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7. April 2011

Sulzkogel (Versuch)

(gepostet im Bereich Berg)

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Es gibt einfach Tage, da läuft alles nicht so rund wie geplant. Da die Grundstück-​ bzw. Haussuche nicht wirklich erfolgreich verläuft, ist der Grundgrant schon enorm. Der legendäre Bergfexing Expeditionshut hat sich auch in die Wildnis verabschiedet und wurde schon durch einen Boonie hat ersetzt. Und die Bergschuhe beginnen sich auch schon aufzulösen. Grrr. Kurz nach Mittag beschließe ich eine patentierte Traunstein-​Anti-​Grant-​Tour zu unternehmen. Als Ziel habe ich mir heute eine Inspektion des markanten Pfeilers bei der Sulzkogelscharte gemacht. Mangels Information haben wir im gipfeltreffen.at Forum diesen als Sulzkogelschartenkogel bezeichnet ;) Dieser Pfeiler muss doch solo begehbar sein, denke ich mir. Immerhin sind dort oben beim Gipfelkreuz oft Bergfexen auszumachen.

Bei herrlichem Sonnenschein, aber stürmischen Wind starte ich am Traunsee und wandere über den Naturfreundesteig hinauf zum Naturfreundebankerl. Unterwegs erfreuen bereits blühende Clusius-Primeln (Primula clusiana) und Zwergbuchs (Polygala chamaebuxus) das Auge des Naturfreunds. Kurz danach verlasse ich den markierten Weg und traversiere das Schrofengelände zur Westflanke des Pfeilers. Anfangs steige ich noch im steilen Rasengelände auf, wechsle aber bald auf eine Felsrippe, die mir doch viel angenehmer ist. Diese wir jedoch zusehends steiler (3+) und ich ahne schon, dass ein Abstieg hier knifflig sein wird. Bei einer markanten kleinen Gasse erreiche ich dann einen Stand mit zwei Bohrhaken bzw. zwei alten geschlagenen Haken mit Bandschlinge. Eine lange Inspektion der weiteren Route offenbart Gelände, das ich alleine sicher nicht bewältigen kann. Also kehre ich um und der Abstieg wird genauso schwierig, wie ich mir gedacht habe. Mühsam kann ich wieder zum Normalwerg abklettern. Noch immer grantig, wähle ich den Miesweg als Variante um zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Und weil immer noch was schief gehen kann, bestelle ich mir beim Steinmaurer kein geniales Putenfilet, sondern ein Putenschnitzel. C'est la vie…

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2. April 2011

Leitersteig und Kleiner Berg - reloaded

(gepostet im Bereich Berg)

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Und weil mir der Leitersteig so gut gefallen hat, steht heute eine Wiederholung am Programm. Mit von der Partie sind Bergfexing Parents, die dieses feine Wegerl noch nicht kennen. Bei herrlichem frühsommerlichen Wetter starten wir um 0930 im Salzatal und folgen dem naturspuren Pfad hinauf zum Leitersteig. Gleich zu Beginn begegnen uns auch gleich zwei Feuersalamander (Salamandra salamandra), die ja auch das Logo des naturspuren Wegerls zieren. In den letzten 14 Tage hat sich auch die Vegetation stark verändert. Überall blüht bereits das Waldbingelkraut (Mercurialis perennis). Beeindruckend ist jedoch, dass sich die weißblütige Leberblümchenpopulation stark vermehrt hat. In vielen Bereichen des Steigs ist die weißblütige Mutante sogar stärker vertreten als der blaublütige Wildtyp. Mit einzelnen Mutationen kann diese Population sicher nicht mehr erklärt werden. Vermutlich spielt hier gezielte Bestäubung oder gekoppelte Gene (für Proteine für bestimmte edaphische Faktoren?) eine Rolle. Mal sehen was die Literatur dazu hergibt. Wo die ersten Felswände aufragen blüht auch schon vereinzelt der Petergstamm (Primula auricula), jedoch bei weitem nicht so massiv wie am Eibenberg oder Nazogl. Auch zwei Jagabluat (Primula clusiana) werden gesichtet. Sonst ist der Weg häufig mit Echtem Seidlbast (Daphne mezereum) geschmückt. Auch Lungenkräuter (Pulmonaria sp.) blühen schon überall. Mit dieser Gattung bin ich jedoch nicht so vertraut. Außerdem sind zur Bestimmung oft die erst nach dem Abblühen sich entwickelnden Laubblätter der Rosetten notwendig. Dafür ist es nun einfach noch zu früh. Bewaffnet mit einer guten Lupe sollte aber ein Kerner-Lungenkraut (Pulmonaria kerneri) schon bestimmbar sein.

Am Speikkogel legen wir dann eine kurze Jausenpause ein. Der Blick ist Garstnertal ist wieder einmal wunderschön. Die saftig grünen Wiesen werden herrlich von frisch angezuckerten Bergen umrahmt. Vom Speikkogel scheint mir ein (Gams)Steigerl nordwärts hinauf zur Mayralm zu führen. Bei Gelegenheit gleich mal austesten. Am Weiterweg zum Kleiner Berg verlassen wir kurz die Forststraße und folgen einem alten und verwachsenem Weg. Hier blühen Alpen-Soldanelle (Soldenalla alpina) und Frühlings-Krokus (Crocus vernus). Leider, leider habe ich irgendwo am Weg meinen alt gedienten Expeditionshut verloren. Nach über einem Jahrzehnt treuer Dienste ist das schon ärgerlich. Trotz Umkehr und genauer Suche bleibt er verschollen. Naja, wird der Bursche halt durch einen Boonie hat vom Army Shop ersetzt, die sind nämlich wesentlich robuster und billiger als die Sonnenhüte beim Eybl. Bergfexing Mum und Dad haben es sich inzwischen schon am Sender gemütlich gemacht und bestaunen die Drachflieger, die hier gut starten können.

Der Abstieg zum Wurbauerkogel klappt dann flott und unkompliziert. Machmal ist man sogar über den Schatten im Fichtenwald froh. Beim Bergrestaurant entfaltet der Sonnenschein dann seine ganze Kraft. Ich muss sogar das Bier in den Schatten stellen (oder schneller trinken). Der Abstieg zum Ausgangspunkt ist dann nur eine Frage von wenigen Minuten. Hui, des war aber wieder sehr fein heute. Ich glaube, ich schaue Anfang Mai noch einmal hier vorbei!

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24. März 2011

Traunstein

(gepostet im Bereich Berg)

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Was schon Mitte März und Dad war noch gar nicht am Traunstein? Am Besten gleich mal raufschauen. Außerdem ist dieser Traumberg ja ein wahrer Kondischinder. Wieder starten wir bei Traumwetter. Sogar der Sonnenhut wird gleich aufgesetzt. Aber vor allem um den verflixten Sonnenbrand zu schützen. Bei unserem Start am Einstieg NF begrüßt uns schon die blühende Kalkflora. Auch der Burser-Steinbrech (Saxifraga buseriana) blüht schon unterhalb der Sulzkogelscharte. Aber heute ist die Flora eher Nebensache und Dad und ich schlagen ein, für unsere Verhältnisse, etwas flotteres Tempo an. Der Weg ist komplett aper und staubtrocken. Nur kurz vor und nach dem Felsenfenster liegt noch etwas Neuschnee, der schon wieder ordentlich zu Eis komprimiert wurde. Nach 2h20min treffen wir dann am Traunsteinhaus ein, wo schon zwei Bergfexe in der Sonne sitzen. Bei frühsommerlichen Temperaturen sitzen wir bei herrlichem Sonnenschein im kurzen Leiberl an der Hüttenwand. Bei leckerem Speck + Bier lässt sich die Aussicht zum Dachstein schon ganz gut aushalten. Aufgrund der Temperaturen ist es jedoch etwas diesig. Macht aber nix ;)

Um den vereisten Weg im Abstieg zu vermeiden, nehmen wir heute die Route "Scheißheislrinne" die schön aper ist. Dies ist auch der Weg zum Klettergarten. Rasch gelangen wir ins Geröllfeld, wo ein Abstieg rasant klappt. Der obere Teil ist jedoch recht mager mit Schotter ausgestattet und etwas heikel. Dafür ist die meterhohe Felsengasse eine coole Attraktion. In kaum 1h sind wir auch schon wieder am Südwestgrat und 30min später retour am Ausgangspunkt. Tja, Traunstein ist immer fein.

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23. März 2011

Großer Höllkogel

(gepostet im Bereich Berg)

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Es wird Zeit für die letzte Schneeschuhtour der Saison. Für diesen Anlass wählen Bergfexing Parents, Roland und ich einen Klassiker: Die Große Höllkogel Runde mit Einkehr bei der Rieder Hütte.

Bei Traumwetter starten wir um 0920 bei der Bergstation am Feuerkogel. Die Berg/Talfahrt mit der Seilbahn war heute etwas günstiger, da jeden Mittwoch der Gruppentarif (14,90 €) gilt. Im Schigebiet tut sich wenig. Kein Wunder bei der mageren Schneelage. Überall apert es schon kräftig aus. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass wir bei der Traverse am Sommerweg auch gleich drei Kreuzottern (Vipera berus) treffen. Zwei Individuen sind so genannte Höllenottern, die jedoch nur schwarz pigmentierte Kreuzottern sind. Der Schnee trägt anfangs noch und wir kommen im Edltal auch ohne Schneeschuhe gut vorwärts. Doch spätestens im Bereich der Südhänge am Totengrabengupf versinken wir immer wieder bis zu den Knien im Schnee. Jetzt können die Entenpatscherl ihre Vorteile ausspielen. Bergfexing Mum trennt sich hier von der Männerpartie und wandert gemütlich rüber zur bewirtschafteten Rieder Hütte. Wir folgen jedoch der Spur zum Gipfel, wo wir nach insgesamt 1h45min eintrudeln und eine für den Höllkogel seltene Besonderheit erleben: Windstille bei Sonnenschein! Während der kurzen Jausepause wird auch das Aug mit einem schönen Ausblick ins innere Salzkammergut belohnt. Die Fernsicht ist jedoch etwas eingeschränkt und reicht heute "nur" bis zum Untersberg.

Für den Abstieg zur Riederhütte benötigen wir dann kaum 20min. Interessanterweise meiden die meisten Tourengeher den letzten Anstieg zur Hütte und als wir an der sonnigen Hüttenwand eintreffen, habe wir finden wir leicht ein freies Platzerl. Die von Karl hoch gelobten Kaspressknödel sind leider schon verputzt. Als Alternative gibt es heute Gulasch mit Spiralnudeln und Kaiserschmarrn. Roland ergattern sogar ein "tiefes" Gulasch – also ein Gulasch in einer Suppenschüssel – damit mehr Saft Platz hat ;) Lange genießen wir die Bewirtung und das herrliche Wetter, doch um 1400 brechen wir doch auf. Inzwischen ist der Schnee so richtig sulzig und auch mit Schneeschuhen fällt der Retourmarsch eher mühsam aus. Dies könnte jedoch auch an den gut gekühlten Bierchen liegen…Im Edltal brennt die Sonne dann erbarmungslos herunter. Eine schweißtreibende Sache. Im Skigebiet haben sich die spärlichen Skifahrer inzwischen auch schon mit dem Apres Ski begonnen. Da heute die letzte Gondel erst um 1700 fährt und wir noch mehr als genügend Zeit haben, tun wir es ihnen gleich. Beim Feuerkogelhaus kann ich dann auch kurzärmlig heraußen sitzen. Herrlich.

Was haben wir heute gelernt: Wer sich Mitte März nur einmal am Vormittag mit Lichtschutzfaktor 30 eincremt, bekommt 100%ig einen Sonnenbrand.


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