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22. Juli 2009

Herzog-Ernst-Spitze

(gepostet im Bereich Berg)

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DoronicumGlacialis.jpgzoomPicture

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Trotz der Höhe schlafe ich außerordentlich gut und wache erst gegen 0500 auf. Dad hat weniger gut geschlafen. In 3100 Meter erhöht der Körper den Herzschlag sehr ordentlich. Also drehe ich draußen vor dem Frühstück mal eine kleine Runde. Wieder hat sich bestes Bergwetter eingestellt. Kaum Bewölkung, kaum Wind und angenehme Temperaturen. Der Großglockner präsentiert sich bereits in all seiner Pracht und blinzelt gestochen scharf herüber. Um 0600 verputzen wir ein gutes Frühstück, wobei ich noch die Speckeier mit Hirschspeck loben möchte. Sowas gibt Kraft für dich nächsten Stunden. Der Hüttenwirt meint: "Hobts a Glück, dass da Föhn nu ned kumma is. Sonst hättma do 100km/h Böen!". In der Tat. Dad startet um 0700 sogar kurzärmlig. Der Abstiegsweg führt uns heute über den Gletscher, was etwas flotter klappt. Doch rasch merken wir, dass es in der zweiten Nachhälfte wohl sternenklar war. Die Spur ist etwas eisig und die Entscheidung Steigeisen anzulegen wir rasch getroffen. So klappt der Abstieg problemlos. Auch die recht steile Querung hinüber zum Gratweg ist mit Steigeisen überhaupt kein Problem. Im schönen Morgenlicht wird wieder ordentlich die heimische Bergwelt bewundert. Ich sag's noch mal: Ein optimales Tagerl!

Bei der Rojacherhütte unterhalten wir uns noch kurz mit dem Hüttenwirt bezüglich der Gletscherquerung. Man muss nur genügend Abstand zu den Trichtern halten und die Sache ist ungefährlich, da es hier keine Spalten gibt. Also folgen wir dem Weg 02 in die Niedere Scharte. Unter uns glitzert der grüne Gletschersee in der Morgensonne, die kräftig wärmt. Also lieber doch noch einmal mit Sonnencreme einschmieren. Sonnenhut tief ins Gesicht. Sonnbrille und Steigeisen montiert und wir spazieren flott über die Neuschneeauflage hinüber in aperes Gelände, wo wir auch wieder auf Markierungen treffen. Unterwegs brennt die Sonne ordentlich herunter. Der Wasservorrat im Camelbak schwindet rapide. Teilweise finden sich auch noch die Hagelreste von gestern, die inzwischen zu kleinen Würfel zusammengeschmolzen sind. Schaut interessant aus.

Die nächsten Höhenmeter in die Niedere Scharte verlaufen durch einen hochalpinen Garten. Da wir uns hier an der Nordseite befinden unterscheidet sich die Vegetation vom gestrigen Artenmix. Hier wachsen auffällig viele Klebrige Primeln (Primula glutinosa). Teilweise in extrem dichten Beständen. Glücklicherweise ist ein Foto geruchsfrei, denn die Pflanzen verströmen einen intensiven Duft Marke "Pferdeharn". Der Moos-​Steinbrech (Saxifraga bryoides) ist hier mit der polsterbildenden Hochlagenform der Bayrischen Enzians (Gentiana bavarica var. subacaulis) vergesellschaftet. Das tiefe Blau dieser Enzianart zusammen mit dem Neuschnee ist schon einen prächtige Farbenkombination. Der Gletscher-​Hahnenfuß (Ranunculus glacialis), der an der Südseite fehlte, wächst hier ebenfalls häufig. Am Rand eines kleinen Sees, finden sich etliche Granaten, die wie Rosinen im Gneisteig stecken. Die letzten Meter in die Niedere Scharte führen dann über Schneefeld. Hier würde der Gipfel des nahen Altecks locken, doch wir müssen unsere Kräfte sparen, liegen doch noch etliche Stunden Gehzeit vor uns. Etwas oberhalb der Fraganter Scharte legen wir dann nach 4h eine kurze Jausenpause ein. Die Szenerie ist ein bisschen ..hmm.. verrückt. Die Schilifte am Mölltaler Gletscher sind in Betrieb und einige Schifahrer wedeln gekonnt die einzig befahrbare Piste herunter. Hier in der Scharte zeigen sich die zwei Gesichter der Alpen. Nach Norden idyllische Bergwelt im Nationalpark (aber mit einigen Hütten), nach Süden ein industrialisiertes Gebiet mit Huchwurtenspeicher und Skianlagen. Mir gefällt's im Norden deutlich besser!

Die nächsten 200 Höhenmeter hinauf zur Herzog-​Ernst-​Spitze sind beschwerlich. Die körperliche Leistungsfähigkeit offensichtlich bereits nahezu ausgeschöpft. In jeder Kehre muss ich verschaufen und bestimme die hiesigen Pflanzen. Bemerkenswert sind die sehr großen Pölster des Stängellosen Leimkrauts (Silene acaulis), in denen sich viele Polstergäste eingenistet haben. Obwohl ich den Rucksack eigentlich nicht schwer finde, ist jeder Schritt bergan anstrengend. Auf der Herzog-​Ernst-​Spitze mit 2933 Meter, muss ich dann länger rasten. Wir überlegen noch kurz ob wir das Schareck besteigen sollen. Doch in meiner aktuellen Verfassung würden wir wohl auch ohne Rucksack hin und retour etwa 3 Stunden veranschlagen. Also entscheiden wir uns gegen eine Schareckbesteigung und kraxeln über den Pröllweg zum Niedersachsenhaus. Dieser Gratweg ist wirklich genial. Schön schmal, luftig und sehr aussichtsreich. Und mit abnehmender Höhe kehren wie üblich meine Kräfte zurück. Die Stimmung bessert sich und die Kraxlerei macht wieder so richtig Spaß. Wenn man den Grat bis zum Niedersachsenhaus betrachtet, kann man eigentlich gar nicht glauben, dass hier ein gangbarer Pfad existiert. Toni und Martin hat es hier letztes Jahr bei starkem Sturm fast vom Grat "gwachelt". Heute ist es fast windstill, dafür "brennt die Sun gscheid ins Gnack". Im letzten Drittel des Pröllweges ändert sich schlagartig die Vegetation. Plötzlich wachsen hier Kalkzeiger wie die Netz-​Weide (Salix reticulata), Alpen-​Süßklee (Hedysarum hedysaroides). Hoppla, ein weißblütiger Hülsenfrüchtler wächst hier auch. Schaut nach Alpen-​Spitzkiel (Oxytropis campestris subsp. tyroliensis) aus, aber hierzu brauch ich noch eine zweite Meinung. Aber offensichtlich dürfte hier etwas Kalkglimmerschiefer durchziehen.

Erschöpft treffen wir in der Mittagshitze am Niedersachsenhaus ein. Ein guter Radler päppelt uns wieder auf. Und endlich mal kein Stiegl-​Bier mehr ;). Das Haus, am Grat zwischen Rauriser-​ und Gasteinertal, liegt zwar auf rund 2400 Meter, trotzdem ist es bei unserem Aufbruch um 1300 brutal heiß. Der schattenlose Abstieg nach Kolm-​Saigurn ist somit eine Strapaze. Erst unterhalb der Durchgangalm bei einem Bach finden wir etwas Abkühlung. Der letzte Weg zum Parkplatz verläuft dann durch einen urigen Fichtenwald mit vielen Heidelbeeren. Dazwischen finden sich unzählige Tümpel mit, durch gelöste Huminstoffe, rotbraun gefärbtem Wasser. Schließlich trudeln wir um 1530 bei 29°C am Parkplatz ein.

Fazit: Genialer und abwechslungsreicher Hochtourenauftakt. Durch den Neuschnee und der üppigen Vegetation ergaben sich wunderschöne Eindrücke. Wer weis, ob man dies noch einmal so erwischt? Aber es war auch hart. Das fehlende Höhentraining (vielleicht war der Schlaf auf 3100m doch nicht so erholsam) machte sich am zweiten Tag bemerkbar. Insgesamt 13 Stunden Gehzeit bei 2200 Meter Anstiegen sind vorerst eine gute Basis für die nächsten 3000er. Am Programm: das Große Wiesbachhorn.

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21. Juli 2009

Hoher Sonnblick

(gepostet im Bereich Berg)

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Der Hohe Sonnblick ist schon ein ganz besonderer Berg. Er ist nicht nur ein schöner 3000er umrahmt von einer großartigen Gletscherkulisse. Am Gipfel befindet sich auch das 1886 erbaute und inzwischen legendäre Observatorium, das mit dem Zittelhaus zusammengebaut ist. Aber auch geschichtlich wartet das Gebiet mit einigen Attraktionen auf. Etliche Ruinen zeugen von der Blüte des Goldbergbaues, welcher im 19. Jahrhundert endete. Abgerundet wird das ganze Erlebnis natürlich mit dem naturwissenschaftlichen Aspekt. Obwohl hier der Zentralgneis dominiert, finden sich auch viele andere Gesteinstypen. Insbesondere an Orten an denen der Kalkglimmerschiefer zutage tritt, gedeiht eine üppige Flora. Also optimal für eine Neugierdsnase wie mich ;)

Bergfexing Dad und ich starten am Parkplatz Lenzanger um 0945 und wandern der Forststraße entlang zum Naturfreundehaus Kolm-​Saigurn. Es gibt zwar auch eine Busverbindung, aber wenn schon von den vergletscherten Gipfeln makellos weißer Neuschnee runterfunkelt, muss ordentlich gegafft werden. Zusammen mit dem saftigen frischen Grün der Gräser und einem strahlend blauem Himmel, mit etlichen Schönwetterwolken, ergibt sich eine Szenerie, die das Herz eines Bergsteigers höher schlagen lässt. Apropos höher. Für Dad ist es nach einer längeren Pause von rund 20 Jahren erst der zweite Besuch eines 3000ers. Wir wandern also bei bestem Wetter, vorbei am Naturfreundehaus, durch einen kühlen Wald. Hier hat sich ein schönes Hochstaudenflur gebildet, in dem der Graue Alpendost (Adenostyles alliariae) dominiert. Auch finden sich etliche weitere Pflanzenarten, die von einer hohen Feuchtigkeit zeugen. Interessanterweise findet sich die grünblütige Unterart des Weißen Germers (Veratrum album subsp. lobelianum). Flott erreichen wir den wunderschönen Barbarafall, wo einige Fotos geknipst werden. Das Grünerlengebüsch lichtet sich und wir erreichen nun baum-​ und strauchfreies Almgelände. Immer wieder wandern die Blicke zum jungfräulichen Hocharnkees. Während des Kälteeinbruchs am letzten Samstag sind hier rund 40 Zentimeter Neuschnee gefallen. Und heute herrscht optimales Hochtourenwetter. Tja es hat schon Vorteile Student zu sein

Unterwegs gibt es aus botanischer Sicht noch vieles zu entdecken. Vor allem kleine Moor-​ sowie Fels-​ und Mauergesellschaften sind Objekte der Begierde. Die Artenliste im Kopf explodiert schon wieder. Ganz nett, und noch netter zu fotografieren, sind die vielen Alpen-​Grasnelken (Armeria alpina), die auch Schlernhexen genannt werden. Kurz nach 1130 treffen wir beim Neubau ein. Hier genehmigen wir uns zuerst ein leckeres Mittagsessen. Trotz Urlaubszeit und Traumwetter sind wenige Bergfexen unterwegs. Vielleicht ist es ja auch zu warm und die Menschen freuen sich schon einen Sprung ins kühle Nass. Rund um die Hütte finden sich einige typische Silikatpflanzen in Blüte: Gletscher-​Nelke (Dianthus glacialis), Rosenwurz (Rhodiola rosea) und Kugelblumenblättrige Teufelskralle (Phyteuma globulariifolium). Wir wandern noch ein kleines Stückchen entlang des Tauerngoldweges zur Ruine des Radhauses. Hier befand sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Wasserrad und das Maschinenhaus für den Betrieb des 1,5km langen Schrägaufzugs (Bremsbergaufzug). Heutzutage kann man sich die Arbeitsbedingungen der Bergleute kaum mehr vorstellen. Auch sollte man bedenken, dass während der kleinen Eiszeit um 1850 der Gletscher kaum mehr als 500 Wegmeter weiter oben endete. Übrigens sind die Informationstafel zum Thema Tauerngold und Gletscher wirklich sehr gut gemacht.

Dad und ich wandern nun südwestlich hinüber zur Rojacherhütte. Unterwegs liegen immer wieder reinweiße Quarzblöcke in der Landschaft und erinnern irgendwie an überdimensionale Hagelkörner. Generell gibt es hier viele meterlange Quarzbände, die mit konstanter Dicke den Zentralgneis durchschneiden. Es wäre schon toll, wenn ich vielleicht einen Bergkristall finden würde. Glitzern tut's ja ganz arg. Doch glasklare Spitzen kann ich nicht finden. Dafür ist es hier in diesen Felsschuttfluren botanisch wieder sehr lohnend. Über weite Flächen leuchtet das Gelb einer Gämswurzart (Doronicum sp.). Aufgrund der fehlenden Lupe ist eine genaue Bestimmung unsicher, aber es sollte sich um die Eigentliche Gletscher-​Gämswurz (Doronicum glaciale subsp. glaciale) handeln. Auch gibt es hier den Alpen-​Säuerling (Oxyria digyna) sowie den Glescher-​Petersbart (Geum reptans), der mit seinen markant schraubigen Fruchtständen auffällt. Zusammen mit der allgegenwärtigen Alpenwucherblume (Leucanthemopsis alpina) ein hübscher Farbenmix. Aber auch die Fernblicke haben etliches zu bieten. Im Kessel zwischen Herzog-​Ernst-​Spitze und Alteck liegt noch viel Schnee. Der Normalweg zur Fraganter Scharte scheint sogar großteils von Schnee bedeckt zu sein. Inzwischen ist die Luft wohl noch trockener geworden, die Fernsicht nach Norden noch einmal besser. Wie eine hellgraue Mauer ziehen sich die Nördlichen Kalkalpen von Westen nach Osten. Leicht zu bestimmen ist die Dachsteinsüdwand, die schon herrliche beleuchtet wird. Etwas höher erblicke ich dann noch das unverwechselbare Weißeck, das seinem Name alle Ehre macht. Beim Ombrometer und der Abzweigung des Weges 02 in die Niedere Scharte, queren wir noch ein größeres Schneefeld und erreichen die kleine, aber äußerst feine Rojacherhütte. Bei einem Bierchen genießen wir den fantastischen Panoramablick. Das Goldbergkees besitzt schon eine ganz ordentliche Größe. Bei einem Gespräch mit dem freundlichen Hüttenwirt erfahren wir, dass eine Querung über den Gletscher in die Niedere Scharte ungefährlich zu bewerkstelligen ist. Sehr gut, diesen Abschnitt kenne ich eh noch nicht. Bei meinem letzten Besuch 2003 war der Gletscher blank und ich hatte keine Steigeisen eingepackt.

Für den letzten Abschnitt hinauf zum Zittelhaus wählen wir den SO-​Grat mit schönen, großen Gneisblöcken. Um besser kraxeln zu können, verstaue ich die Nikon im Rucksack und die alte Ixus verrichtet ihren Dienst. Die unglaublich schöne Gratkraxlerei kann somit in vollen Zügen genossen werden. Rechterhand die Abstürze ins Tal, links der Gletscher und ein Panorama, das seines Gleichen sucht. Kurz unterhalb von 2700 Meter hatte ich einen dezenten Leistungseinbruch. Aber hier, bereits um 3000 Meter, bin ich komplett aufgeputscht und die Kraxlerei ist wenig kräfteraubend. Bergsteigen ist einfach nur geil! Die Pflanzenwelt überrascht nach jedem Block mit einem neuen Polster. In etwas geschützter Lage suchen Moschus-​Steinbrech (Saxifraga moschata), Gegenblättriger Steinbrech (Saxifraga oppositifolia), Moos-​Steinbrech (Saxifraga bryoides), Einblüten-​Hornkraut (Cerastium uniflorum) und Alpen-​Mannsschild (Androsace alpina) Schutz vor dem hochalpinen Klima. Ein Polster des Alpen-​Mannschilds ist sogar so dicht mit Blüten besetzt, dass überhaupt keine grünen Blätter mehr erkennbar sind. Wirklich fesch! Generell muss ich immer wieder ein Foto knipsen oder einfach die Aussicht bestaunen. Ich kann mich gar nicht satt sehen! Nach rund 1h15min erblicken wir auch das Zittelhaus sowie das Observatorium. Ein sehr ungleiches Paar. Das Zittelhaus zeigt sich mit seinem gemauerten ersten Stock, sowie dem hölzernen Aufbau als schönes Alpenschutzhaus. Das Observatorium ist da eher eine futuristische, high-​tech Alubox, aus der allerlei Stacheln (Sender und wissenschaftliche Geräte) herausragen. Bei meinem letzten Besuch 2003 war hier ja noch eine Großbaustelle, da der Gipfel mit Betonankern stabilisiert werden musste. Heute ist von den Baumaschinen nichts mehr zur sehen.

Um 1640 betreten wir dann das 3106 Meter über der Adria gelegene Zittelhaus und genehmigen uns gleich ein Bierchen. Auf der Terrasse bestaunen wir noch das Panorama. Die Berge rund um den Großglockner sind jedoch in Wolken gehüllt. Kaum 20 Minuten in der Hütte, beginnt es zu hageln. Puh, wieder mal unverschämtes Glück gehabt. Am Abend stürmt und blitzt es dann recht heftig. Aber wenn ich bei solchen Wetterverhältnissen im gemütlichen und warmen Zimmer liege, schlafe ich besonders gut. Könnte aber auch an einer Stiegl-​induzierten Ethanolintoxikation liegen

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12. Juli 2009

Eisenaueralm

(gepostet im Bereich Berg)

SarahInDerKlamm.jpgzoomPicture

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CallimorphaDominula.jpgzoomPicture

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InDerKlamm.jpgzoomPicture

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Bergfexing Dad hat zu seinem 60 Geburtstag ein etwas anderes Burzlgeschenk bekommen: Ein Geh-​Schenk! Dies beinhaltet eine Übernachtung im Appelhaus mit voller Verpflegung, inklusive Taxidienst zum Ausgangspunkt. Raufkraxeln muss er schon selber ;) Zu diesem Zwecke kutschieren Sarah und ich Bergfexing Parents zum Offensee, wo wir die beiden in die freie Wildbahn entlassen.

Da wir noch etwas Zeit erübrigen können, flitzen Sarah und ich über das Weisenbachtal hinüber zum Attersee und wandern über die Burggrabenklamm hinauf zur Eisenaueralm. Der Klammaufstieg verspricht auch an heißen Sommertagen kühlere Temperaturen. Aber so sommerlich ist es gar nicht. Bei unserem Start um 0935 ist es nur mehr heiter. Dafür ist die Luftfeuchte sicherlich über 90%, was anständigen Schweißtribut fordert. Aber der Klammbach sorgt bei seinem Anblick schon für Abkühlung. Auf bestens gesichertem Weg wandern wir in die tief eingeschnittene Klamm hinein. Nun Mitte Juli ist das Vegetationstadium schon etwas weiter fortgeschritten. Die roten Früchte des Echten Seidlbasts (Daphne mezereum) sind bereits reif. Der Wald-​Geisbart ist ebenfalls verblüht und setzt Früchte an. Dafür zeigen sich nun die klassischen Sommerblüher wie Große Sterndolde (Astrantia major), Hasenlattich (Prenanthes purpurea), Grüner Alpendost (Adenostyles glabra) und Ästige Graslilie (Anthericum ramosum). Besonders erwähnenswert sind die viele Türkbund-​Lilien (Lilium martagon). Auch das große Breitblättrige Laserkraut (Laserpitium latifolium) steht in voller Blüte und lockt mit seinen großen, weißen Doppeldolden unzählige Insekten an.

Über etliche Brücken wandern wir rechts und links des Baches. Das steile Gelände ist nie intensiv bewirtschaftet worden und es liegt Totholz im Wald. Mit dem glitzernden Bächlein, die von den Wänden plätschern und den einzelnen Lichtinseln im sonst so dichten Buchen-​Bergahorndach, ergibt sich eine urwaldmäßige Szenerie. Sarah findet die Klamm wunderschön. Tja und ich sowieso. Während die Botanik intensiv von mir durchforstet wird, übersehe ich natürlich die Attraktionen aus dem Tierreich. Sarah entdeckt einen gut getarnten Vertreter der Bärenspinner (Arctiidae), der später als Schönbär (Callimorpha dominula) bestimmt wird. Wir verlassen die Klamm und wandern durch einen dunklen, grausigen Fichtenforst hinauf auf die großen Almflächen. Dank des lehmigen Untergrunds (vermutlich auch einen Hinterlassenschaft des Ischlzweigs des Traungletschers vor 20.000 Jahren) ist es hier extra-​gatschig. Ab der Unterackeralm begleitet uns die Hochspannungsleitung, die vom Schwarzensee herüberzieht. Dazu gesellt sich noch ein Sendemast. Also Almidylle pur

Entlang der Forststraße blüht auffallend viel Rossminze (Mentha longifolia) und Echter Dost (Origanum vulgare) aka Oregano. Wir passieren noch ein schattiges Stückchen auf einer vom Vieh stark gezeichneten Forststraße bevor wir schließlich die weite Almfäche der Eisenau erreichen. Hier befindet sich ein alter Kahlschlag, wo sich nun großflächig der Adlerfarn (Pteridium aquilinum) breitgemacht hat. Auch der auffällige Großblütige Fingerhut (Digitalis grandiflora) gehört hier her. An den Rändern der Forstraße zur Buchberghütte blühen große Sträucher der Apfel-​Rose (Rosa villosa). Nach rund 2h gemütlicher Gehzeit trudeln wir bei der bestens besuchten Hütte ein, wobei sich wie üblich viele Mountainbiker einfinden. Trotz des Andrangs werden wir flott und freundlich bewirtet. Eine Empfehlung: Der Heidelbeer-​Topfenstrudel. Prädikat: Sehr gschmackig! Hier könnten Sarah und ich so richtig versumpfen, doch der Terminplan lässt leider keine längere Pause zu. Das Aufziehen von dunklen, mit Regen geladenen Wolken hilft uns dann schließlich bei unserem Aufbruch um 1230. Der Abstieg erfolgt am Aufstiegsweg, wobei es immer leicht "dahintröpfelt". Fesch wars! Die Burggrabenklamm ist auch so ein Fleckerl Natur, das öfters besucht werden will. Optimalerweise kombiniert mit einem Sprung in den Attersee.

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3. Juli 2009

Alpenkurs - Finale

(gepostet im Bereich Botanik)

MoorImAndertal.jpgzoomPicture

DroseraRotundifolia.jpgzoomPicture

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Am letzten Tag der Exkursion (nach einer feinen Abschlusssession) besuchen wir zuerst das Nationalparkzentrum in Ebene Reichenau, wo wir bei einem Vortrag näheres zur Verwendung und wirtschaftlichen Bedeutung des Echten Speiks (Valeriana celtica subsp. norica) erfahren. Chris hat noch einige Proben abgestaubt.

In der Nähe besuchen wir danach noch ein schönes Hochmoor im Andertal bei St. Lorenzen. Professor Hartl erläutert die Geschichte als auch die aktuell durchgeführten Maßnahmen zur Renaturierung dieses Standorts. So wurden etliche Holzdämme errichtet um den ursprünglichen Wasserhaushalt wieder herzustellen. Das Hochmoor ist erstaunlich groß und auch in einem recht guten Zustand. Typische Hochmoorpflanzen wachsen hier: Rosmarinheide (Andromeda polifolia), Scheidiges Wollgras (Eriophorum vaginatum) und der Rundblättrige Sonnentau (Drosera rotundifolia). Letzter teilweise in dichten Beständen, wobei man wirklich aufpassen muss diese kleinen, fleischfressenden Pflanzen nicht zu zertrampeln. Kaum steige ich wieder ins Auto, wird man auch schon vom penetranten Speikgeruch benebelt. Chris findet's lustig, aber ich hau die Speikseife gleich aus dem Fenster ;)

Den Abschluss dieser Exkursionswoche bildet eine Fahrt entlang der Nockalmstraße (mit Mautbefreiung) nach Innerkrems. Ganz lässig ist ein kaum 1 Hektar großer Block-​Zirbenurwald. Da dieses Fleckchen aufgrund der eingestreuten Gneisblöcke nie bewirtschaftet worden ist, hat sich die urwaldmäßige Ursprünglichkeit dieses kleinen Abschnitts erhalten. Kurz unterhalb der Eisentalhöhe, bei einer markanten Kalkgasse, findet ein herzlicher Abschied statt und es zerstreuen unsere Wege. Für einige stehen noch weitere Exkursionen am Programm. Ich selbst werde die nächsten zwei Wochen im Chemielabor verbringen.

Fazit: Intensive Exkursionswoche, die erstmal verdaut werden muss. Protokolle müssen überarbeitet, Fotos zugeordnet werden. Auch bei Sauwetter waren wir brav draußen und konnten vielfältige Eindrücke sammeln. Kaum zu glauben, ist aber so: Nach einer Woche Berg & Botanik hab auch ich mal genug und freue mich schon wieder auf Sarah + Wohnung. Oder wie der ITler in mir sagen würde: There is no place like 127.0.0.1

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