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12. März 2011

Kleinerberg via Leitersteig

(gepostet im Bereich Berg)

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Wenn oben der Föhnsturm tost, bleibe ich lieber im unteren Stockwerk. Für meine Spazierrunde wähle ich heute den mir unbekannten Leitersteig. Heute ist es wieder herrlich im Garstnertal. Bei strahlendem Sonnenschein bilden die grünen Wiesen einen schönen Kontrast zu den schneebedeckten Bergen. Aber auf meiner vor allem südseitig ausgerichteten Runde sollte ein Schneekontakt eher unwahrscheinlich sein.

Als Ausgangspunkt wähle ich den Parkplatz in der Nähe des Gehöfts Maier im Hof (Reiterhof), einige Meter nach der Abzweigung zur Villa Sonnwend. Anfangs verläuft der Weg noch unspektakulär im dichten Fichtenforst. Der alte Hohlweg liegt im Flyschgebiet und ist entsprechend matschig. Praktischweise wurde hier 2008 jedoch ein neues Wegerl "naturspuren" angelegt, welches zwar immer noch im grausigen Fichtenforst verläuft, aber wesentlich besser zu beschreiten ist. Ok, ein paar Tannen stehen schon hier. Bei der Abzweigung zum Wurbauerkogel beginnt dann der eigentliche Leitersteig. Ein Taferl informiert mich darüber, dass ich absolut diszipliniert gehen muss ;) Na gut, dann reiße ich mich halt zusammen. Der Steig verläuft recht angenehm ansteigend und führt mich an die Südseite des Hahnbaums, wo Hauptdolomit dominiert. Der Boden ist hier wenig tiefgründig und die Fichten bestätigen dies mit Krüppelwuchs. Langsam wechselt die Vegetation und ein feiner Schneeheide-​Föhrenwald macht sich breit. Zwar ist dieser hier nicht so schön ausgeprägt wie in den Schuttfluren der Polsterlucke, der nahen Steinwänd oder am Traunsee Ostufer, dafür finden sich in den naturnahen Buchenwäldern des unteren Teils Vorkommen des Kerner-Lungenkrauts (Pulmonaria kerneri) und des Bleichen Knabenkrauts (Orchis pallens). Erstere blüht erst Ende Mai, während letztere wohl in 5-​6 Wochen ihre blassgelben Blüten entfalten wird. Heute blüht entlang des Weges "nur" die Schneeheide (Erica carnea), Schneerosen (Helleborus niger) und Leberblümchen (Hepatica nobilis), die endlich den Frühling verkünden. Da und dort kann ich auch einige Albino-​Leberblümchen sichten. Eigentlich hätte ich hier mit einigen Exemplaren des Petergstamms (Primula auricula) gerechnet, aber ich kann keine Blattrosetten ausmachen. Vermutlich ist der brüchige Hauptdolomit nicht der optimale Untergrund für diese Pflanzenart. Dafür entdecke ich da und dort Rosetten von Jagabluat (Primula clusiana), Herzblättriger Kugelblume (Globularia cordiifolia) und des Zwerg-Buchs (Polygala chamaebuxus). Und sehr schöne Sträucher der Gewöhnlichen Felsenbirne (Amelanchier ovalis) gibt es hier auch. Scheint ja ein richtiger alpiner Kalkgarten hier zu sein. Anscheinend ist der Bereich um den Speikkogel recht ergiebig. Ende April/Anfang Mai wird's hier wohl recht bunt sein.

Am kleinen Speikkogel angekommen genieße ich die Aussicht in die Warscheneck-​ und Prielgruppe. Einfach fantastisch. Leider greift der Föhn immer stärker durch und es wachelt ordentlich. Da ich letzte Woche dummerweise meinen Nervus trigeminus ordentlich beleidigt habe, durchzucken mich bei jedem Windstoß unangenehme Kiefernschmerzen. Glücklicherweise habe ich zwei Hauben im Gepäck. Viel zu schnell endet der schöne Steig und ich erreiche den schneebedeckten Blosboden. Hier ist es wunderbar windstill. Daher beschließe ich meine Jausenpause etwas vorzuziehen, obwohl die Aussicht etwas zu sehr von der Fichte dominiert wird. Der Wind hat viele Flechten, vor allem Pseudevernia furfuracea, von den Bäumen geweht, die sich nun tief in den Schnee schmelzen. Unweigerlich muss hier dabei an den schweren AKW Unfall in Japan denken. Ich hoffe die Techniker bekommen das Problem in den Griff, sonst wird sich er Reaktorkern durch das Containment schmelzen, wie diese Flechte durch den Schnee. Eine Zipferlänge später wandere ich retour zur Forststraße, die auf den Kleinerberg führt. Hier tummeln sich inzwischen etliche Ausflügler. Auch für die Mountainbiker hat die Saison schon begonnen. Am sendergekrönten Gipfel entfaltet der Föhnsturm dann seine volle Kraft. An eine Pause ist gar nicht zu denken, darum flitze ich über den Wanderweg retour zum Wurbauerkogel, wo es auf der sonnigen Terrasse schon viel angenehmer ist. Und die tolle Aussicht von hier oben ist eh im ganzen Land bekannt. Als Belohnung genehmige ich mir ein äußerst knuspriges Schnitzel.

Der Abstieg ist dann eine Angelegenheit von wenigen Minuten. Ich folge zuerst dem Weg 2 neben der Rodelbahn, kürze aber dann über die alte Piste nach Norden ab, wo ich gleich wieder auf den markierten Wanderweg stoße, der mich direkt zum Ausgangspunkt führt.

Fazit: Hoppla, diese kleine 3-​4h Runde ist ja richtig fesch. Sonnig, gute Aussicht und eine interessante Flora sorgen für Kurzweil. Zur Blütezeit so gegen Ende April/Anfang Mai (heuer jedoch vermutlich deutlich früher) absolut einen Besuch wert.

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5. März 2011

Traunstein

(gepostet im Bereich Berg)

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Heute wird es was mit der Traunsteintour. Es ist noch wärmer als gestern und der Wind hat sich auch gelegt. Perfekte Traumsteinbedingungen Um 0830 starten Lampi, Susanne und ich am Parkplatz und wandern durch die Tunnels zum Naturfreundesteig. Assi, der leider erkrankt ist, sowie sein Kumpel Speedy hätten sonst unsere Runde ergänzt und wir wären über den Südwestgrat aufgestiegen. Lampi hätte sogar seinen Gleitschirm über den Grat raufgeschleppt. Heute bleiben wir am Normalweg. Die erste Traunsteintour des Jahres ist erfahrungsgemäß eh ein bisschen wilder. So früh im Jahr ist meine Kondition meist noch etwa *hüstel* ausbaufähig. Der Steig ist knochentrocken. Selbst in der Schlucht hinauf zum Felsenfenster liegt kein Schnee mehr. Nur die letzten Meter durch die Latschen zur Hütte sind noch einmal eisig. Hier kann man die meisten Stellen jedoch im Gemüse umgehen. Obwohl Lampi sein Zusatzgewicht mitschleppt ist er doch wesentlich flotter als Susanne und ich. Eine genaue Zeit weiß ich zwar nicht mehr, aber Lampi hat die Tour bis zum Gipfel mit 3h30min gestoppt. Bei der Hütte legen wir zuerst eine kurze Jausenpause ein und es ist auch noch genug Bier im Winterraum . Lampi ist jedoch schon etwas unruhig und marschiert gleich weiter zum Gipfel um den Gleitschirm vorzubereiten. Wir bleiben noch etwas sitzen und bewundern die herrliche Aussicht. DA wir über der Inversionsschicht sind, ist der Fernblick wieder einmal fantastisch. Nach und nach trudeln auch die Bergläufer ein. Es herrscht Betrieb, als wäre die Hütte schon geöffnet.

Die letzten Meter durch die Latschengasse zum Gipfel sind durch den Schnee eigentlich recht leicht zu gehen, aber meine Muskeln sind schon müde. Mühsam schleppe ich mich als Letzter hinauf zum Gipfelkreuz. Plötzlich höre ich: "Jetzt glaub is glei!". Reini, ebenfalls ein alter Bergkumpel ist schon seit einer halben Stunde am Gipfel. Gut gelaunt unterhalten wir uns. Dieses Tagerl kann ich wohl gleich als Highlight der Saison verbuchen. Inzwischen hat Lampi die Startvorbereitungen abgeschlossen und wartet auf etwas mehr Wind, welcher sich gerade völlig gelegt hat. Doch schließlich entscheidet er gleich zu starten. Flott ist der Schirm in der Höhe und Lampi gibt ordentlich Gas. Er ist noch nicht ganz in der Luft und das Gelände wird immer steiler. Kurz sackt er noch unten und *schwupps* ist er schon in sicherer Fluglage. Ich würde bei so einer Aktion wohl Windeln der Marke "extradick" benötigen. Er fliegt zwischen den Hütten hindurch und visiert Traunkirchen an, wo er 15min später auf der Bräuwiese landet. Susanne, Reine und ich wählen für den Abstieg den Weg über die Mairalm. Die ersten 100 Höhenmeter sind noch von Schnee bedeckt und die Seile nicht verfügbar. Aber der Schnee ist schön weich und wir können gut die Fersen einsetzen. Danach ist der Weg bereits komplett trocken. Kurz überlegen wir noch ob wir über die Schotterriese abkürzen, entscheiden uns aber auf anraten von Lampi doch dagegen. Erst am Kaisertisch erreiche wir die heutige Schlüsselstelle: Den langen Marsch retour auf einer völlig vereisten Forststraße. Den gelungenen Abschluss der heutigen Tour bildet dann ein gemeinsames Essen im Gasthof Steinmaurer.

Wie schaut's heute mit dem Fazit aus? Dazu nur ein Wort: Traumstein!

PS: Wie üblich gibt es bei so einer geilen Forumstour auch die enstprechende Fotolovestory, sowie einen Bericht von Lampi. Sehenswert ist auch das Video des Starts.

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4. März 2011

Ardningalm

(gepostet im Bereich Berg)

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Eigentlich habe ich mir vorgenommen auf den Traunstein zu wandern. Interessanterweise stehe ich um 1030 nun am Parkplatz bei der Bosruckhütte. Im Trauntal steigt der Nebel bis auf 1000 Meter, während im Garstnertal nicht die Spur eines Nebelfetzens auszumachen ist. Das Wetter ist wieder einmal traumhaft. Blitzlblauer Himmel und angenehme Frühlingstemperaturen versprechen ein Traumtagerl.

Hinauf zur Ochsenwaldkapelle ist es schon teilweise aper. In den letzten Jahren lag hier bis Anfang April noch eine geschlossene Schneedecke. Da wir in Oberösterreich im Feber kaum Niederschläge hatten ist auch die hiesige Spur pickelhart. Teilweise wären Grödel ganz bequem, aber für diese kleine Runde habe ich die komplette Winterausrüstung zuhause gelassen. Den Arlingsattel erreiche ich nach 1h. Die Südseite apert auch schon brutal aus. Im sulzigen Schnee rutsche ich flott zur Forststraße hinunter und bin pünktlich um 1200 bei der Ardningalm. Hier gönne ich mir äußerst schmackhafte Bratwürstel (perfekt garniert) sowie ein Bierchen aus steirischer Produktion. An der Hüttenwand ist es wunderbar warm und ich kann im kurzärmligen Leiberl die Sonne genießen. Fast 2h sitze ich hier, bevor ich mich endlich dazu aufraffen kann retour in die Heimat zu wandern. Die 400 Höhenmeter retour zum Sattel verfluche ich heute ordentlich. Der Schnee ist noch sulziger geworden. Also steige ich im aperen Gelände auf, was wesentlich kraftsparender ist. Der Abstieg an der Nordseite klappt im kompakten Schnee dann wieder flott und einfach. Bei der Bosruckhütte genieße ich dann noch die letzten Sonnenstrahlen. Hui, das war heute ein recht ausgiebiges Sonnentanken. Morgen brauche ich was bissigeres. Der Traunstein, dieser alte Wadlbeisser, wird morgen besucht.

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3. März 2011

Pfannstein

(gepostet im Bereich Berg)

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Endlich eine gute Idee. Am Pfannstein war ich ja noch nicht, da ich diesen Gipfel bei meiner ausgedehnten Kremsmauerrunde 2007 sträflicherweise ausgelassen habe. Und vor allem hält sich bei den unsicheren Verhältnissen die Anreise in Grenzen. Bei den aktuellen Bezinpreisen kein Fehler. Webcam und Wetterstation in Micheldorf zeigten vor meiner Abreise noch kaum Wind und blauen Himmel. Bei meiner Ankunft um 1000 ist von der Sonne nichts mehr zu sehen. Aber Hauptsache es gibt leichte Plusgrade und kaum Wind.

Der Anstieg ist dank fehlendem Buchenlaub überraschenderweise doch recht hell. Hinter den Wolken kann ich die Sonne nur schemenhaft erkennen. Nur das letzte Stück zur Sattelhalt, welches in einem Bachbett verläuft, ist schattig. Da hier schon viele Wanderer unterwegs waren, ist der Schnee bereits zusammengepresst und vereist. Hier wären Grödl nicht falsch, aber etwas links oder rechts des Pfads klappt es auch prima. Die letzten Meter zur Gradnalm verlaufen dann südwärts auf einer Forststraße. Plötzlich blinzelt die Sonne hervor und es wird angenehm warm. Herrlich. Ein älterer Wanderer, der bereits wieder im Abstieg ist, meint dazu gut gelaunt: "Du, i hob da die Sun a wenig aussaghängt!". Da sag ich doch glatt: "Danke". Nach gemütlichen 1h20min trudle ich bei der sonnigen Alm ein, die ich jedoch links liegen lasse. Damit noch zusätzliche Kalorien verbrannt werden, wähle ich die Direttissima über die Ostflanke im wunderbaren Firn. Und schwupsidiwups bin ich auch schon 20 Minuten später am Gipfel, wobei die letzten 3-​4 Schritte schon sehr eisig sind. Hier ein Dank an die unterstützenden Fichten ;) Die Gipfelfreude währt jedoch nur kurz. Ein beginnender Föhnsturm vertreibt mich rasch wieder hinunter. Schade, denn die Aussicht ist eigentlich sehr schön. An den Nordhängen der Prielgruppe und des Kasberg liegt noch ordentlich Schnee. Im Gegensatz dazu präsentiert sich die Südseite des Traunstein bereits aper. Hmm, Traunstein .

Bei der Alm kann ich noch einige Minuten Sonnenschein erhaschen. Gerade recht für eine Bierlänge. Aber kaum verbirgt sich die Sonne hinter hohen Wolken, wird es kalt und ungemütlich. Im Schweinsgallop brauche ich retour nur 45 Minuten. Tjo, eigentlich eine feine Sache so eine kleiner Ausflug zum Pfannstein. Und auf der Gradnalm kann man's auch aushalten.

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