkogel

(gepostet im Bereich Berg)

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Nachdem ja Sarah und ich am 18. August 2012 heiraten, steht natürlich noch eine Polterei ins Haus. Zu diesem Zwecke werde ich von Alex und Anja in voller Bergmontur in Allhaming am frühen Nachmittag abgeholt. Das Ziel unserer Reise ist mir noch unbekannt. Aber eine Bergtour mit Hüttenübernachtung soll es werden. Da bin ich schon gespannt, stehen doch etliche Klassiker, wie die Dümlerhütte zur Auswahl. Als wir dann doch zum Traunsee fahren, ist mir das Ziel schnell klar. Der Feuerkogel: Dort gibt's Hütten und für Fußmarode auch eine Seilbahn.

In der Kreh ist Hochbetrieb, befindet sich hier doch eine Kontrollestelle des heutigen Bergmarathons rund um den Traunsee. Mit 70km und 4500 Höhenmeter kein Zarterl ;) Schorrsch, Alina und Klaffi sind schon früher eingetrudelt und haben sich derweil die Zeit mit einem Seidl vertrieben. Als auch Edi und Dani eintreffen, beginnen wir mit den Aufstieg. Gar nicht so einfach bei soviel Gegenverkehr. Ist der Weg von der Kreh auf den Feuerkogel im Normalzustand schon matschig genug, würde ich die Verhältnisse heute als ultra-​matschig bezeichnen. Dementsprechend schauen auch Marathonläufer aus. Interessanterweise sind viele Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz. Den Vogel schießt jedoch Klaffi ab: Da er keine Bergschuhe besitzt, startet er mit den profillosen Clarks. Quasi: Challenge accepted. Die Wetterbedingungen sind gut: Stark bewölkt, jedoch kein Regen und doch warm genug für ein kurzes Leiberl.

Etwa bei der Halbzeit, wo der Weg wieder eine Forststraße quert, legen wir eine längere Pause ein. Ziemlich blöd schauen wir dann, als Alex einen Sechserträger Zipfer Urtyp und noch einige Radler aus dem Rucksack zaubert. Optimal! Kurz scherzen wir noch, was sich wohl ein Bergmarathonläufer denken muss, wenn er uns hier mit einem Bier sieht. Aber schon seit 1630 ist uns keiner mehr entgegengekommen. Sonst verläuft der Aufstieg recht kurzweilig. Da und dort gibt's noch einen Türkenbund (Lilium martagon) und als wir die Lärchenzone erreichen, gesellen sich auch einige Bewimperte Alpenrosen (Rhododendron hirsutum) hinzu. Erst am Plateau erfahre ich, dass oben bei der Christopherushütte noch jemand wartet. Neugierig beschleunige ich den Schritt und staune nicht schlecht, als Benny uns entgegenkommt. Nicht schlecht, ist er doch extra von Wien heraufgefahren.

Nach einem fantastischen Bratl, wird's noch Zeit für einen Verdauungsspaziergang rund um die Hütte. Inzwischen hat's ordentlich aufgerissen und wir können einen spektakulären Sonnenuntergang beobachten. Der Abend verläuft dann gemütlich mit einigen Bierchen in der warmen Gaststube. Interessanterweise stellt sich heraus, dass inzwischen Elisabeth, die ehemalige Pächterin der Rieder Hütte, auf der Christopherus Hütte die Chefin ist. Ahh so ein Polterabend mit Bagage+Berg+Bier+Bralt taugt mir schon gscheid!

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16. Juni 2012

Ramesch

(gepostet im Bereich Berg)

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Zur Abwechslung gibt's heute nicht Ramesch zur Lärchenverfärbung, sondern Ramesch im Bergfrühlingsgewand. Mike hat ja dringenden Bergbedarf angemeldet und da mein Gründstück eh komplett abgesoffen ist, wodurch sich etwaige Baggerungen erübrigen, habe auch ich für diese feine Runde Zeit.

Als wir bei der Talstation starten herrscht Traumwetter. Zwar weht hier unten ein kräftiger Wind, aber erfahrungsgemäß ist davon oben nix mehr zu spüren. Bei der Bergstation verschaffen wir uns zuerst einen Überblick, wobei sich auch der Aufstiegsweg über den Ostgrat gut inspizieren lässt. Generell vermitteln die letzten Schneefleckerl zusammen mit dem frischen Grün und dem geilen Dachsteinkalk ein ganz besonderes Ambiente. Aktuell blühen auf der Alm unzählige Sumpf-Dotterblumen (Caltha palustris) und Trollblumen (Trollius europaeus). Der kurze Schipastenhatscher hinauf zum Frauenkar ist recht kurzweilig. Mit jedem Höhenmeter wird die Aussicht besser und auch einige neue Pflanzerl kommen hinzu. Ein hübscher Patch der Clusius-Priemel (Primula clusiana) umringt von Alpen-Soldanellen (Soldanella alpina) sticht ins Auge und will geknippst werden. Bei der Sprengung zweigen wir weglos ab und erreichen über Karrenfelder den Beginn des Ostgrates. Über noch recht bröslige Schrofen sind wir flott bei der Schlüsselstelle um ein 2 Meter dickes Felsband zu überwinden. In einem Riss klappt dies sehr gut. Ab hier ist's dann herrliches Gratwandern. Die Fernsicht reicht heute weit bis in die Tauern zum Ankogel. Auch das Xeis präsentiert sich Hochtor und Buchstein. Genüsslich steigen wir empor und begegnen viele Clusius-Enzianen (Gentiana clusii) und Bitteren Kreuzblumen (Polygala amara). Ein blühender Almrausch überrascht mich dann doch ein wenig. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich das Exemplar als Hybrid Rhododendron × intermedium, mit leichter Behaarung und doch etwas bräunlichen Blattunterseiten. Immer wieder begleiten uns Gämsen, die elegant auf den Felsbändern der NO Seite herumturnen. Beim Klemmblock überlegen wir noch kurz ein paar Poserfotos zu knippsen. Der Fels besteht jedoch und brösligem Kalk und der Schisser behält die Oberhand. Von hier aus sind es dann nur mehr wenige Meter zum Hauptgipfel. Bei Windstelle und grellem Sonnenschein legen wir eine wohlverdiente Pause ein. Laut Gipfelbuch sind wir die ersten Besucher heuer. Sonst finden sich im Gipfelbuch viele alte Bekannte der gipfeltreffen.at Runden. Auch ein Bergkumpel von Mike war hier im Herbst 2011 heroben.

Der Abstieg über den Westgrat erfolgt problemlos. Zielsicher erreichen wir die Rinne und *schwupdiwups* sind wir schon in der Frauenscharten. Hier tummeln sich viele Kleine Füchse (Aglais urticae) auf Stängellosem Leimkraut (Silene acaulis). Schon am Gipfel haben wir den vielen Schnee im Brunnsteinerkar begutachtet und nutzen daher die Gelegenheit für einen rasanten Abstieg (naja eher Abrutsch). Ach ja, zuvor haben wir natürlich noch bei der Ramesch-​Knochenhöhle (Kat.Nr. 1636/08a) vorbeigeschaut, deren Portal von unten nicht sichtbar, aber durch die stark vermoosten Felsen nicht zu verfehlen ist. Es handelt sich hierbei ja um eine sehr geschichtsträchtige Höhle, in der neben vielen Knochen von Höhlen-​Bären auch Werkzeuge von Neandertalern gehören. So gehört diese Höhle nachweislich zu den ersten von Hominiden besiedelten Plätzen in Österreich. Tatsächlich finden wir auch noch etliche Knochenreste. Die Ausgrabungsplätze wurden jedoch säuberlich mit Plastikfolien abgedeckt und wieder gründlich zugeschüttet um sie für die Nachwelt zu konservieren.

Nach diesem interessanten Intermezzo flitzen wir zum Ende des Kars und queren oberhalb des ersten Latschenfeldes mühsam zum Normalweg. Als sich der Blick zum Almboden eröffnet, denk ich mir nur: "Hoppla, wo isn bitte der Brunnsteinersee?". Tatsächlich ist keine Wasserfläche auszumachen. Nur ein riesiger Lawinenkegel. Bin schon neugierig, wie es da unten ausschaut. Die Traverse über langem Stroh ist nicht wirklich berauschend. Dafür entdecke ich noch einiges an Alpen-Lein (Linum alpinum) und Petergstamm (Primula balbisii). Über den Normalweg, während der Mittagshitze, sind wir flott am Seeboden. Hier schaut's vielleicht aus. Die Lawine muss ja ein ordentliches Kaliber gewesen sein. Lt. Bericht hat sich ein Schneebrett mit 1 Meter Anrisshöhe, 100 Meter Breite und 300 Meter Länge einen Weg ins Tal gesucht. Als wir dann 100 Meter hinter und 5 Meter über dem See Reste des Oberflächeneises entdecken, wird einem erst die freigesetzte Energie bewusst. Der See muss hierbei regelrecht ausgeschürft worden sein, wobei es wohl die heurige Generation an Grasfröschen (Rana temporaria) und Bergmolchen (Ichthyosaura alpestris) ausradiert hat.

Nach einem obligaten Gösser bei der Bergstation versumpfen wir dann endgültig auf der heimischen Terrasse in Allhaming, wo ein wunderschöner Bergtag ausklingt.

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7. Juni 2012

Kampermauer und Schwarzkogel

(gepostet im Bereich Berg)

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Endlich mal ein baustellenfreier Feiertag. Und schönes Wetter gibt's auch noch. Nun Anfang Juni ist wieder die Blütezeit des Holunder-​Knabenkrauts (Dactylorhiza sambucina) und es wird wieder Zeit die schöne Runde über Karl-​Kreuz, Kampermauer und Schwarzkogel zu latschen. Mit von der Partie ist heute Bergfexing Dad und mein Arbeitskollege Mike. Die Runde ist zwar kurz, aber da ich heuer noch überhaupt auf keinem Gipfel war, ist meine Kondi eh komplett degeneriert.

Wie üblich starten wir bei der Puglalm um 0900. Die Wolken hängen noch ordentlich tief und Zacken der Kampermauer sind nur schemenhaft zu erkennen. Über die blühende und sehr nasse Almweide wandern wir hinauf zum Waldrand. Im Buchenwald gibt es heute viele Schwertblättrige Waldvöglein (Cephalantera longifolia) zu entdecken, die mir hier noch nie aufgefallen sind. Rasch lassen wir die Bäume unter uns und ich mache noch einen Abstecher zum Bankerl, dass leider nicht mehr existiert. Schade, dieses adlerhorstmäßige Aussichtsbankerl fand ich immer sehr fein.

Bereits nach 45min erreichen wir das Karlkreuz. Endlich lichten sich die Wolken und erste blaue Flecken sind zu erkennen. Es ist die optimale Zeit die Fleecejacke im Rucksack zu verstauen. Der kleine Verbindungsgrat ist wie immer recht nett und leider viel zu kurz. Als wir wieder im Buchenwald landen, erspähe ich rasch die neue Forststraße. Irgendwie bin ich mir unsicher wo nun die Abzweigung zur Kampermauer ist. Also mache ich einen Abstecher, während Dad und Mike warten. Hmm hier schauts ganz anders aus als ich es in Erinnerung habe. So beschließe ich auf den nächsten Felszacken zu kraxeln und siehe da: ich hab mich doch komplett um einen Felsenkamm verhaut . So was ist mir auch noch nicht passiert. Bin ja nicht das erste Mal hier im Gebiet unterwegs.

Retour am Normalweg (inklusive Extrahöhenmeter) erreichen wir dann in wenigen Minuten die richtige Abzweigung. Grrr, ist ja eh nicht zu verfehlen. Am kleinen Gipfel legen wir dann eine Jausenpause ein. Inzwischen ist auch schön sonnig und warm. Die Aussicht reicht heute wieder einmal vom Hochschwab übers Xeis, Haller Mauern, Warscheneckgruppe, Prielgruppe, Kasberg, Traunstein bis zum Sengsengebirge. Nicht schlecht für so ein kleines Bergl. Und die Tiefblicke sind auch nicht schlecht.

Nach der Pause wandern wir hinab in den Menauersattel, wo noch etwas Altschnee liegt und beginnen mit dem Gegenanstieg, der wider Erwarten recht trocken ist, hinauf zum Schwarzkogel. Hier macht sich nun die fehlende Kondition bemerkbar. Nur mühsam komme ich vorwärts. Am Kamm eröffnet sich dann der Blick ins Hintergebirge. Von nun an geht's ja nur mehr bergab und ich hab auch wieder mal Zeit, die ein oder andere Pflanze zu bestimmen. Auffallend sind hier viele Trollblumen (Trollius europaeus) und Alpenrachen (Tozzia alpina). Der Lawinentrichter des Staudenplangrabens ist auch immer recht lässig anzusehen. Hier halten die vielen Gleitschneelawinen das Gelände komplett baumfrei und schaffen natürliche Wiesen, sofern mit der Lawine nicht erdige Horizonte abgetragen werden und der nackten Felsboden entblößt wird.

Auf der Tannschwärze legen wir dann keine Pause mehr ein, da der Gipfelbereich schon gut bevölkert ist. Im Abstieg bestechen dann noch die vielen Sumpf-​Dotterblumen (Caltha palustris) mit ihrem satten Gelb.

Flott erreichen die nähstoffarme und versauerten Weide und wir halten Ausschau nach dem Holunder-​Knabenkraut, dass Dad als erstes findet. Die Pflanzen sind bereits durchwegs verblüht. Quasi als Entschädigung entdecke ich jedoch einige schöne Exemplare des Männlichen Knabenkraut (Orchis mascula). Also alles beim Alten. Recht so.

Bei der Spitzenbergalm trennen sich dann unsere Wege. Dad und Mike machen es sich bei der Zickerreith gemütlich, während ich auf Straße im Schweinsgalopp retour zur Puglalm flitze. Unterwegs begegne ich einen von Krämpfen geplagten Radfahrer, den ich dann, sehr zur Belustigung seiner Kollegen, mit dem Auto retour zum Hengstpass kutschiere. Bei einem Murauer Märzen (gibt's denn nirgends ein Murauer Pils?) lassen wir diese Vormittagstour dann ausklingen.

Fazit: Fesch wars. Grad recht um wieder schön langsam mit dem Bergvirus geimpft zu werden. Bis in den Herbst wird's wohl keine Wiederholungen geben. Es steht ja eine Hochzeit am Programm...

PS: Danke Mike für die Fotos!

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3. März 2012

Gradnalm

(gepostet im Bereich Berg)

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Die Bergabstinenz von 3 Monaten Dauer war schon ein bisschen lang. Ich hätte ja schon fast gar nicht mehr mit einer winterlichen Wanderung gerechnet, aber nach dem das neue Haus nun innen komplett fertig ist, gönne ich mir einen kleinen Spazierer. Bei strahlendem Sonnenschein starte ich in Allhaming und flitze nach Sattledt, wo ich mich mit Ingrid und Andi treffe. Leider ist es hier sehr neblig und dieser Nebel wird uns auch noch bis nach Kirchdorf begleiteten. Für die heutige Exkursion wähle ich die Gradnalm, wo ich mich genau vor einem Jahr auch herumgetummelt habe. Außerdem kennen meine beiden Begleiter diese Runde noch nicht.

Wir starten um 0900 beim Kremsursprung. Es ist zwar neblig, aber doch recht warm. Bis zur ersten Forststraße ist schon alles aper und es blühen bereits viele Schneerosen (Helleborus niger). Doch dann beginnt der sulzige Schnee und im sonst trockenen Bachbett plätschert es ordentlich. Da habe ich doch glatt die Situation unterschätzt. Aber im Graben hält sich halt der Schnee wesentlich länger. Während des Aufstiegs hoffen wir ständig die Nebelschicht bald hinter uns zu lassen und wir bilden uns ständig ein dort oder da schon ein blaues Fleckchen auszumachen. Doch der Schein trügt. Ich werde das Gefühl nicht los, dass der Nebel mit uns aufsteigt. Bei der dritten Querung mit der Forststraße begegnen wir einem Einheimischen der bereits absteigt und uns mitteilt, dass etwas oberhalb der Sattelhalt endlich Frühling herrscht.

Nach dieser guten Nachricht geht's frisch motiviert natürlich leichter voran. Auch vereinen sich bei der Sattelhalt die Wege und die Spur ist wesentlich besser ausgetreten und kompakter. Wer jedoch das Wegerl auch nur wenige Zentimeter verfehlt, bricht bis zu den Knien ein. Nach wenigen Minuten erreicht uns endlich die Sonne und wir genießen den Ausblick über das Nebelmeer. Verwundert stellen wir fest, dass der Schabenreitnerstein großteils schon ausgeapert ist. Entlang der Forststraße, die vermutlich und einem Meter Schnee begraben ist, erreichen wir die sonnige Gradnalm. Praktischerweise sind die Bankerl alle aper und trocken. So können wir uns es an der Hauswand schön gemütlich machen. Der Wind hat hier mal Rücksicht walten lassen und den gesamten Schnee neben der Klohittn zu einer hohen Wächte getürmt. Heute ist wieder einmal sehr fein. Gemütliche Bergkameraden, Schnee + Sonne und ein Ausblick über das endlose Nebelmeer. Es ist jedoch etwas diesig. Den Pyhrgas kann man heute gar nicht ausmachen. Nach 1200 trudeln auch immer mehr sonnenhungrige Wanderer ein. Wir jedoch machen uns nach ausgiebiger Rast wieder (etwas wehmütig) auf den retour ins Tal. Im Schnee klappts dank patentiertem Ferseneinsatz eh recht flott und sind um 1400 wieder am Ausgangspunkt.

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