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1. Juli 2023

Tauplitzalm

(gepostet im Bereich Berg)

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Unser Familienwanderwochenende auf der Tauplitzalm fällt heuer ins Wasser. Das Wetter ist kalt und windig mit intensivem Dauerregen. Am Freitag Abend gehe ich mit den Kids noch eine Runde, um Alpensalamander (Salamandra atra) zu suchen. Hinter der Grazer Hütte finden wir einige Frösche und viele Gefleckte Schnirkelschnecken (Arianta arbustorum). Auch an eine Gämse (Rupicapra rupicapra) kommen wir nahe heran. Sie hat uns wohl im dichten Nebel übersehen . Am nächsten Tag hat sich das Wetter verschlechtert und es hat nur noch 10 °C. Um dem Lagerkoller vorzubeugen, überrede ich die Gruppe zu einem kurzen Spaziergang zur Kirche und zum Hollhaus. Es ist richtig ungemütlich und der Regen kommt waagrecht daher. Hüttenwirtin Sigrun meint nur: "Was hat euch denn rausgetrieben?”. In der warmen und einsamen Gaststube werden wir hervorragend bewirtet und das Essen im Hollhaus ist sowie legendär gut. Wir bleiben länger sitzen, doch das Wetter bessert sich nicht. Hüttenwirt Klaus ist so nett und fährt mit dem Bummelzug retour zum Hollhaus. Am Abend kommt ganz kurz die Sonne raus. Am Sonntag hat sich das Wetter leider nicht gebessert, aber wir entdecken noch einen Alpensalamander direkt vor dem Linzerhaus. Nach dem Frühstück fahren wir wieder nach Hause, wo die Sonne scheint.

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23. Juni 2023

Querlstein

(gepostet im Bereich Berg)

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Das Motto der heutigen Wanderung lautet: Zur Enzianblüte ins Goldbachl-​Tal. Das Gebiet südlich des Höchmölbings zählt ja zu meinen Lieblingsplätzen im Toten Gebirge. Im Gepäck habe ich heute auch das Stativ, um die unzähligen Lacken am Kirchfeld zu dokumentieren. Glücklicherweise treffe ich kurz nach 07:00 ein Ehepaar, das mit dem PKW zum Parkplatz am Langpoltner Klamml fährt und mich mitnimmt. So spare ich mir 2 Stunden Aufstieg und habe somit mehr Zeit zum Fotografieren.

Schon auf den ersten Metern am Grazer Steig wird mir klar, dass ich heute botanisch aus dem Vollen schöpfen kann. Von den vielen Kostbarkeiten sind die vielen schönen Exemplare der Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) erwähnenswert. Auch die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) ist in Blüte. Schon bald eröffnet sich der Blick in die Gnanitz mit dem Dachstein im Hintergrund. Kitschig. Schon um 08:20 erreiche ich die Niederhüttenalm und wandere gleich hinauf zum Kirchfeld. Hier kommt jeder Bergblumenfreund auf seine Kosten. Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordiifolia), Alpen-Wundklee (Anthyllis vulneraria), und Clusius-Enzian (Gentiana clusii) blühen um die Wette. Weiter oben kommen auch noch viele Trollblumen|Trollius europaeus hinzu. Auch die Bärwurz ist leicht zu entdecken. Die fein fiederschnittigen Blätter duften herrlich aromatisch. Ich verlasse bald den markierten Weg und marschiere vorbei an unzähligen Tümpeln zum Seelein, mit seiner markanten Pflanzeninsel. Welche Großsegge diese Insel bildet, kann ich aus der Ferne jedoch nicht bestimmen. Etwas östlich gelange ich dann zu meinem Lieblingstümpel. Diese seichte Lacke mit klarem Wasser ist von einem Kranz aus Scheuchzers-Wollgras (Eriophorum scheuchzerii) umrahmt. Unzählige Kaulquappen von Grasfrosch (Rana temporaria) und Erdkröte (Bufo bufo) und adulte Alpen-Molche (Ichthyosaura alpestris) tummeln sich im Wasser. Die umliegenden Lacken sind von völlig anderer Gestalt. Viele sind fast kreisrund, trüb und teilweise tiefschwarz. Manche sind vollständig mit dem Sumpf-Wasserstern (Callitriche palustris) bewachsen. Am Ende des Kirchfelds, bei einer besonders schönen Reihe von kleinen Tümpeln, lege ich eine erste Pause ein. Erstaunt stelle ich fest, dass es bereits 10:30 ist. Um noch meine geplanten Ziele besuchen zu können, muss ich ein etwas flotteres Tempo anschlagen. Und weniger fotografieren .

Um die Kleinmölbing-​Ostflankenhöhle (1635/9) zu erreichen, traversiere ich einfach die Flanke oberhalb des Goldbachls und erreiche in wenigen Minuten das weithin sichtbare, 14 Meter breite und 5 Meter hohe Höhlenportal. Die Höhle ist im Hauptdolomit angelegt und hat nur 37 Meter Vermessungslänge. Aus ihr entspringt episodisch ein Abfluss, der unterhalb der Höhle eine sehr fotogene Moosrinne bildet. Ich steige nun bergan auf die markante Geländestufe und wandere nach Nordosten, wo der Zufluss des Kawasser-​Sees (Gold-​See) entspringt. Es ist ursprünglich und ruhig hier. Ich begegne einigen Gämsen mit ihren Kitzen und einer Kreuzotter. Nach dem Schneefeld folge ich dem Bach hinunter zum See. Hier ist es besonders idyllisch. Die Schneetälchen-​Vegetation ist hier schön ausgeprägt. Wer genau hinsieht, findet eine sehr kleine, einblütige Soldanellen-​Art. Es ist die Österreichsiche Soldanelle (Soldanella alpina), die kurz nach dem Ausapern erscheint. Dank der Schneeschmelze ist der See heute randvoll und überflutet die Wiese, die von der Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris) gesäumt ist. Mit 5 Besuchern ist am See heute verhältnismäßig viel los. Einige Mutige springen für ein Insta-​Foto in die eisigen Fluten. Kaum 200 Höhenmeter sind es nun bis zum Gipfel des Querlsteins, mit seinem lässigen Gipfelkreuz mit integrierter Kuhglocke. Im Gipfelbereich dominiert ein oberflächlich versauerter Polsterseggenrasen. Das Karpaten-Katzenpfötchen (Antennaria carpatica) ist ganz typisch für solche windgefegte Rasen. Die hiesigen Kohlröschen (Nigritella) werden aber erst in 2 Wochen blühen. Am Gipfel raste ich fast eine Stunde und genieße die Aussicht sowie das herrliche Wetter.

Der Abstieg zur Brunnalm durch dichte Bestände des Narzissen-Windröschen (Anemone narcissiflora) klappt rasant. Immer wieder sehenswert ist die uralte, im Verfall begriffene Almhütte aus dem Jahr 1797. Daneben eine Hütte mit relativ neuem Dach aus Lärchenschindeln. Der Retourweg führt mich durch schöne Zirben und Lärchenbestände. Die Bewimperte Alpenrose (Rhododendron hirsutum) fängt gerade erst an zu blühen. Der Weg ist länger als gedacht und ich brauche 1h10min bis zur Hochmölbinghütte, wo ich mich mit ausgezeichneten Steierkasnocken und einer kühlen Gösser-​Halbe stärke. Der Blick schweift zur Tauplitzalm, wo ich nächstes Wochenende einen großen Familienwandertag organisiert habe. Für den Abstieg wähle ich die gemütliche Variante über den Grazer Steig retour zum Rohrmoos.

Fazit: Traumhaft wars. Stundenlang könnte ich hier herumwandern. Ich schaue zur Lärchenverfärbung im Herbst noch einmal vorbei. Dann aber mit neuer Kamera. Vielleicht eine Sony Alpha 6600 mit Tamron 17-​70 oder so

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13. Juni 2023

Überraschung

(gepostet im Bereich Berg)

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Die abendlichen Wanderungen am Fuß des Traunsteins gefallen mir heuer besonders gut. Um 1800 beginne ich meinen Spaziergang durch die Kaltenbachwildnis. Die Vegetation hat sich inzwischen prächtig entwickelt. Von den vielen Pflanzenarten sind die Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia), die Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia) und die Dunkle Akelei (Aquilegia atrata) besonders leicht zu identifizieren. Beim ersten Anblick des Adlerhorsts wird mir klar, dass ich schon sehr lange nicht mehr bei der Überraschung am Zierlersteig war. Ich habe noch genug Zeit. Der Zustieg ist zwar steil, dafür sehr kurz. Gleich nach dem Tunnel direkt vor dem Adlerhorst steige ich direkt bergan. Der Rotföhrenwald ist hier besonders urwüchsig. Um 1920 bin ich dann bei der Überraschung, wohl einem der besten Aussichtspunkte am Ostufer. Ich genieße das herrliche Panorama bei tief stehender Sonne. Für den Abstieg wähle ich die Variante nördlich des Adlerhorsts und kaum 25 Minuten später sitze ich schon auf der herrlichen Hoisn-​Terrasse. Mein Freund Stefan würde jetzt sagen: "Jo, do is guat ansitzen.”.

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3. Juni 2023

Von der Enzenbachmühle auf den Windhagkogel

(gepostet im Bereich Berg)

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Bei der gestrigen Wanderung auf das Steineck fragte mich mein Arbeitskollege Dominik, ob ich schon auf allen Gipfeln im Almtal war. Kurze Antwort: Nein. Mir fehlen immer noch einige wichtige Ziele im Kasberggebiet. Und vor allem kenne ich noch nicht die bekanntesten unmarkierten Anstiege, wie den Weg von der Enzenbachmühle durch die Südflanke auf den Windhagkogel. Außerdem war der letzte und einzige Besuch dieses Gipfels 2007.

Ich starte um 07:30 beim ehemaligen Gasthaus Enzenbachmühle und folge den Glöckerlweg bis zu einem aussichtsreichen Felssporn mit markantem Gebilde. Ein identisches ziert auch den Gumsenkogel. Hier verlasse ich den markierten Pfad und ein gut ausgetretener Weg führt steil bergan durch die Südflanke. Das Wetter ist sonnig und die Luft ist noch kühl. Durch dichten Fichtenwald, mit mal mehr, mal weniger Buchen, erreiche ich bald einen großen, sonnigen Schlag. Hier tummeln sich auffallend viele Gemeine Blutzikaden (Cercopis vulnerata) im hohen Gras. Der Weg wird im letzten Abschnitt deutlich steiler und sonniger. Nach gut 800 Höhenmeter erreiche ich um 09:30 den aussichtsreichen Gipfel. Ein Reisestein mit der Aufschrift Nur eine Kehre noch, wandert in meinen Rucksack.

Ich halte mich nicht lange auf, denn bereits um die Mittagszeit sind Gewitter angekündigt. Über dem Toten Gebirge bilden sich tatsächlich bereits dichte Wolken, während im Alpenvorland strahlender Sonnenschein herrscht. Um 1000 beginne ich wieder mit dem Abstieg, der erstaunlich flott klappt, denn um 1115 bin schon wieder am Ausgangspunkt und wenige Minuten später sitze ich schon im kleinen Gastgarten der Germdiele, wo ich ein wirklich sehr gutes Saiblingsfilet vom Kronawitter serviert bekomme.

Fazit: Schöne Trainingstour auf einen aussichtsreichen Gipfel. Aber ein großer Fan von Fichtenforst-​Wanderungen war ich noch nie. Been there, done that.

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