|< << Einträge 688 - 685 >> >|

9. Mai 2023

Miesweg

(gepostet im Bereich Berg)

Miesweg01.jpgzoomPicture

Miesweg02.jpgzoomPicture

Strauchkronwicke.jpgzoomPicture

Miesweg03.jpgzoomPicture

Miesweg04.jpgzoomPicture

Miesweg05.jpgzoomPicture

Mein aktuelles Wikipedia-​Projekt lautet: Traunstein. Nachdem ich den Artikel komplett neu geschrieben habe, musste ich feststellen, dass sich in meinem Archiv nur sehr wenige Bilder vom Traunstein und seiner Umgebung befinden. Und die brauchbaren Fotos zeigen immer das Gleiche: Den Kleinen Sulzkogel, Naturfreundesteig, die Hütten und das Kreuz. Darum flitze ich nach 7 Jahren wieder einmal ans Ostufer.

Da mir die aktuelle Parksituation nicht bekannt ist, lasse ich das Auto am Seebahnhof stehen und radle mit dem MTB zum Umkehrplatz. Rasch stelle ich aber fest, dass wochentags nach 1700 nur sehr wenig los ist. Ich hätte auch direkt beim Hernler-​Einstieg parken können. Ich lasse das Rad am Umkehrplatz und gehe zum Gedenkstein. Nun besuche ich den Stoa schon seit 30 Jahren und war noch nie hier. Das Metall-​Buch mit den Namen und Absturzdaten der Verunglückten ist heute zur Gravur. Etwas seltsam mutet der Begriff Traunsteinopfer an. Der Berg ist ja kein Täter. Mizelli formulierte es treffender. Der Traunstein ist kein böser Berg, er verzeiht jedoch nur wenige Fehler. Den nächsten Stopp lege ich beim Wasserwerk ein. Die Informationstafel aus Metall ist mir auch noch nie aufgefallen. Erstaunlich finde ich, dass das Trinkwasser durch eine 8 km lange Leitung durch den Traunsee nach Gmunden gepumpt wird. Vorbei an der Bohlenwand, gelange ich dann rasch zum Einstieg des 2019 neu errichteten Mieswegs. Hinweistafeln empfehlen die Verwendung eines Klettersteigsets am alpinen Steig und der Weg ist für Kinder nur bedingt geeignet. Naja.

Der Miesweg ist landschaftlich außerordentlich schön. Der Steig wurde sehr gut instand gesetzt. Bergseitig gibt es nun ein durchgehendes Stahlseil und sämtliche Brücken und Leitern wurden erneuert. Eine Begehung zu späterer Stunde ist einmalig. Die tief stehende Sonne glitzert im Traunsee und leuchtet den Steig schön aus. Außerdem bin ich komplett allein am Steig. Aus botanischer Sicht ist der Miesweg ebenfalls sehr lohnend und für seine wärmeliebende Vegetation bekannt. Je nach Exposition gedeihen jedoch auch alpine Arten. Ein außergewöhnlicher Mix an Pflanzenarten. Besonders der große Bestand der Strauchkronwicke (Hippocrepis emerus) gefällt mir sehr gut. Echtes Salomonssiegel (Polygonatum odoratum) und die Herzblättrige Kugelblume (Globularia cordifolia) blühen auch gerade. Die Blätter des Berg-Laserkrauts (Laserpitium siler) und das Kalkfelsen-Fingerkraut (Potentilla caulescens) sind ebenfalls häufig zu entdecken. Diese Arten blühen am Miesweg meist Ende Juni. Der Steig ist deutlich schöner als in meiner Erinnerung und ich genieße den späten Sonnenschein. Viel zu rasch erreiche ich die Lainau und das Ende des Mieswegs. Über die Lainaustiege gelange ich retour zur Forststraße und durch die Tunnel zurück zur Ansetz. Entlang des Ufers spaziere ich dann zum Umkehrplatz. Schade, dass es das Moaristidl nicht mehr gibt.

Fazit: Sehr feiner Afterwork-​Spaziergang. Landschaftlich und botanisch tiptop. Außerdem ist hier wochentags nix los. Das nächste Mal starte ich aber ein bissl früher. Die Sonnenterrasse beim Hois'n schaut sehr gemütlich aus.


Kommentare verfassen

7. Mai 2023

Wiesensee

(gepostet im Bereich Berg)

Schwarzenbach2023Normal.jpgzoomPicture

Schwarzenbach2023c.jpgzoomPicture

Schwarzenbach2023b.jpgzoomPicture

MittereckerstueberlMai2023.jpgzoomPicture

WiesenseeEbenseePano20230507.jpgzoomPicture

WiesenseeEbensee20230507b.jpgzoomPicture

WiesenseeBauminsel.jpgzoomPicture

Seit über 10 Jahren nehme ich mir vor, einmal den Wiesensee zu besuchen. Nun endlich passt es. Das episodische Kleingewässer bildet sich meist im Mai in einem Toteisloch am Nordfuß des Hochkogels. Bei meiner Ankunft um 0745 merke ich schon, dass heute sehr viel Wasser im Schwarzenbach ist. Im Gepäck habe ich heute das Stativ, um schöne Bilder vom Bach zu machen, wobei mit dem eingebauten Neutraldichtefilter der RX100 die Belichtungszeit nochmal deutlich verlängert werden kann. Außerdem ist das Tal noch komplett im Schatten. Direkter Sonnenschein würde zu einer viel zu kurzen Belichtungszeit führen. Schon die erste Stelle bei der Brücke ist ein guter Fotospot. Ich bleibe heute dicht am Wasser und nicht am markierten Weg. Immer wieder ergeben sich wunderschöne Perspektiven. Die mit Moos bewachsenen dunkelgrünen Felsen zusammen mit den hellgrünen Buchenblättern und dem reißenden Bach sind ausgezeichnete Motive. Beim großen Wasserfall ist die Gischt jedoch heute so groß, dass ständig die Linse nass wird. Vor der Brücke zum Schwarzenbachstüberl mache sich auch noch einige schöne Aufnahmen. Vermutlich würde mit etwas weniger Wasser die Bewegungsunschärfe sogar noch besser aussehen. Stunden könnte ich hier verbringen, aber ich muss nun auf das Zeitmanagement achten. Die Sonne sollte nicht zu hoch stehen, aber trotzdem den Wiesensee gut ausleuchten. Außerdem gibt es zur Mittagszeit vermehrt menschlichen Vordergrund durch Badetourismus . Der Ursprungweg ist noch gesperrt und ich muss den etwas längeren Almenweg nehmen. Schnell erreiche ich das noch leere Mittereckerstüberl. Kurzer Check. Ja, das Bacherl rinnt schon unterhalb des Gastgartens, das bedeutet, der Wiesensee wird schön voll sein. Wenige Minuten später stehe ich dann schon am Südufer. Die Palette an Grüntönen ist fantastisch. Dunkelgrüne Fichten, hellgrüne Buchen spiegeln sich im grünen Wasser der überfluteten Wiese. Dazu azurblauer Himmel mit ein paar weißen Wolken. Kitschiger geht's wohl nimmer. Noch ist es ruhig und ich genieße das Naturschauspiel. Nebenbei generiere ich ein paar Gigabyte an Fotos. Das Weitwinkel des Pixel 6a ist sehr praktisch, auch wenn die Google-​Algorithmen brutale Kontraste schaffen. Die Zahl der Besucher nimmt nun deutlich zu. Die meisten machen jedoch nur ein Insta-​Selfie und sind schon wieder weg. Nur wenige nehmen sich Zeit, um zu staunen oder ein erfrischendes Bad zu nehmen. Retour beim Mittereckerstüberl herrscht nun Hochbetrieb. Ich kaufe mir ein Bier und flitze wieder zum Ausgangspunkt. Die Fahrt bis zum Kraftwerk ist dann ein bisschen knifflig. Sämtliche Parkmöglichkeiten sind belegt und die Fähigkeit, ein paar Meter rückwärts zu fahren, ist offensichtlich auch nicht sehr weit verbreitet.


Fazit: Der Wiesensee ist absolut sehenswert. Vorzugsweise sollte man ihn bald am Vormittag besuchen. Aber der Schwarzenbach hat mir heute noch besser gefallen. Ich freue mich schon, wenn der Ursprungweg wieder offen ist.

Kommentare verfassen

5. Mai 2023

Über den Eselsteig zur Burgruine Aggstein

(gepostet im Bereich Berg)

AufZurRuineAggstein2023.jpgzoomPicture

RaetselrallyAggstein2023.jpgzoomPicture

Wie schon letztes Jahr besuchen wir die Burgruine Aggstein. Bei bestem Wanderwetter starten wir am großen Parkplatz im Tal. Heute ist wirklich gar nichts los, denn nur die Oberösterreicher haben schulfrei. Rasch lassen wir die Straße hinter uns und der schöne Eselsteig beginnt. Die Buchen haben das Blätterdach bereits geschlossen und sorgen für sehr angenehme Temperaturen während des südseitigen Aufstiegs. Bevor der Weg die Straße kreuzt, überwindet eine Holzleiter die Straßenböschung. Oberhalb gibt es einen sehenswerten Reinbestand des Kleinen Immergrüns (Vinca minor), der Erik besonders gut gefällt. Nach kaum 1h Aufstiegszeit erreichen wir die Burg. Natürlich könnte man auch mit dem Auto bis hierher fahren, aber durch den Wald ist's doch viel spannender. Da wir letztes Jahr bereits die Rätselrally Anna und der Zaubertrank gelöst haben, entscheiden wir uns heute für die Geschichte:Hademar und das fehlende Kettenglied. Die Geschichte ist wirklich toll gemacht. Mit ordentlichem Teamwork lösen wir das Rätsel besonders flott. Aber am coolsten ist wohl, dass wir die ganze Burg für uns alleine haben. Nach einer kurzen Mittagspause im Burghof steigen wir über den Aufstiegsweg wieder ab. Unterwegs begegnen wir wieder Östlichen Smaragdeidechsen (Lacerta viridis) und einer Blindschleiche (Anguis fragilis)Inzwischen ist es ein richtiger Frühsommertag geworden. Die Rollfähre bringt uns dann wieder nach Weißenkirchen, wo wir ein richtig gutes Eis beim Rathauscafe ergattern. Die Wachau gefällt uns. Wir kommen nächstes Jahr wieder und lösen dann: Jörg Scheck und sein dunkles Vermächtnis.

Kommentare verfassen

4. Mai 2023

Über den Vogelbergsteig zur Burgruine Dürnstein

(gepostet im Bereich Berg)

VogelbergsteigBlickAufDuernstein.jpgzoomPicture

SmaragdeidechseVogelbergsteig.jpgzoomPicture

VogelbergsteigAussicht.jpgzoomPicture

SmaragdeidechseJungtierVogelbergsteig.jpgzoomPicture

Vogelbergsteig2023.jpgzoomPicture

BergfexingsRuineDuernstein.jpgzoomPicture

RuineDuernstein.jpgzoomPicture

Die Familie Bergfexing verbringt ein paar schöne Tage in der wunderschönen Wachau. Wie üblich haben wir unser Quartier in Weißenkirchen, für unsere erste Wanderung begeben wir uns jedoch ins nahe Dürnstein. Der Vogelbergsteig ist nicht nur landschaftlich außerordentlich schön, sondern beherbergt neben einer vielfältigen Flora vor allem viele Reptilien. Erik und Julia sind große Eidechsen-​Fans.

Wir starten am P3 in Dürnstein und wandern in den Talgraben. Wir überqueren die Eisenbahn zwischen zwei Tunnels und gehen aufwärts, bis zum Ende der Straße. Nicht nur in den Gärten blüht bereits der Flieder (Syringa vulgaris), sondern auch in den steilen Felswänden über uns. Bald zweigt linkerhand der Vogelbergsteig ab. Die hiesige Vegetation und Geologie ist eine willkomme Abwechslung zu den Kalkalpen zuhause. Wir befinden uns auf kristallinem Grundgebirge, das hier als Gföhler Gneis zutage tritt. Immerhin rund 500 Millionen Jahre alt. Und im milden Weinbauklima gibt es viele interessante Pflanzen. Besonders mag ich die das allgegenwärtige Felsensteinkraut (Aurinia saxatilis) und das großblütige Felsen-Stiefmütterchens (Viola tricolor) in der Unterart alpestris. Die Trauben-Eichen (Quercus patreae), Hainbuchen (Carpinus betulus) und Feld-Ahorn (Acer campestre) haben bereits große Blätter und sorgen für angenehmen Schatten.

In Serpentinen steigen wir höher und der Wald wird lichter. Bald raschelt es bei jedem zweiten Schritt im Gebüsch. Sehr zur Freude der Kids tummeln sich heute unzählige Östliche Smaragdeidechsen (Lacerta viridis). Die adulten Tiere sind prächtig gefärbt und sehr flink. Ein noch braunes Jungtier ist weniger scheu und krabbelt auf Erik's Arm. Als wir das Tier wieder auf den Boden setzen, flitz sie davon und Julia erklärt:"Die kleine Eidechse muss jetzt wieder nach Hause. In die Felspalte Nr. 3401". Wir steigen höher und erreichen bald die letzte Serpentine mit einem herrlichen Tiefblick zur Donau und Dürnstein. Der weitere Weg ist Genuss pur. Der Weg ist nun weniger steil und verläuft aussichtsreich oberhalb der Abstürze in den Talgraben. Direkt am Weg entdecken wir eine Blindschleiche (Anguis fragilis). Der Vogelbergsteig ist bestens ausgebaut und gefährliche Stellen sind mit einem Stahlseil versehen. Hier ist besondere Konzentration gefragt, denn Julia und Erik kennen solche ausgesetzten Stellen noch nicht. Beide meistern die Schlüsselstelle mit Bravour. Gemütlich bummeln wir weiter, verlieren etwas an Höhe und erreichen die idyllisch gelegene Fesslhütte. Der frische Ostwind sorgt dafür, dass es im Schatten sehr kühl ist. Da ist nun jeder Sonnenstrahl willkommen.

Nach einem guten Mittagessen wandern wir über den Ruinenweg zuerst hinauf zur Starhembergwarten, die Julia und ich besteigen. Am Fuß der Warte finden Erik und Sarah einen schönen Schwalbenschwanz (Papilio machaon). Unschwer erreichen wir schließlich die Ruine Dürnstein, die wir ausgiebig inspizieren. Über den Trampelpfad steigen wir ins Ortszentrum ab, wo Sänger Blondel dann noch ein köstliches Marillen-​Eis spendiert .




Kommentare verfassen

|< << Einträge 688 - 685 >> >|