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17. Mai 2009

Traunstein

(gepostet im Bereich Berg)

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Hoppla, der erste Blick auf den Chronometer zeigt: 0900. So lange habe ich auf einer Hütte ja überhaupt noch nie geschlafen. Nachdem ich die Burschen aufgeweckt habe, genehmigen wir uns zuerst deftige "Speckoa" (by zusserer) auf der Aussichtsterrasse. So ein Frühstück mit Blick auf den Dachstein ist schon sehr fein. Irgendwann raffen wir uns doch noch auf und wandern hinüber zum Heimkehrerkreuz am Pyramidenkogel. Das Wetter: Vom Feinsten! Der Abstieg zu später Stunde und bei hochsommerlichen Temperaturen hinunter zum Kaisertisch ist für manche Teilnehmer noch einmal etwas anstrengend, doch um die Mittagszeit schaffen wir es gerade noch rechtzeitig unter die kühlenden Roßkastanien bei der Mairalm. Nach einer kleinen Stärkung folgt lockeres Austraben (via Moaristiedl) retour zum Ausgangspunkt.

Tjo, jetzt gibt's eigentlich nicht mehr viel zu sagen: Saugeile Traunsteintour mit guten Freuden. Gratuliert zur Hochzeit wird aber erst nächste Woche ;)

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16. Mai 2009

Gmundner Hütte

(gepostet im Bereich Berg)

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Anja und Alex, die nächste Woche heiraten, haben sich ja am Gipfel des Elbrus verlobt. Da ist dann eine Traunsteintour mit Übernachtung in der Gmundner Hütte gerade recht für Alternative-​Poltern ;) Aufgrund der zu erwartenden Strapazen fällt die Gesellschaft etwas spärlich aus. Nur unser guter Freund Schorrrsch (Original mit 3 R) begleitet uns heute.

Die Wetteraussichten waren anfangs nur mit sehr viel Optimismus als gut zu bezeichnen. Doch nach einem aktualisierten Wetterbericht des Alpenvereins, sowie der Auskunft von Hüttenwirt Gerald, begeben wir uns am Nachmittag an das Ostufer des Traunsees. Tatsächlich beginnt sich bei unserer Ankunft um 1500 die Wolkendecke zu lichten. Entlang der Forststraße wandern wir zum Einstieg des Naturfreunde Steigs. Ich habe zwar heute Botanisierverbot (bezogen auf Makroaufnahmen) aufgebrummt bekommen, doch die Artenliste im Kopf wird länger und länger. Besonders erwähnenswert finde ich die großen Sträucher der gelbblühenden Strauchkronwicke (Hippocrepis emerus), Dunkle Akelei (Aquilegia atrata) sowie Schwertblättriges Waldvöglein (Cephalanthera longifolia). Der Einsteig, geschmückt vom Alpen-​Steinquendel (Acinos alpinus), gestaltet sich bei diesen Temperaturen und der hohen Luftfeuchte als äußerst schweißtreibend. Schon nach 5 Minuten tropft's ganz ordentlich von der Stirn. Doch den Burschen taugt's so richtig. Zumindest jetzt noch Beim Naturfreundebankerl legen wir obligat die erste Rast ein. Inzwischen ist es schön sonnig, nur über dem Höllengebirge halten sich noch dichte Wolken. Hinauf zur Sulzkogelscharte begleiten uns etliche Kalk-​Glocken-​Enziane (Gentiana clusii) und Alpenmaßliebchen (Bellidiastrum michelli), das gerne mit dem Gänseblümchen (Bellis perennis) verwechselt wird. Die Blütenpracht hier ist wirklich unglaublich. Ich denke, ich sollte einmal einen naturkundlichen Führer für diesen Steig verfassen. Dazu wären aber sicherlich noch etliche Recherchen, insbesondere geologische, erforderlich. Da Schorrrsch und Alex absolut trittsicher und schwindelfrei sind, stellen die nächsten Passagen keinerlei Probleme für sie da. Bei herrlichem Sonnenschein erreichen wir den Südwestgrat und legen eine kleine Jausenpause ein. Die hiesigen Forchen (Pinus sylvestris) sind ja besonders urwüchsig. Ich mag diese Bäume hier wirklich! Der weitere Aufstieg gestaltet sich beschwerlich. Nicht nur aufgrund der schwindenden Kraftreserven, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass ab der Markierung "Im Kieferwald" die Wolken sich verdichten und die Fernsicht gerade mal 100 Meter beträgt. Es ist mucksmäuschenstill, nur aus dem Tal klingt die Marschmusik einer Blaskapelle. Sehr, sehr seltsame Stimmung . Wie immer "zaht" sich der Weg bis zur Querung unterhalb des Traunkirchner Kogels. Diesen Wegabschnitt unterschätze ich immer wieder. Entlang des Wegerls im feinen Schotter wachsen schöne Polster einer Miere (Minuartia sp.). Die genaue Artbestimmung entfällt aber aufgrund der fehlenden Literatur in meinem Rucksack. Die letzten Meter zum Felsentor sind kräfteraubend und wenig aussichtsreich. Doch danach…. siehe da: Blauer Himmel! Als wir bei langen Schatten am einsamen Traunsteinhaus eintrudeln, ergibt sich ein wunderschöner Mix aus Sonne und Wolken. Bei einem leckern Weizen genießen wir die Aussicht und erholen uns von den Anstrengungen des Aufstiegs.

Kurz vor 2000 erreichen wir dann die Gmundner Hütte. Immer wieder ergeben sich geniale Szenerien mit Wolken und Traunsee. Auch der Ausblick ins Tote Gebirge wird immer besser. Doch es ist ein bissl kalt und wir verkrümeln uns in die gemütliche Gaststube. Die Renovierung bzw. Erweiterung ist wirklich sehr schön geworden. Doch die Gmunder Hütte zeichnet sich vor allem durch die tolle Hüttencrew aus. Wir fühlen uns stets bestens aufgehoben und verbringen so einen etwas anderen "Polterabend". Besonders loben möchte ich noch einmal das ausgezeichnete Bratl. Ich denke ich muss den HBI (Hari Bratl Index) neu dimensionieren, denn dieses Bratl verdrängt sicherlich das 5/5 Bratl der Goiserer Hütte vom ersten Platz. Ok, bekenne mich hiermit als schweinsbratensüchtig ;)

So eine Übernachtung am Traunstein ist schon eine feine Sache. Zu später Stunde, bei fast wolkenlosem Himmel kann von der Landeswarte die Hoamat mal in der Nacht bestaunt werden. Auch so ein Erlebnis, das jeder "echte Mostschädl" einmal erlebt haben sollte.

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15. Mai 2009

Langfirst - Überschreitung

(gepostet im Bereich Berg)

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Laut dem alten AV Führer von Wolfgang Heitzmann zählt eine Überschreitung des Langfirst zu den schönsten Touren im Hintergebirge. Auch Hannes hat mir die Tour schon empfohlen. So ein Marketing macht natürlich neugierig. Eigentlich wollte ich mit dieser Runde noch bis Anfang Juni warten, aber ich hab's einfach nicht mehr ausgehalten. Als Alternative wäre die Triftsteig – Anlaufalmrunde am Programm gestanden, die heute nicht optimal gewesen wäre, wie sich später noch herausstellen sollte.

So starten Bergfexing Dad und ich um 0940 am Holzlagerplatz am Hanslgraben. Die letzten Schneereste sind geschmolzen. Aber auch die Niederschläge der letzten Tage, ließen das Bacherl ordentlich anschwellen. Die erste Überquerung gestaltet sich bereits knifflig. Doch mit Steindamm & Wanderstöcken sind wir rasch erfolgreich. Paps ist anfangs noch etwas skeptisch, doch nach der dritten Überquerung macht es ihm sichtlich Spaß. Auch wenn heute überall das Wasser runterrauscht: Dieses Wegerl ist wirklich wildromantisch. Wesentlich flotter als letzte Woche erreichen wir den Grabenausgang, wo nun die Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) für einen gelben Blühaspekt sorgen. Hier erreichen uns auch die ersten, kräftigen Sonnenstrahlen. Generell ist das Wetter heute sehr gut. Bei rund 18 Grad ist es recht gemütlich. Im Flachland hält sich ja immer noch hartnäckig Nebel. Nachdem ich oberflächlich die geologische Literatur gesichtet habe, ist auch diesbezüglich meine Wahrnehmung geschärft. Tummelten sich entlang des Baches noch die Kalkfelsen, trifft man am Weg nach Westen rasch auf Flysch (oder doch Lunzer Schichten?) mit sandsteinartigen Brocken.

Auch wählen wir heute die richtige Forststraße zur Hanslreith mit ihren saftigen Wiesen. Um nicht zusätzliche Wegmeter zurückzulegen, beschließen wir direkt durch den steilen Wald aufzusteigen. Dank etlicher, größerer Felsbrocken klappt der Aufstieg zur Forststraße recht zügig. Wir folgen der Forststraße nach Westen bis der Rücken der Langfirst auf das Niveau der Straße abfällt. Der gut sichtbare Steig verläuft immer am Rücken und ist durch viele alte Markierungen, als auch Vermessungspunkte nicht zu verfehlen. Teilweise liefern die Vermessungspunkte eine schräge Szenerie, stehen sich doch die Grabsteine in der Gegend herum.

Sehr gemütlich ansteigend folgen wir dem Weg im Fichten-​Buchenwald. Die ersten Sturmschäden können noch südseitig ohne Probleme umgangen werden. An den vielen Lichtungen eröffnen sich recht nette Ausblicke auf die Haller Mauern und in das Hintergebirge, wo sich immer noch der Nebel hält. Die Anlaufalm ist jedoch oberhalb der Nebelgrenze. Nur gut, dass wir uns nicht für die Triftsteigrunde entschieden haben. Der Weg wird nun steiler und felsiger. Ich freue mich ja schon recht auf eine Kraxlerei. Doch diese fällt anders aus als erwartet. Massive Sturmschäden behindern das Weiterkommen am Grat. Die Bäume sind teilweise vierfach gestapelt. Mal oben drüber, dann wieder unten durchkraxeln. So wirklich lustig ist die Angelegenheit nicht, aber es klappt dann doch. Die letzten felsigen Meter am Grat hinauf zum Firsthaupt sind dann nach meinen Geschmack. Am höchsten Punkt legen wir dann eine Jausenpause ein und genießen die Aussicht. Der Abstieg in den Ahornsattel erfolgt dann weglos am Grat. Dieser wird zuletzt sehr steil und wir queren nach Süden auf die saftigen Almwiesen, wo wir auf den markierten Wanderweg treffen, der uns zur Zickerreith führt. Hier ist ausgeschildert: "Pfingsta ist Ruhetag (Außer es is a Feichta)". Paps meint schnippisch: "Du woast eh wos Pfingsta is!". "Eh kloar, zu Pfingsten hot a zua". Paps bricht in Gelächter aus. "Na, des is da Donnerstag!". Upsi Während ich das Auto hole, deponiere ich Paps sowie meinen Rucksack bei der bewirtschafteten Alm. Doch der Straßenhatscher bleibt mir heute erspart. Ein netter Mann aus dem Bezirk Liezen nimmt mich bis zum Holzlagerplatz mit. Retour bei der Alm, treffe ich Autos vom ORF mit Sepp Forcher im Gepäck, die von der Hanslalm kommen.

Fazit: Vor der Windwurf-​Ära war eine Langfirstüberschreitung sicher sehr lohnenswert. Bei den aktuellen Verhältnissen ist diese Unternehmung eher was für Holzknechte und Waldschrate. Trotzdem hat's was: Nämlich einsame Wildnis! Und das ist auch gut so, befindet sich der Langfrist ja im Nationalpark Kalkalpen.

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10. Mai 2009

Teufelshöhle revisited

(gepostet im Bereich Geologie)

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Die Teufelshöhle bei Kremsmünster ist schon ein ganz besonderes Fleckchen Erde. Seit meinem letzten Besuch beschäftigt mich dieses Platzerl unentwegt. Mehr erkunden, mehr Lebewesen bestimmen und vor allem eins: Bessere Fotos! Also packe ich um 1800 wieder meine Ausrüstung, wobei diesmal der Genetiker meines Vertrauens mit von der Partie ist. Chris hat ja auch eine Leidenschaft für Höhlen und ist der Ökologie nicht abgeneigt ;)

An diesem heißen Sommertag ist die Luftfeuchtigkeit im Wald ganz außerordentlich. Es scheint richtig zu dampfen. Den Pflanzen gefällt dieses Klima aber regelrecht. Seit meinem letzten Besuch haben sich etwa die Beinwell-​Pflanzen (Symphytum officinale) prächtig entwickelt. Kurz vor den Stufen entdecken wir auch eine Orchidee. Das Große Zweiblatt (Listera ovata) ist mit seinen grünen Blüten fast zu übersehen. Nachdem wir ausgiebig die erste Höhle erkundet haben, folgen wir dem Wanderweg zu den großen Höhlen mit dem versteinerten Wasserfall. Dank neu kalibrierter ISO-​Automatik und lichtstarkem 50mm Objektiv sind die Aufnahmen diesmal von wesentlich besserer Qualität.

Während ich mit Fotografie beschäftigt bin, inspiziert Chris schon mal die Höhlen und findet (wie üblich) gleich die interessanteren Platzerl, die mir letztes Mal entgangen sind. Im Höhleneingang finden sich rechterhand wunderschöne gesinterte Buchenblätter. Hier sind wirklich alle Stadien zu beobachten. Manche Blätter besitzen bereits eine feine Kalkkruste, andere sind schon regelrecht in den Fels zementiert. Die Umrisse und die Nervatur sind jedoch bestens erhalten. Schaut wirklich fesch aus. Chris platziert gleich einen Asplenium-​Wedel, um die Sinterbildung die nächste Zeit zu beobachten. Generell gefällt uns dieser Ort so gut, dass wir beschließen regelmäßig hier vorbeizuschauen.

In der Höhle selbst ist vor allem die Spinnen-​Population das Objekt der Begierde. Die Höhlenkreuzspinne (Meta menardi) ist hier stark vertreten. Alle Entwicklungsstadien, als auch die kunstfertigen Kokons sind zu beobachten. Mit meinem feinen Makroobjektiv ergeben sich heute auch gute Aufnahmen dieser faszinierenden Tiere. Aber auch die Geologie kommt nicht zu kurz. Herrliche Sinterröhrchen und Sägezahnleisten werden abgelichtet, wobei Chris wieder einmal mehr seinen guten Spürsinn einsetzt. Dieser Kerl findet einfach Sachen, die ich immer übersehe! Dafür entdecke ich nebenbei den Geocache, den ich auch gleich logge.

Der ganze Ausflug ist sehr kurzweilig und wir brechen gegen 1930 wieder auf. Retour in Wels findet diese Exkursion einen Ausklang der besonderen Art. Da Iris die Autoschlüssel im Auto vergessen hat, werden wir kurzerhand zu Einbrechern. Die ganze Aktion klappt (mit Gartenwerkzeug) einfacher als erwartet. Sehr cool, wollte immer schon mal ein Auto knacken. Also was haben wir heute gelernt: Höhlenfauna ist toll und wie stehle ich ein Auto

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