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29. Mai 2011

Sardinien

(gepostet im Bereich Berg)

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Wieder einmal besuchen Sarah und ich eine neue Insel. Sardinien. Angelockt durch die Empfehlungen von Freunden und Bekannten flitzen wir über Bratislava nach Alghero und mit unserem schnuckeligen Fiat 500 weiter nach Cala Gonone, einem kleinen Ferienort an der Ostküste. Am Programm steht Strand, Planschen, Wandern, Klettern und vielleicht auch ein bisschen Botanik. Kurzum: Alles was Spaß macht.

Schon bei der West-​Ost Durchquerung Sardiniens zeigt sich: Die Insel ist erstaunlich grün. Spektakulär auch der erste Anblick des Supramonte, mit seinen steil abfallenden Kalkwänden. Fast wie bei uns ;) Ganz toll finde auch die vielen Korkeichen (Quercus suber). In Cala Gonone wuchern dann überall Drillingsblumen (Bougainvillea) und Chinesische Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis). Das Angebot an Beisln ist auch recht ansprechend. Ich glaube, dass wird ein feiner Urlaub.

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12. Mai 2011

Kugelzipf NW-Grat

(gepostet im Bereich Berg)

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Ein kurzer Besuch beim Hochleckenhaus mit Aufstieg über den Kugelzipf NW-​Grat ist eine feine Vormittagstour. Passt genau, da ja am Nachmittag bereits heftige Gewitter prognostiziert sind.

Bergfexing Dad und ich starten beim Gasthaus Kienklause und wandern entlang des markierten Weges hinauf in Richtung Adlerspitze. Rasch endet die Forststraße und ein feiner Pfad im schattigen Wald beginnt. Hier findet sich Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum) kurz vor der Blüte. Auch die Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium) beginnt bereits zu blühen. Eine recht interessante Pflanze, bei der die Staubblätter die Schaufunktion übernehmen. Eine Ausnahme in der heimischen Flora. Bei der Querung der Schotterrinne findet sich dann die Gewöhnliche Felsenbirne|Amelanchier ovalis die es eher trockener und wärmer mag.

Beim grünen TVN Schild "Adlerspitze" verlassen wir den markierten Weg und folgen dem ausgetretenen Pfad hinüber in die Einsattlung zwischen Adlerspitze und Kugelzipf NW-​Grat. Diese Felszacken sind schon ein eigenes Kaliber. Der Kalk wirkt sehr glatt. Kurz bewundern wir die Aussicht zum Attersee, bevor wir der roten Punktmarkierung bergauf folgen. Die Kraxlerei in der Rinne ist heute noch was schlagig und wir halten einen großen Sicherheitsabstand ein. Nachdem Dad die Rinne verlassen hat, folge ich und genieße die Kraxlerei in vollen Zügen. So ein gemüsefreies Klettern im II Grad ist mir ja am allerliebsten. Leider ist die Rinne recht kurz. Wo gibt's bloß einen Berg, wo ich schon von unten in einer Rinne bis zum Gipfel aufsteigen kann? Mit zunehmender Höhe gelangen wir in das Reich der Polsterseggenrasen, die aktuell mit Clusius-Primel (Primula clusiana) und Alpen-Hahnenfuß (Ranunculus alpestris) geschmückt sind. Auch eine ungewöhnlich hochwüchsige Netz-Weide (Salix reticulata) kann ich entdecken, wobei hochwüchsig relativ ist. Normalerweise finden sich bei dieser Pflanze nur die Blätter überirdisch, aber dieses Exemplar bringt es auf eine Wuchshöhe von fast 5 cm ;) Kurz bevor auf das Plateau gelangen, nehmen wir nicht die Kraxlerei über die Platte, sondern nehmen die Variante durch das Felsentor, was ja auch viel lustiger ist. Die letzten Meter zum Gipfel sind dann nur mehr reine Formsache. Kurz bewundern wir die diesige Aussicht, denn das nahe Hochleckenhaus lockt schon mit seinen köstlichen Spezereien. Der Andrang dort hält sich heute eher in Grenzen. Nur zwei Tische sind besetzt. Da ich schon über ein Jahr nicht mehr hier oben war, bestaune ich die neue Grillhütte, wo gleich zwei Spanferkel nebeneinander Platz haben. Wie schon so oft, gibt es auch heuer einen akuten Wassermangel und nur die Trockenklos sind in Betrieb. Laut Hüttenwirt hat es seit der Eröffnung am 3. April 2011 nur ein einziges mal geregnet.

Eine kurze Bierpause später, beginnen wir auch schon wieder mit dem Abstieg. Die Almflächen sind wunderschön mit unzähligen Frühlings-Enzianen (Gentiana verna) geschmückt. Inzwischen hat sich auch die Wolkendecke gelichtet und im Tal funkelt der Attersee. Der Abstieg gelingt uns dann mit 1h außerordentlich flott. Ich muss mich definitiv wieder mehr im Höllengebirge rumtreiben. Schön ist's hier.

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7. Mai 2011

Leitersteig - Extended

(gepostet im Bereich Berg)

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Also die Runde Leitersteig – Kleiner Berg – Wurbauer Kogel hat es mir wirklich sehr angetan. Nun Anfang Mai hat sich das Erscheinungsbild der Vegetation am Steig erneut verändert und will sogleich begutachtet werden. Mit von der Partie ist heute Andi, der bereits akuten Outdoor-​Mangel beklagt. Obwohl ich ihn darauf hinweise, dass es heute wohl eher ein botanisch geprägter Spazierer wird, entschließt er sich spontan mitzuwandern. Ich hoffe nur er weis, auf was er sich da einlässt ;)

Bei wolkenlosem Himmel und frühsommerlichen Temperaturen starten wir im Salzatal und wandern zum Gehöft Maier im Hof. Gleich nach dem letzten Haus erwartet uns bereits die erste Überraschung. Eine Narzissenwiese mit vielen Stern-Narzissen (Narcissus radiiflorus) erblüht gerade. Normalerweise ist die Blütezeit in Windischgarsten oder Molln erst in der zweiten Maihälfte, aber heuer ist aufgrund der mageren Niederschläge und herrlichen Frühlingstemperaturen die Blütezeit vieler Arten doch erstaunlich verfrüht. Im feuchten Fichten-​Buchenwald begegnen wir auch noch der Einbeere (Paris quadrifolia) blühend. Eine ganz faszinierende Blüte. Wie auch bei meinen letzten Besuch hier, finden sich auch wieder Feuersalamander (Salamandra salamandra), denen die Feuchtigkeit hier im Flysch sichtlich gefällt. Vorbei an der markanten Eibe (Taxus baccata) gelangen wir zu Anhöhe, wo inzwischen die Tafeln für die naturspuren-​Station aufgestellt wurden. Auf dieser Lichtung hat der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) inzwischen erstaunlich an Biomasse zugelegt. Nun beginnt wieder der eigentliche Leitersteig. Auf den letzten Metern im Flysch zeigt sich noch häufig fruchtende Weiße Pestwurz (Petasites albus). Andi erinnert sich an seine Kindheit: "Ahh, die Blattln konn ma ois Huat nehma!" Hier wächst auch noch das Gewöhnliche Lungenkraut (Pulmonaria officinalis). Ich hoffe nur ich finde heute auch das Kerner-​Lungenkraut (Pulmonaria kernerii), das sich durch das Fehlen der Höcker auf der Blattoberfläche, sowie der Behaarung und Blattform unterscheidet. Andi ist recht interessiert und hilft mir bei der Suche. Vier Augen sehen einfach mehr als zwei. Wir steigen höher und erreichen rasch den kalkhaltigen Untergrund. Zwischen Schneeheide (Erica carnea) und Föhren (Pinus sylvestris) blüht der wunderschöne Edelweißstrauch (Amelanchier ovalis), der ja eigentlich Gewöhnliche Felsenbirne heißt. Die Blätter der Breitblättrigen Laserkrauts (Laserpitium latifolium) entdecke ich auch. Diese Pflanze wird wohl jedoch noch 1 Meter wachsen und erst im Spätsommer blühen. An besonders trockenen Stellen taucht häufig die Bittere Kreuzblume (Polygala amara) auf. Also ich noch am Fotografieren bin, winkt mir Andi zu: "Du Hari, i glaub i hob wos!". Ok, jetzt nur nicht nervös werden. Bestimmungsschlüssel auspacken, Lupe umhängen und runter auf den Bauch, wie es sich für einen anständigen Biologen gehört. "Na Pflanzerl, donn wern ma die moi anschaun", denk ich mir. Fehlende Höcker auf den Grundblättern. Ok. Grundblätter 3-​6 mal so lang wie breit. Ok. Behaarung. Ok. Na also, mit dem Kerner-​Lungenkraut habe ich wieder einmal einen österreichischen Endemiten erwischt. Da freut sich das Botaniker-​Herz. Auffällig für diese Art hier ist auch das häufige Fehlen der weißen Flecken auf den Blättern.

Wir wandern weiter und gelangen zur markanten Lawinenrinne. Zwischen den Kalkfelsen blüht Alpen-Maßliebchen (Bellidiastrum michelii), Berg-Flockenblume (Centaurea montana) und viele, viele Wald-Erdbeeren (Fragaria vesca). Eine Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) ist kurz vor dem Aufblühen. Wenige Meter vor dem Speikkogel tritt nun der Hauptdolomit zu Tage. Hier findet sich ein alpiner Garten, wie er schöner nicht sein könnte. Massen an Clusius-​Enzian (Gentiana clusii) schmücken den Bereich. An besonders schattigen Stellen hat sich auch das Alpen-Fettkraut (Pinguicula alpina) breit gemacht. Dazu die wunderschöne Fernsicht in die Priel-​ und Warscheneckgruppe, die wiederum von blühenden Sträuchern der Felsenbirnen umrahmt wird. Kitschiger geht's wohl kaum.

Ab hier folgen wir nicht dem markierten Weg, sondern wandern direkt bergauf. Der alte Jagasteig, entpuppt sich zwar als Gamspfad, aber direkt auf der Felsrippe gibt es sowieso keine Orientierungsschwierigkeiten. Die Felsenbirne wächst immer dichter. Auch der Clusius-​Enzian wird häufiger. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht auf diese hübschen Pflanzen treten. Nach steilen Rasenflanken gelangen wir zu bizarr geformten Dolomittürmen und –wänden. Auf den exponierten Kuppen blühen dichte Matten von Silberwurz (Dryas octopetala) und Zwerg-Alpenrose (Rhodothamnus chamaecistus). Wir überwinden ein 3 Meter hohes Wandl (II) und befinden uns dann im Reich des Petergstamms (Primula auricula), der mit seinen gelben Blüten die Felsnischen ziert. Auch die Große Alpen-Kuhschelle (Pulsatilla alpina) blüht hier. Ich liebe es einfach abseits der Wege unterwegs zu sein. Da gibt es immer viel mehr zu entdecken. Bei einer markanten Dolomitwand mit einigen Fenstern legen Andi und ich eine kurze Fotosession ein. Nun wird die Felsrippe breiter und verliert sich im weiten Gelände. Hier auf den Almflächen oberhalb des Bloßbodens halten sich immer noch einige Schneereste. Daher entdecken wir auch noch Alpen-Soldanellen (Soldanella alpina) und Frühlings-Krokus (Crocus vernus). Etwas bergab stoßen wir auf den Weg der zur Mayralm hinauf führt. Am Bloßboden gelangen wir dann wieder auf den markierten Weg, der uns hinauf zum Kleiner Berg führt. Dort legen wir eine längere Jausenpause ein. Die Fernsicht ist optimal, insbesondere wenn sich im Tal saftige grüne Wiesen zeigen und die Gipfel noch leicht angezuckert sind. Apropos Zucker: Die Schneereste am Pyhrgas und Warscheneck sind nur noch winzige Überbleibsel des Winters. Die Pyhrgasüberschreitung ruft schon wieder! Die Nordseite des Toten Manns ist auch fast schon aper, was auf einen trockenen Warscheneck SO-​Grat schließen lässt. Und die Runde Laglalm-​Langstein-​Kreuzmauer schaut auch super aus! Als besondere Attraktion können wir am Gipfel viele Segelfalter (Iphiclides podalirius) beim Hill-​topping beobachten.

Gut erholt brechen wir wieder auf um die letzten Höhenmeter hinab zum Wurbauer zu vernichten. 30 Minuten später treffen wir dort auch schon ein und haben uns selbstverständlich eine kräftigende Mahlzeit verdient ;) Diese fällt heute in Form von Putenschnitzel und Berner Würstl aus. Also ganz was leicht Verdauliches . Der Retourweg führt uns obligat über die alte Skipiste. Das Schild "Bogenparcours! Weg nicht verlassen" ignoriere ich. Wie üblich. Erst als 30 Meter unterhalb Andi plötzlich einen 20 cm langen Carbonpfeil aus dem Boden zieht, wird mir der Sinn dieser Warnung so richtig klar. Aber wenn dieser Pfeil schon so weit fliegt, würde er auch locker bis zum markierten Weg unter uns reichen. Dieser ist nämlich nur 10 Meter entfernt. Da hat wohl wer die Ballistik perfekt ausgenutzt. Unverletzt erreichen wir nach wenigen Minuten wieder unseren Ausgangspunkt.

Fazit: Der Leitersteig gefällt mir immer besser. Im Mai zeigt er sich von seiner schönsten Seite. Auch Andi hat es gut gefallen. Jaja, die Assimilierung zum Mostschädl schreitet voran ;) Wie heißt's so schön: Resistance is futile…

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23. April 2011

Klettern in Dürnstein

(gepostet im Bereich Berg)

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So ein Kurzurlaub in der Wachau, insbesondere im schnuckligen Dürnstein, ist schon etwas Besonderes. Nicht nur für den Ökologen und geneigten Pflanzenfreund bietet das hiesige (pannonisch beeinflusste) Klima Interessantes an Vegetation und Pflanzenarten. Durch den genialen Gföhler Gneis findet auch der Kletterer schöne Spielereien von leicht (II) bis brutal (IX). Lobend erwähnen muss ich natürlich den Winzerhof Stöger, wo wir um 30 Euro pro Nase und Nacht ein schönes Zimmer, Parkplatz und sehr leckeres Frühstück (Marillenmarmelade!) bekommen.

Wir schlendern um 0900 in den Wunderburggraben, wo uns der intensive Duft des Flieders (Syringa vulgaris) fast schon benebelt. Aus sämtlichen Fels-​ und Mauerritzen sprießt das Felsensteinkraut (Aurinia saxatilis), auch Wachauer Edelweiß genannt. Sehr fesch. Als wir den Weg zur Ruine verlassen und bei der Tafel mit der Klettergartenübersicht einem Pfad folgen, spenden schöne Trauben-Eichen (Quercus patrea) wohltuenden Schatten. Glücklicherweise sind deren Blätter schon schön groß, denn bei diesen sommerlichen Ostersamtagstemperaturen ist Kühlung wahrlich nötig. Am Däumling sind die leichten Routen leider schon besetzt und wir probieren mal einen Rinne (III bis IV) etwas weiter rechts. Leider ist der Gemüse-​ und somit auch der Erdfaktor recht hoch. Ständig rieselt es zum Stand hinunter, was Sarah natürlich überhaupt nicht gefällt. Also brechen wir hier ab und wandern hinüber zum Spiegel, wo eine schöne Platte mit 4 Routen (II bis V) lockt. Nach kurzem Training in Reibungskletterei am Kinderspiegel (II) begehen wir den Seitenspiegel (III). Überall sind Sauschwänze als Umlenker montiert. Direkter Spiegel (V) und Spiegel (IV) sind dann mir vorbehalten. Diese schon steilere Reibungskletterei ist Sarah nicht ganz geheuer. Wie wir aber feststellen, klappt es dann mit meinen Kletterschuhen auch bei Sarah viel leichter. Inzwischen ist es bereits nach Mittag und entsprechend erbarmungslos brennt die Sonne herunter. Unweit des Spiegels findet sich noch die Flamme (III), wo ich natürlich auch noch raufkraxeln muss. Sarah hat hierbei einen schönen schattigen Stand. Ich jedoch ernte volle Sonnenstrahlung. Also gleich lieber ohne Leiberl klettern. Oben findet sich nur zwei Bohrhaken, also wird's nix mit gemütlichem Ablassen, sondern ich klettere gemütlich wieder ab und sammle die Expressen ein. Da unsere beiden Handyakkus erschöpft sind, haben wir mangels Uhr überhaupt kein Zeitgefühl mehr. Schließlich treibt uns einfach der Hunger wieder retour nach Dürnstein, wo wir uns im Alten Klosterkeller stärken.

Fazit: In Dürnstein kommt so richtig Urlaubsfeeling auf. Es riecht sogar wie im Urlaub! Irgendwie erinnert mich die karge Vegetation auf den Felsen, insbesondere die verkrüppelten Föhren (Pinus sylvestris) sehr an Korsika. Und nach etwas sportlicher Betätigung ordentlich beim Heurigen zu versumpfen gehört ja auch zum Urlaub. Aber im Klettergarten herum toben, ist nicht so meines. Eine Mehrseillängentour am Berg taugt mir schon mehr ;)

PS: Der Spiegel ist besonders in der Abendsonne so richtig lässig. Und im Wunderburggraben können anschließend zum Sonnenuntergang noch die sphärischen Klänge von "Musik für Räume" genossen werden.

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