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18. November 2006

Wasserklotz

(gepostet im Bereich Berg)

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Schön langsam wird's zur Gewohnheit. Das Jahresausklangsprogramm ähnelt verdächtig stark den letztjährigen Aktivitäten, was aber nicht weiter schlimm ist so lang man sich am sonnigen Gipfel ein gut gekühltes Bierchen genehmigt. Gegen 0900 scheint in Windischgarsten schon die Sonne bei Frühlingshaften +10 Grad, am Hengspass jedoch hat sich der Nebel noch nicht gelichtet. Von der 30 bis 40 Zentimeter dicken Schneedecke, in der Paps letzte Woche (angeblich) seine Spuren hinterlassen hat, ist eigentlich so gut wie gar nichts übrig. Als dann endlich die letzten Nebelreste einem dunkelblauen Himmel weichen, glaube ich eher einen Frühlingsspazier zu unternehmen, als Mitte November unterwegs zu sein. Der Aufstieg verläuft entsprechend gatschig. Nach 1h20min dann die wohlbekannte Aussicht, wobei der Nebel im Flachland Richtung Steyr hartnäckig der Sonne trotzt. Aber egal: Hauptsache hier oben ist es wieder recht nett. Gegen 1340 verdecken jedoch hohe Wolken die Haller Mauern und es wird Zeit für die Rückkehr. Frühling wär mir aber schon wieder viel lieber als eine Schitour...

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27. Oktober 2006

Dümlerhütte

(gepostet im Bereich Berg)

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Not always more of the same. Part II. Die Erinnerung wie die weltbesten Speckknödel schmecken muss von Zeit zu Zeit aufgefrischt werden, damit die Zeit bis zum 1. Mai 2007 gut überbrückt werden kann. Mit Alex dann in 1h30min über den Seegraben auf die noch völlig leere Terrasse. Laut Berta waren gestern geschätzte 500 bis 600 Leute zu Gast, die die Reserven stark dezimiert haben. Fassbier und Speckknödel gab's da nicht mehr. Heute jedoch… Unter einem wolkenlosen Himmel schmeckt dann sogar ein Stiegl nicht so schlecht. Leider muss Alex heute noch zur FH in Steyr, wodurch unser Zeitplan etwas knapp ist. Bereits um 1245 flitzen wir in 45 Minuten über den Seegraben retour zum Parkplatz.

Auch wenn ich heuer nur dreimal "dümlern" war, sagt Harry wie immer: Danke für die Saison und in Arco ned beim Kraxeln runterfallen.

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26. Oktober 2006

Warscheneck

(gepostet im Bereich Berg)

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Not always more of the same! Naja, aber wieso eigentlich nicht? Die Wettervorhersage befiehlt ja regelrecht einen Spazierer im Gebirge zu unternehmen. Hierbei hat sich die Warscheneck Südostgrat Runde schon mehr als einmal bewährt. Und da diese Runde auch den älteren Bergers gefällt, sind wir heute zu dritt unterwegs.

Am Parkplatz der Wurzeralm weht stürmischer Wind noch Nebel über den Pyhrnpass. Erfahrungsgemäß ist dies aber ein untrügliches Zeichen für exzellentes Wetter auf 1400 Meter. Natürlich ist heute einiges los, aber die meisten spazieren eh zur Dümlerhütte über den Rote Wandsattel oder den Halssattel. Während des Aufstiegs zum Frauenkar herrschen heute günstige Lichtverhältnisse um den herbstlichen Zirben-​Lärchenwald mit einem Nebelmeer im Hintergrund zu dokumentieren. Leider kämpfe ich immer noch mit dem optimalen Setup der SLR was mir eine (noch) recht hohe Ausschussquote beschert, was wiederum recht ärgerlich ist.

Wie schon 2005 genießt man bei diesen Verhältnissen den Aufstieg in vollen Zügen. Zeit spielt keine Rolle. Eine kurze Pause hier, ein paar Schnappschüsse dort. Der Ankogel blinzelt auch schon rüber. Fein, fein. Am Gipfel bei grandioser Aussicht und sommerlichen Temperaturen hält man es auch ohne Leiberl aus. Ein Nickerchen wäre perfekt, aber bei den vielen Besuchern muss natürlich der ein oder andere geschwätzige Bergfex dabei sein, dessen Stimme man über das ganze Plateau hört.

Beim Abstieg sieht man ja am Beginn der Großen Stofferkarrinne schön zur Dümlerhütte. Ich denke die Truppe wird sich heute "dastessn". Die Terrasse ist voll besetzt und auch in der Wiese rund um die Hütte tummeln sich die Massen. Man sieht sogar die Schlange vor der Ausschank. Ab dem Sattel hinunter zum Brunnsteinersee brennts noch einmal so richtig herunter. Zusammen mit den langen Schatten würde man fast meine, es wäre ein Augustabend kurz vor Sonnenuntergang. Am See spiegelt sich wie immer die Rote Wand zusammen mit den goldgelben Lärchen im Wasser. Ich glaub die Reflexion ist diesmal besser gelungen und die Felswand nicht überbelichtet. Mit einem obligatorischen Abstecher zum Linzerhaus, das heute die Sommersaison beendet, klingt ein wirklich wunderschöner Tag in meinem "Lieblingsrevier" aus.

PS: Vielleicht noch ein interessantes Detail: Der Name des Warscheneck leitet sich vom althochdeutschen Wort "wähse" ab und bedeutet soviel wie scharf. Also ein scharfes Eck ;)

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21. Oktober 2006

Ramesch

(gepostet im Bereich Berg)

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Der Ramesch (von lat. Eremus = der allein Stehende) zwischen Brunn-​ und Frauenkar ist wirklich ein lässiger, an einen Dolomitenturm erinnernder Berg. Bei jeder Warscheneck SO-​Grat Wanderung habe ich den Eindruck gewonnen, dass der Gipfel über den Ostgrat eigentlich recht einfach erklimmbar sein müsste.

Der Ostgrat ist mit II und der Westgrat gerade mal mit I bewertet, wobei mir der Weg über den Westgrat nicht ganz klar war, als ich die Fotos näher studiert habe. Die Beschreibung im AV-​Führer ist aber eigentlich ganz fundiert und die 130 Meter Abstieg zur Frauenscharte werden auf jeden Fall durchführbar sein.

Ein rein weißer Hochnebel-​Himmel zeigt sich noch um 0930 als ich bei der Bergstation starte. Eigentlich schade, da der goldene Herbst gerade am Höhepunkt ist und ein, zwei gute Bilder schon nett wären. Am Plateau zum Frauenkar ist der Mix zwischen Zirben und Lärchen mit der Warscheneckgruppe im Hintergrund wirklich postkartenmäßig. Aber erst als mich kraxelnd am Ostgrat befinde, blinzelt zum ersten Mal die Sonne durch die Wolken. Der Anstieg über den Grat erfolgt eigentlich recht unkompliziert und sehr aussichtsreich. Zu Recht ist er als sehr schöner Anstieg bewertet. Nur zwei Felsbänder (II) sind zu durchkraxeln wobei man wohl etwas südseitiger auch I Stellen finden kann. Am schmalen Grat gelangt man über den Ostgipfel dann zum Hauptgipfel mit Gipfelbuch. Der Ramesch wird tatsächlich sehr selten besucht, da ich mich erst als sechster Besucher heuer verewige.

Aussichtsmäßig bietet sich hier, umgeben von den Felsmauern vom Südostgrat bis zum Toten Mann, eine völlig andere Perspektive. Wie auf einem vorgelagerten Horchposten, kann man sogar die Gespräche so genannter Dampfplauderer am Normalweg verfolgen. Inzwischen haben sich die letzten Nebel und Dunstreste aufgelöst. Leider ist an ein Nickerchen nicht zu denken. Baumaschinen fahren auf und ab, Waldarbeiten und Sprengungen (neue Piste) vermiesen das Naturerlebnis. Naturschutzgebiete sind in Österreich vermutlich nur ein Lippenbekenntnis, wenn der Ausbau von Wintersportgebieten betroffen ist.

Nach ein bisschen Schmökern im sehr nett gestalteten Gipfelbuch mit Fotos, wird es Zeit sich Gedanken über den Abstieg zu machen. Die Route ist schnell ausgekundschaftet und führt zuerst südseitig auf das letzte Rasenband vor einer eh nicht packbaren Felsstufe. Das lange Gras im steilen Gelände ist wohl nicht jedermanns Sache. Nun westwärts wobei sich das Band verbreitert und schließlich in einem schottrigen Hang ausläuft. Hier immer auf gleicher Höhe in Richtung Westgrat wobei bald ein Steinmanderl ersichtlich ist. Hier führt eine schöne kaminartige Rinne nach unten (I) und ruckzuck gelangt man in die Frauenscharte. Das Manderl ist auch von hier aus gut ersichtlich.

Die Ausblicke von der Scharte steil nach oben beziehungsweise in die Kare hinunter sind auch beeindruckend. Eine Kalkwüste wie am Plateau der Prielgruppe, nur in der Vertikalen. Eigentlich müsste man hier in etwa 100 Meter Kraxlerei wieder auf den Normalweg zum Toten Mann gelangen. Diese Route muss ich mir nächstes Jahr mal genauer anschauen um eventuell noch gschwind auf das Warscheneck zu spazieren.

Der Abstieg erfolgt heute jedoch über das Brunnsteinerkar, welches man am Ende oberhalb der letzten Latschen quert und auf den markierten Weg hinunter zum Brunnsteinersee führt. Unterwegs begegne ich einem Rudel von 20 Gämsen die jeden meiner Schritte argwöhnisch beobachten. Am See hat sich einiges getan: Die Wegerl wurden frisch befestigt und einige ganz nette Schautaferl aufgestellt. Der achteckige Aussichts-​Pfahlbau ist naja *hüstel*: schiach.

Gottseidank sieht man vom Linzerhaus dieses Teil nicht mehr, sondern versteckt sich hinter goldgelben Lärchen. Kombiniert mit Sonnenschein und einem gut gezapften Kapsreiter ist das sehr fein.

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