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1. Mai 2007
(gepostet im Bereich Berg)
29. April 2007
(gepostet im Bereich Berg)
 
 
 
 
 
 
| Schon wieder verpennt. So wird das Frühstück gestrichen und während der Fahrt zum Pyhrnpass der Magen mit ein, zwei Müsliriegeln beruhigt. Gegen 0800 ist es noch schön sonnig, aber als ich die Fuchsalm erreiche, ziehen dichte, aber harmlose Wolken auf. Nach einigen Serpentinen führt der Weg heraus aus dem Wald. Das Wegerl ist staubtrocken und der starke Wind verteilt nach jedem staubigen Schritt jede Menge Erde in meinem Gesicht. Gift für meine Kontaktlinsen. Mit tief ins Gesicht gezogener Haube und Sonnenbrillen lässt es sich aber aushalten. Außerdem ist es durch den Windchill saukalt und Fleece und Goretex werden angelegt. Die ganze Sache erinnert mich irgendwie an den letzten Aufschwung über die staubige Geröllhalde zum Monte Cinto.
Zwischen den großen, roten Schneefang-Stahlskeletten blühen viele Clusius-Primeln (Primula clusiana). Irgendwie wirkt die Szenerie leicht surreal. Heavy Metal meets Schöner Wohnen oder so Der schöne Gratweg wird zurzeit vom Petergstamm (Primula auricula) sowie vom Immergrünen Felsenblümchen (Draba aizoides) verziert. Unschwer erreiche ich nach 2h30min den Kitzstein und beschließe hier eine Pause einzulegen. Nach der Jause hab ich aber überhaupt keine Lust mehr noch zum Bosruckgipfel hinüberzuspazieren und steige um 1130 über die Südseite direkt zum Roßfeldboden ab. Die Steinschlaggefahr ist heute noch höher als üblich. Hinter mir treten zwei Wanderer einige große Steine los, die fünf Meter an mir vorbeiflitzen. Noch mal Schwein gehabt. Ein ungutes Gefühl breitet sich in der Magengrube aus und so bitte ich die Burschen kurz vor der ausgewaschnen Stelle fünf Minuten zu warten, bevor ich über die Latschengasse den Almboden erreiche. Wie ich nach einem kurzen Plauscherl erfahre, sind die zwei über den bereits trockenen Nordost-Grat aufgestiegen.
Mein Weg führt nun entlang des Weges 45 zur Ederhütte / Halligalm, von wo laut Karte ein Steigerl zur Stalleckhütte führt. Am Almboden entlang führt der Pfad zum ersten Geländeeinschnitt, wobei ich mir nie so sicher bin ob dies wirklich das Wegerl ist, oder doch nur ein Viehgangl. Etwas knifflig quere ich bei einer Hangrutschung das erste Bacherl und stoße wieder auf den kaum erkennbaren Pfad. Vorbei am zweiten Bacherl beginnt bei einem Jägerstand eine alte, bereits zugewachsene Forststraße die direkt zur versteckten Jagdhütte Stalleck führt. Die Sucherei war etwas mühsam und im Forst rumkrabbeln ist nicht so mein Ding. Mit Nine Inch Nails – All that could have been im Ohr ist der Forststraßenlatscher zurück zur Fuchsalm jedoch erträglich und ich trudle dort gegen 1400 Uhr ein. Das international genormte Zeichen des aufgehängten Bierkrugs verweist auf gut gekühlten Gerstensaft. Leider ist die Alm zurzeit nicht bewirtschaftet *grrr* Aber moment? Aha! Da dumpeln doch ein paar Erfrischungen (Gösser) im Bründl. Den Unkostenbeitrag kann man in der Geldbüchse an der Hüttenwand entrichten. Sehr guter Service. In völliger Ruhe genieße ich mein Nachbesprechungs... ahh Supervisions-Bier, bevor ich die letzten 15 Minuten zum Parkplatz retour wandere. Fazit: Der Abstieg retour über den Lahnerkogel ist wesentlich empfehlenswerter als auch aussichtsreicher.
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28. April 2007
(gepostet im Bereich Berg)
 
 
 
 
 
 
| Um 0745 starte ich bei beim Parkplatz in Rettenbach. Es ist wieder ein wunderbar warmer und sonniger Apriltag und so kann man gleich ohne Fleece und mit kurzer Hose starten. Der Budergrabensteig führt anfangs noch durch einen schönen Buchenwald. Mit den frischen, halb durchsichtigen Blättern ist der ganze Wald in ein faszinierendes Licht gehüllt. Bald lichtet sich der Wald und der Weg ist von blühenden Felsenbirnen (Amelanchier ovalis) und Steinröschen (Daphne cneorum) gesäumt. Bei etwa 920 Meter verläuft der Weg entlang einer markanten Felseinbuchtung. Hier an diesem sonnigen Platzerl blüht gerade ein bunter Mix an Alpenblumen: Clusius-Enzian (Gentiana clusii), Herzblättriger Kugelblume (Globularia cordifolia), Petergstamm (Primula auricula), Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und Alpen-Steinquendel (Acinos alpinus). Einige Minuten später gesellt sich auch noch die Nacktstängelige Kugelblume (Globularia nudicaulis) hinzu. Die beiden Kugelblumen-Arten sind ja recht leicht anhand der Blätter zu unterscheiden.
Gemütlich und angenehm warm wandere ich bis zum Wegweiser auf etwa 1450 Meter. Am Wegweiser werden zwar 1350 m ausgeschüdlt, aber da haben sich die Burschn sicher um 100 Meter verhaut. Hier zweigt nun links der unmarkierte aber gut erkennbare und sehr gut mit Steinmandln versehene Weg zum Hagler bzw. Koppen Alm ab. Bei diesem Traumwetter ist jeder Schritt ein wahrer Genuss. Hier an der Nordseite liegt noch etliches an Altschnee, der aber noch ganz gut mein Gewicht trägt. Anstatt die übliche Latschengasse, die von Westen her auf den Gipfel führt, zu nehmen, entschließe ich mich die letzten 100 Höhenmeter in der Direttissima zu überwinden. Nach 2h20 erreiche ich dann den einsamen Gipfel. Hier zwischen Nock und Warscheneck (mei scharfes Eck!) ist die Aussicht überwältigend. Mit viel Fantasie kann man auch Bertas frische Speckknödel von der Dümler Hütte erschnuppern ;) Vermutlich wäre jetzt eine optimal Zeit für die Durchquerung des Sengsengebirges, da echt wenig Schnee liegt. Wie immer genehmige ich mir nach dem obligaten Gipfelbier ein geniales Bergnickerchen ein. Scheinbar liege ich aber direkt unter einer Einflugsschneise und im 15 Minutentakt sausen die Segelflieger über mir hinweg.
Gegen 1130 beginne ich mit dem Abstieg über die Südflanke. Hier sind immer gute Steigspuren ersichtlich. Flott (man muss nur zwei, drei Bäume umkraxeln) und aussichtsreich erreicht man die Forststraße zum Rießriegl. Kurz vor der Reith (Wildfütterung + Hütte) führt eine Forststraße, die auf meiner 2005er Freytag und Berndt gar nicht eingezeichnet ist, in nordöstlicher Richtung sanft abwärts. Nach einigen Minuten befindet sich rechts unterhalb der Straße ein Bründl. Hier folgt der aufmerksame Wanderer den Steinmännern, umkraxelt eine umgestürzte Buche und erreicht nach einigen Minuten in etwa 850 Meter wieder den Budergrabensteig. Inzwischen ist sehr warm und ohne Leiberl erreiche ich in flottem Tempo um 1300 wieder den Ausgangspunkt. Wirklich eine sehr schöne Vormittagsrunde mit unmarkierten, aber leicht zu findenden Wegen.
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22. April 2007
(gepostet im Bereich Berg)
 
 
 
 
| Oh Mann vier Stunden Schlaf waren einfach zuwenig. Das kommt davon, wenn man zulange im Rewü sitz ;) So stelle ich den Wecker um 0600 ab um mal endlich auszuschlafen. Irgendwie stehe ich dann aber trotzdem um 1000 am Pyhrnpass beim Parkplatz exakt an der Grenze Oberösterreich / Steiermark. Wenn schon wieder so ein warmes und wolkenloses Traumtagerl ankündig, kann ich einfach nicht in Wels bleiben. Achja: Abfahrt Spittal am Pyhrn ist gesperrt, also schon Roßleithen abfahren.
Das erste Teilstück durch den Lexgraben ist eh nicht besonders berauschend und so begleitet mich Gotan Projekt bis ich die Alm erreiche. Versteh zwar kein Spanisch, trotzdem feine Musik. Die Südseite des Nazogl ist schon komplett aper, nur im Gipfelbereich hängt noch eine Schneewächte. Die üblichen Frühlingsboten zieren die große Almfläche: Schneerosen (Helleborus niger), Alpen-Soldanellen (Soldanella alpina), viele Busch-Windröschen (Anemone nemorosa). In jeder Senke blühen viele Frühlings-Krokus (Crocus vernus). Rund um die Almhütten gesellen sich auch Gelbsterne (Gagea) hinzu. Mit schneebedecktem Grimming im Hintergrund schaut des gar ned so schlecht aus. Schön langsam sollte ich mir aber mal den Bestimmungsschlüssel anschauen und die Species festnageln. Nachtrag: Na kann anhand der breiten Grundblätter nur der Wald-Gelbstern (Gagea lutea) sein.
Um 1120 trudle ich dann beim Grandhotel ein und werde gleich herzlich von Inge begrüßt. Wie ich erfahre hat auch hier Kyrill heftig gewütet und die Waldarbeiten dauern an. Der Weg wurde etwas umgelegt, ist aber für den erfahrenen Wanderer kein Problem. Na da werde ich wohl bald wieder mal raufschauen und bei der Gelegenheit auch den Kosennspitz mal mitnehmen. Heute bin ich der einzige Gast aus OÖ. Inge meint: "Schnee weg. Und die Oberösterreicher auch". Geschickterweise komme ich grad recht zum Mittagessen. Es gibt panierte Hühnchen mit Kartoffel/Vogersalat. Mmmmmh. Gemütlich genieße ich danach mein sonniges Mittagsschlaferl. Ein bisschen Regeneration war echt schon nötig, da ich schon seit drei Wochen nicht mehr ausgeschlafen habe.
Gegen 1500 verabschiede ich mich von Franz und Inge, die noch bis Ende Mai in der Alm sind. Am Retourweg grinst schon ein komplett aperer Lahnerkogel rüber. Sehr gut, dann kann der Bosruck von der Südwest-Seite auch schon gut erwandert werden. Gleich mal für nächste Woche einplanen 
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