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21. Juli 2006

Wurzeralm

(gepostet im Bereich Berg)

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Nach der Arbeit noch einen schönen langen Spazierer auf das Warscheneck um bei diesem Traumwetter ein paar meisterhafte Fotos zu knipsen. Das war der Plan… aus dem leider nichts wurde. Anfangs noch schön sonnig hab ich wohl am Teichlboden etwas zu lange mit dem gerade blühenden Massenvorkommen des Alpen-​Schnittlauchs (Allium schoenprasum ssp. sibircum) vertrödelt. Der Aufstieg vom Brunnsteinersee zum Rote-​Wand-​Sattel ist ebenfalls zurzeit hochinteressant. In dieser Rostseggen-​Wiese gedeiht unter anderem die Kugelorchis (Traunsteinera globosa)

Kurz vor dem Sattel beginnt es etwas zu grollen und ganz leicht zu tröpfeln. "Das wird schon vorbeiziehen", denk ich mir, da in Richtung Dümlerhütte ja die Sonne scheint. Mit einem gewaltigen Tuscher setzt aber Starkregen ein und ich flüchte in rekordverdächtigen (und waghalsigen) 15 Minuten zurück zur Frauenkarliftstation. Dort angekommen regnet es natürlich nicht mehr, trotzdem bin ich waschlnass. Schade ich wollte eigentlich die Speikwiese mal genauer in Augenschein nehmen, da hier durch den sauren Polsterseggen-​Rasen, für Oberösterreich sehr seltene Pflanzen gedeihen. Und am Warscheneck war ich heuer auch noch nicht. Weiß aber aus zuverlässiger Quelle, das dieses Bergerl noch ein Zeiterl steht ;)

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16. Juli 2006

Rotgschirr

(gepostet im Bereich Berg)

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Um 0400 kündigt sich schön langsam der Morgen an. Am Horizont erkennt man das Plateau in Richtung Hinterstoder, dass schön vom Mond beleuchtet wird. Es ist aber dermaßen frostig, dass ich überhaupt keine Motivation verspüre die Digicam hervorzukramen. Recht spät wird das Biwak gegen 0630 wieder im Rucksack verstaut und müde ein Müsliriegel-​Frühstück verputzt. Durch den Abstieg zur Hütte werden die Muskeln wieder schön warm und die Müdigkeit weicht aus dem Körper. Unten erfahre ich, dass einige Gäste wohl durch intensive Schnarcherei eine noch härtere Nacht hatten als ich. Selbst zwei Bergfexinnen, die ein eigenes Zimmer über der Küche hatten, konnten bis 0300 keinen Schlaf finden, da die Hüttengaudi doch etwas länger gedauert hat.

Also weiter zum Rotgschirr. Hier ist vor allem das bizarre Stück mit großen Kalkplatten recht interessant. Teilweise wirkt es als hätte jemand eine Kalkmasse wie Plastilin durch eine Playdoo-​Form gepresst. Darin eingebacken finden man immer wieder Megalodonten, die Leitfossilien des Dachsteinkalks. Im Schutt des letzten Steilaufschwungs begegnet man häufig dem Rundblättriges Täschelkraut (Thlapsi cepaeifolium) und der Schwarzrandigen Schafgarbe (Achillea atrata). Am Gipfel bin ich durch den späten Aufbruch bzw. den Abstieg vom Elm ganz alleine. Immer wieder bemerkenswert der Ausblick auf Elmsee und Lahngangsee mit Dachstein im Hintergrund. Ohne mich lang aufzuhalten erreiche ich in einer flotten Stunde wieder die Hütte. Der Hüttenwirt (aka Mr. Ingo) empfiehlt: Kartoffelsuppe (raffiniert gewürzt) und Apfelstrudel (Riesenportion).

Nachdem das Camelback wieder mit frischen Quellwasser befüllt ist, beginne ich gemütlich mit dem Abstieg ins Tal über den Sepp-​Huber-​Steig. Irgendwie wird der Steig von Jahr zu Jahr im unteren Teil schlechter, was sicher auch mit dem stark erodierenden Dolimit zusammenhängt. Weiters muss man auch bedenken, dass die Wegbetreuer ihre Arbeit ehrenamtlich ausführen. Entlang des Abstiegs wächst häufig die Dunkle Glockenblume (Campanula pulla) ein österreichischer Endemit der in den nordöstlichen Kalkalpen recht häufig ist.

Nur Schönwetterwolken zieren einen strahlend blauen Himmel und endlich ist das Panorama des steil aufragenden Kessels zu erblicken. Natürlich ist der Zwölfer jetzt total frei. Nach obligatem Fortstraßenlatscher zurück zum Almsee kutschiere ich noch zwei Weanabazis zum Almtalerhaus, wo ich mich mit einem frischen Eggenberger + Bergsteigertoast für diesen gröberen Spazierer belohne.

PS: Gehzeiten gibt's diesmal nicht, da durch die viele Knippserei diese völlig unbrauchbar wurden.

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15. Juli 2006

Wildgössl

(gepostet im Bereich Berg)

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Durch einen dichten Grillabend-​Terminplan für die nächsten zwei Wochen, wird dieses Wochenende wohl die letzte Gelegenheit für eine schöne Zwei-​Tages-​Tour sein, bevor ich mich in die Pyrenäen verabschiede. Also riskiere ich noch einmal einen Zwölfer-​Versuch mit einem Biwak am Plateau um am Sonntag noch nebenbei am Rotgschirr vorbeizuschauen.

Bei ganz leichter Bewölkung starte ich um 0745 am Almsee den langen faden Latscher in die Röll. Diesmal schauts wirklich gut aus. Die Gipfel sind nur spärlich von Wolken umhüllt, die sich eigentlich schon in Auflösung befinden. Der Aufstieg vermittelt trotz geringer Seehöhe doch ein schönes hochalpines Ambiente. Unterwegs befindet sich Clusius-​Fingerkraut (Potentilla clusiana) und der Blaugrüne Steinbrech (Saxifraga caesia) in Blüte.

Aber natürlich kommt es wie es kommen muss. Im oberen Drittel verdichtet sich die ganze Sache und der herrliche Ausblick auf die links und rechts steil aufragenden Felswänden weicht monotonem Grau. Ab dem schönen Urbann-​Band beträgt die Sicht gerade mal 50 Meter. Inzwischen ist mir auch klar warum hier fast alle fünf Meter eine deutliche Markierung angebracht wurde. So schlimm war es eigentlich noch nie. Zwölfer versus Harry: 4 zu 0. Schade, schade da es gerade hier in der Blockhalde der Hauptdolomit vom herrlich geschichteten Dachsteinkalk abgelöst wird und sich auch einige schöne Polster des Blattlosen Steinbrech (Saxifraga aphylla) befinden.

Aber scheinbar reicht hier ein bisschen Luftfeuchtigkeit aus die beim Aufstieg kondensiert und sich wie eine Walze um den Zwölferkogel dreht. Direkt auf der Grieskarscharte eröffnet dann ein Fenster in den Wolken einen Ausblick auf grünen und sonnigen Wildgössl. In den Wiesen scheint die kräftige Sommersonne und es wird Zeit für eine erste ausgiebige Pause. Hier ist es wirklich saftig grün und die alpine Fettwiese mit teilweise kleinen Vermoorungen schafft einen tollen Kontrast zum grauen, kargen Karst in Richtung Appelhaus. Bei einer kleinen Fotopause knippst man die Mitte Juli stattfinde Almrauschblüte und entdeckt massig Gestutztes Läusekraut (Pedicularis recutita), Quirlblättriges Läusekraut (Pedicularis verticillata) und vereinzelt auch Alpenrachen (Tozzia alpina).

Über das Ablassbühel gelangt man rasch auf das nächste Plateau zwischen Salzöfen und Wildgössl. Dem interessierten Bergfex werden die auf Kalk recht seltenen Landkartenflechten (Rhizocarpon geographicum) auffallen, was gegebenenfalls aber auch mit einer anderen Gesteinszusammensetzung zu tun hat. Da muss ich wohl noch Nachforschungen anstellen.

Auf der wunderbaren Graskuppe des Wildgössl genieße ich erstmal die gute Fernsicht, obwohl Schönberg und Rotgschirr in dichte Wolken gehüllt sind. In Richtung Priel/Schermberg schauts nicht besser aus. Scheinbar doch wieder Glück gehabt. Über einen kleinen Abstecher zum Salzofen (einiges an Alpen-​Süßklee (Hedysarum hedysaroides) und Kohlröserl (Nigritella spec.) gelange ich rasch zur Elmgrube und zum Ziel des heutigen Tages: Pühringerhütte + Elmsee. Kurz nach Emils Tränenhügel ist der Ausblick auf die wirklich idyllisch gelegene Hütte immer wieder ein Foto wert. Natürlich sind bei so einem Kaiserwetter jede Menge Bergfexen unterwegs, die im inzwischen 19 Grad warmen Elmsee herumplantschen. Bis nach 1800 gleicht das Ufer eher einer Badwiese ;). Auf der seeseitigen Terrasse genießt man aber zuerst ein gut gekühltes Bier und blickt auf den hypnotisch glitzernden Elmsee (auch so ein Juwel).

Die Lager sind natürlich hoffnungslos ausgebucht, so breche ich dann gegen 2000 zum Lagerplatz unterhalb des Elmgipfel auf. Im kuscheligen Schlafsack schlummere ich unter einem unglaublichen Sternenhimmel mit Milchstraßeband erschöpft ein. Leider war Harry bezüglich der Nachtemperaturen wohl etwas zu zuversichtlich. Da hat wohl wer wieder den Wetterbericht nicht genau gelesen. Gegen 0100 wird's dann saukalt (sicher keine 5 Grad und schön feucht) und Haube, Handschuhe, Fleece werden ausgepackt. Mit der Goretextjacke um die Beine gewickelt lässt sich einigermaßen aushalten. Als dann noch direkt unter mir eine Wühlmaus genüsslich einige Wurzeln knabbert ist es mit der erholsamen Nacht generell vorbei.

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9. Juli 2006

Wildensee

(gepostet im Bereich Berg)

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Na also, geht doch. Wahrscheinlich weil ich gestern so tüchtig zaum'gessn hab, lässt sich um 0530 kein Fuzerl mehr am Himmel blicken und ein traumhafter Sommertag kündigt sich an. So ein Tagerl wird klugerweise mit einer kombinierten Berg-​Bade-​Tour genutzt. Zuerst noch den Wildensee besuchen um danach faul am Offensee liegen und die ein oder andere Käsekrainer bei der Jausenstation verzwicken.

Am Parkplatz ist eigentlich für kurz vor 0800 schon recht voll. Wie sich später herausstellt, findet heute um 1100 eine Rutzemooser Bergmesse am Rinnerkogel statt. Perfekt, dann tummelt sich die Masse am Gipfel während ich rund um den Wildensee in Ruhe meine Bilder knipsen kann.

Der Aufstieg verläuft zuerst noch angenehm im schattigen Wald. Nach der Metallstiege wird's lichter und man gelangt in schönes alpines Gelände. Auch hier blüht schon heftig der Almrausch, kombiniert mit Kugeliger Teufelskralle (Phyteuma orbiculare), Trollblumen (Trollius europaeus), Österreichischer Wolfsmilch (Euphorbia austriaca) und und und. Die Massen an fruchtenden Brillenschötchen (Biscutella laevigata) machen ihrem Namen auch alle Ehre.

Nach etwa zwei Stunden erreiche ich die Rinnerhütte, spaziere aber gleich weiter zum Wildensee. Entlang des Bacherls, das man mehrmals quert, beginnt dann das alpine Floraeldorado. Sämtliche Wahrzeichen der Alpen stehen hier in voller Blüte. Zu den oben angeführten Arten gesellen sich noch Silberwurz (Dryas octopetala), Jagabluat (Primula clusiana), Clusius Enzian (Gentiana clusii), Frühlings-​Enzian (Gentiana verna) in Massen. Weiters auch Alpen-​Grasnelke (Armeria alpina) und Stern-​Steinbrech (Saxifraga stellaris) entlang/im Bacherl, das in ganz kleinen Kaskaden und Gumpen munter dahinplätschert.

Noch eine kleine Anhöhe auf oberösterreichischer Seite und man erblickt das Juwel. Da Wüdensee. Drei Jahre Besuchspause waren definitiv viel zu lange, wird fix ins Jahresprogramm aufgenommen. Am Ufer schimmert das glasklare Wasser noch türkis, um dann an den tiefen Stellen fast ganz schwarz zu glitzern. Eine kleine Temperaturprobe. Jaaaa des schaut guat aus. Schnell rüber zur "Liegewiese" und ab in den schätzomativ 16 Grad warmen Wildensee. Hier eine Runde zu schwimmen ist wirklich unglaublich. Schön eingekesselt von Felswänden, wo stellenweise noch Schnee liegt, den frischen grünen Wiesen und im Hintergrund der Gipfelaufbau des Rinnerkogel schaffen ein atemberaubendes Panorama. Auf der Wiese breitet man dann sein Liegetuch zwischen Enzian und Trollblumen aus und lässt sich bei einem kühlen Zipfer wieder aufknuspern.

Gut getrocknet und eine Stunde später wird es ganz leicht bewölkt mit einer leichten Brise. Da sich inzwischen auch der Gusto nach einer knusprigen Käsekrainer bemerkbar macht, bummelt man gemütlich zum Offensee. Wie sich herausstellt perfektes Timing, da es schon stark aber wenig bedrohlich dahingrollt. Inzwischen hat sich, von mir gänzlich unbemerkt, über dem See eine große Gewitterzelle aufgebaut. Am Offensee angelangt herrscht eigentlich kein einladendes Badewetter. Was tun: Einen Abstecher zur Jausenstation riskieren oder sicherheitshalber das Resti am anderen Ufer besuchen? Notfalls hat man dort ein Dach über den Kopf die Spezereien sind bekannterweise auch exzellent. Während der "Ruhe vor dem Sturm" auf der Terrasse sitzen + Weizerl + Tortilla runden dann den heutigen Spazierer perfekt ab.

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